"Wissenstransfer zentrale Aufgabe für Innovationskraft des Landes"

Staatsministerin Kühne-Hörmann eröffnet LOEWE-Schwerpunkte "Präventive Biomechank (PräBionik)" und "Onkogene Signaltrans­duktion Frankfurt (OSF)" / Förderung von 8,3 Millionen Euro bis 2012

(PresseBox) ( Wiesbaden / Frankfurt, )
Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann hat die neuen LOEWE-Schwerpunkte "Präventive Biomechank (PräBionik)" und "Onkogene Signaltransduktion Frankfurt (OSF)" offiziell eröffnet. Sie werden im Rahmen der Forschungsinitiative des Landes vom 1. Januar 2010 an mit zusammen 8,3 Millionen Euro gefördert. "Beide Projekte zeichnen sich nicht zuletzt durch eine starke Anwendungsnähe, durch eine konsequente Verfolgung des Transfergedankens aus. Dieser Wissenstransfer, also die ziel- und ergebnisorientierte Umsetzung von Ergebnissen der Wissenschaft und öffentlich geförderter Forschung in die wirtschaftliche, unternehmerische Praxis ist und bleibt auch in unseren Tagen eine für die Innovationskraft unseres Landes essentielle Aufgabe und Herausforderung", hob die Ministerin hervor. Bei einer Feierstunde in der Fachhochschule Frankfurt übergab sie die Bewilligungsbescheide an den Präsidenten, Dr.-Ing. Detlev Buchholz, und den Vizepräsidenten der Goethe-Universität, Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, und überreichte den jeweiligen Partnern Urkunden.

Kühne-Hörmann hob hervor, dass sich mit dem Schwerpunkt "PräBionik" ein Forschungsprojekt unter Federführung einer Fachhochschule - in Zusammenarbeit mit den Universitäten Frankfurt und Marburg sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach - durchgesetzt habe. Das Projekt wird bis Ende 2012 mit rund 3,8 Millionen Euro gefördert, um sich nachdrücklich mit der Erforschung biomechanischer Eigenschaften humaner Weichgewebe und deren pathologischen Veränderungen auseinanderzusetzen. Koordinator ist Prof. Dr. Gerhard Silber vom Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der Fachhochschule Frankfurt.

In dem Forschungsvorhaben überlagern sich medizinischdiagnostische Fragen zur Gewebemechanik mit informationstechnischer und ingenieurwissenschaftlicher Expertise zur Modellierung von Materialverhalten. Alle Teilprojekte des Forschungsvorhabens werden auf zwei übergeordnete Ziele hin ausgerichtet: Die Optimierung des therapeutischen Einsatzes von bestehenden Stützkonstruktionen und die Entwicklung neuer, individuell angepasster Medizinprodukte.

"Die Förderung durch LOEWE erlaubt es, diese stark anwendungsorientierten Ziele mit einem abgestimmten Maßnahmenpaket zu erreichen, das die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ebenso in den Blick nimmt wie die Notwendigkeit, international ausgewiesene Forscherpersönlichkeiten in diese Forschungsbereiche zu integrieren", hob die Ministerin hervor.

"Das hessische LOEWE-Programm ist für die Forschung an Fachhochschulen eine sehr dankbare Einrichtung des Landes. Speziell der Schwerpunkt ,präventive Biomechanik' ermöglicht uns zu zeigen, dass Fachhochschulen als entscheidendes Bindeglied beim Transfer zwischen universitärer Wissenschaft einerseits und andererseits Forschung und Entwicklung für die Wertschöpfung - also die Unternehmen - fungieren. Entscheidend für den Erfolg ist sicher auch die interdisziplinäre Struktur unserer Fachhochschule, die auf die Belange heutiger Forschungsfragen aus Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet ist", sagte der Präsident der Fachhochschule Frankfurt, Dr.-Ing. Detlev Buchholz.

Die Förderung des LOEWE-Schwerpunkts "Onkogene Signaltransduktion Frankfurt (OSF)" mit rund 4,5 Millionen Euro bis 2012 ergibt sich nach den Worten der Ministerin aus der enormen gesundheitspolitischen Bedeutung onkologischer Erkrankungen, den unzureichenden gegenwärtigen Behandlungsoptionen und der damit verbundenen Notwendigkeit, neue Medikamente und Therapiekonzepte zur Behandlung von Krebspatienten zu entwickeln. Ziel dieses LOEWE-Schwerpunkts ist es, molekulare Mechanismen von Tumorerkrankungen zu entschlüsseln und für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zu nutzen. An diesem Projekt unter Federführung der Goethe-Universität ist das Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus Frankfurt beteiligt. Koordinator ist Prof. Dr. med. Hubert Serve, Medizinische Klinik II des Universitätsklinikums.

"Bei diesem Vorhaben handelt es sich um eine Initiative am Forschungsstandort Frankfurt, die in einzigartiger Weise exzellente Grundlagenforschung mit angewandten und klinischen Komponenten zusammenbringt", sagte Kühne-Hörmann. "Die enge Kooperation der Universität und des Georg-Speyer-Hauses erlaubt die Entwicklung neuartiger und innovativer Ansätze in der modernen Tumorbiologie und den Aufbau eines für Hessen einmaligen und international sichtbaren Forschungsverbunds."

Universitäts-Vizepräsident Schubert-Zsilavecz dankte der Landesregierung für ihr Engagement zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Rahmen des LOEWE-Programms: "LOEWE ist ein hervorragendes Instrument, die bestehenden Forschungsschwerpunkte auszubauen, nachhaltig zu stärken und national und international sichtbar zu machen." Zugleich zeigte er sich davon überzeugt, dass die Innovationskraft bei weitem nicht ausgeschöpft sei. Insbesondere berge die Kooperation zwischen Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Partnern in der Wirtschaft noch viel Potential. "Die beiden neu geförderten LOEWE-Projekte sind in dieser Hinsicht vorbildlich", sagte Schubert-Zsilavecz. "Gesellschaftlich relevante Forschung wird hier auf höchstem Niveau von der Grundlagenforschung in die Anwendung geführt."

Mit LOEWE hat das Land Hessen ein eigenes Forschungsförderungsprogramm aufgelegt, das aufgrund seiner wettbewerblichen Konzeption und seines Finanzierungsvolumens bundesweit im Ländervergleich einzigartig ist. In der laufenden Legislaturperiode bis 2013 sind dafür Fördermittel von insgesamt 410 Millionen Euro vorgesehen. "Dieser Betrag ist der Höchste, den eine hessische Landesregierung jemals zur Förderung der Forschung im Land zur Verfügung gestellt hat", sagte die Ministerin.

Die Landesregierung leiste damit eine Anschubfinanzierung, die den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen eine Schwerpunktbildung und damit eine weitere Profilierung erleichtern soll. Ziel ist auch eine intensivere Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft. Zudem soll in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den großen Forschungsorganisationen der Boden für die Ansiedlung weiterer, gemeinsam von Bund und Ländern finanzierter Forschungseinrichtungen in Hessen bereitet werden.

Weitere Informationen auf www.loewe.hessen.de
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