Zukunftstechnologie im Brennpunkt des Klimawandels

6. Brennstoffzellenforum Hessen

Wiesbaden, (PresseBox) - Mit einem umfangreichen Tagungsprogramm veranstaltet die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ-Initiative) zusammen mit der Hessen Agentur am 13. September 2007 bei dem Herborner Unternehmen Rittal ihr 6. Brennstoffzellenforum. Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir den Geschäftsführer der Initiative, Alfred J. Stein, zum aktuellen (hessischen) Umfeld dieser Zukunftstechnologie interviewt.

Frage: Kann man sagen, dass der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie angesichts des zurzeit heiß diskutierten Klimawandels und der zur Neige gehenden fossilen Energieressourcen eine besondere Bedeutung zukommen wird?

Alfred J. Stein: Das wird sicher so sein. Viel zu lange hat man neue Energietechnologien mit Argwohn betrachtet, und so manches Mal auch belächelt. Heute sehen wir, dass uns die Fehler und Versäumnisse von gestern einholen und wir mit aktuellen Klimaentwicklungen konfrontiert werden, deren Auswirkungen wohl nicht mehr kurzfristig zu entschärfen sein werden. Denken Sie nur an die vergangene Woche in Meseberg statt gefundene Kabinettklausur der Bundesregierung. Das Thema Klimawandel und CO2-Ausstoß überstrahlt das gesamte Regierungsprogramm in der verbleibenden Legislaturperiode der Berliner Politik. Aber nicht nur klimatische Entwicklungen sind zu berücksichtigen, sondern auch die Tatsache, dass die herkömmlichen fossilen Energieträger mit absoluter Sicherheit in den nächsten Jahrzehnten auslaufen werden und sehr viel kurzfristiger erhebliche Engpässe entstehen werden.

Um aus diesen Entwicklungen zu lernen und nicht die gleichen Fehler der unangebrachten Zurückhaltung und Passivität zu begehen, forcieren wir in Hessen mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative die wichtigen technischen Entwicklungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Brennstoffzellen in Verbindung mit Wasserstoff oder anderen, regenerativ erzeugten Energieträgern bieten Möglichkeiten, einerseits die Energieeffizienz durch höhere Wirkungsgrade zu verbessern und andererseits Energiewandlung ohne schädliche Umwelt- und Umfeldeinflüsse zu praktizieren (schadstofffrei, ohne Schallemissionen, ohne erhöhte Sicherheitsrisiken). Das ist unsere Botschaft an die Politik, an die Industrie, an die Öffentlichkeit. Wir müssen nur jetzt damit anfangen, diese Technologien zu einem notwendigen Reifegrad zu bringen, damit sie in der Breite eingesetzt werden können.

Frage: Das 6. Brennstoffzellenforum Hessen wird dazu Antworten geben?

Alfred J. Stein: Unser 6. Brennstoffzellenforum Hessen dient genau diesem Zweck – grundlegende Überlegungen wichtiger Wirtschaftspartner übermitteln, an Beispielen technische Lösungen aufzeigen, Lösungswege und Realisierungsstrategien ansprechen und Mut machen, diesen Weg zu gehen. Am Ende wollen wir damit neue technische Entwicklungen anstoßen und behilflich sein, diese auch in den Markt zu bringen.

Eine interessante Parallele zur Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bietet die Photovoltaik, die man ebenfalls am Anfang sehr belächelt hat. Wenn Sie als Unternehmer oder Wissenschaftler überlegen, was sich aus den bescheidenen Anfängen der Photovoltaik vor rund 20 Jahren bis heute entwickelt hat, macht ihnen das Mut, das Thema Brennstoffzelle anzugehen. Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die mit dem Aufblühen der Photovoltaik exponentiell gewachsen sind. Eine solche Erfolgsstory werden wir auf dem 6. Brennstoffzellenforum Hessen noch einmal nachvollziehen.

Frage: Wie beurteilen Sie die aktuelle H2BZ-Situation in Hessen?

Alfred J. Stein: In Hessen finden wir breite Zustimmung zu unseren Aktivitäten. Das Wirtschaftsministerium und die Hessen Agentur als deren Projektträger unterstützen seit kurzem aktiv und mit bedeutenden Mitteln unsere Aktivitäten. Erste Ergebnisse können Sie bereits sehen. Es wurden einige Projekte realisiert, und viele weitere sind mitten in der Umsetzung. Es konnten eine Reihe von Unternehmen neu gegründet werden, und es sind bereits heute Arbeitsplätze entstanden. Manchen Unternehmen fehlen tatsächlich geeignete Fachkräfte, um ihre Entwicklungen auf diesem Gebiet zu realisieren.

Ich kann heute nur die Empfehlung geben, an dieser sehr dynamischen Entwicklung zu partizipieren, da das Ende der Wachstumsphase für diese Branche mit Sicherheit nicht in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten ist. Die Nachfrage nach Produkten, Know-how, Fachkräften und Fertigung wird in erheblichem Maße steigen. Davon können wir heute ausgehen. Und die Branche bietet breiten Raum für neue Player. Damit geben wir nicht nur der Wirtschaft Perspektiven, wir unterstützen auch die Politik bei der Umsetzung ihrer Ziele, und wir tun etwas für die Gesellschaft, die letztendlich Nutznießer der Anwendung umweltverträglicher Technologien ist.

Frage: Herr Stein, wir danken Ihnen für das Gespräch.

HA Hessen Agentur GmbH

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