Aus der Okklusion herauskommen

Vortragsreihe zur Funktionsdiagnostik von Heraeus Kulzer

(PresseBox) ( Hanau, )
Funktion ist das A&O: ZTM Martin Mormann und ZA Dr. Thomas Körner brachten in ihrem praxisnahen Vortrag „Funktionsdiagnostik in der Prothetik – zahnärztliche und zahntechnische Zusammenarbeit in der Herstellung von funktionellem Zahnersatz“ am 22. April in Düsseldorf anschauliche Beispiele mit. Sie zeigten, wie die Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, diagnostiziert wird und stellten Besonderheiten bei der prothetischen Versorgung vor.

Patienten kommen manchmal mit Rücken- und Kopfschmerzen oder gar depressiven Verstimmungen in die Praxis. Wenn diese Beschwerden und andere Leitsymptome, insbesondere Abrasionen der Zähne, Schmerzen, Knack- und Reibegeräusche sowie Bewegungseinschränkungen zusammenkommen, sollten Zahnärzte hellhörig werden. „Um Funktionsstörungen zu erkennen, müssen wir manchmal auch um die Ecke denken“, so Dr. Körner.

Die Experten zeigten live einfache Tests, die Aufschluss über mögliche funktionelle Störungen in den Kiefergelenksstrukturen geben. Diese Untersuchungen basieren auf den bewährten Techniken von Bumann und Groot Landeweer. Hat der Patient ein Problem mit der Zentrik, mit Balancekontakten, mit seiner Bisshöhe oder ist es gar kein dentales Problem, sondern ein körperstatisches? In diesem Fall müssen andere Experten wie Physiotherapeuten, Orthopäden oder Osteopathen herangezogen werden. Sehr wichtig ist es, Unterschiede zwischen habitueller und neuromuskulärer Zentrik zu erkennen, also zwischen zahngeführtem und idealem, entspanntem Biss. Bei der Bissregistrierung für die CMD-Schiene sollte der habituelle Biss bewusst ausgesetzt werden, zum Beispiel durch mehrmaliges Beißen auf Watteröllchen oder andere Techniken. Das Bissregistrat wird mit Frontzahnjig und hartem Acrylat erstellt und vorzugsweise im Galettiartikulator montiert. Für Sprechfähigkeit und Tragekomfort wird die CMD-Schiene für den Unterkiefer frontfrei erstellt. Im Seitenzahnbereich bleibt sie flach. So entstehen für den Patienten Freiräume und er kann seinen Biss wieder neu zentrieren.

Funktionelle prothetische Versorgungen erstellen

Die Referenten zeigten anhand mehrerer Patientenfälle den kompletten Behandlungsprozess von der axiografischen Vermessung über die Modellanalyse,
Sofort- und Langzeitprovisorien bis hin zur definitven Eingliederung. So hatte sich eine jüngere Frau alle 28 Zähne abradiert. Auf Basis der letzten CMD-Schiene erstellte Mormann ein Wax-up. So war das Behandlungsergebnis, also die Endposition und die Zahnform, bereits auf den Modellen sichtbar – auch für die Patientin. Duplikatmodell und Tiefziehfolien dienten zum einen der Kontrolle beim Beschleifen der Zähne, zum anderen als Form für ein Sofortprovisorium. Nach ungefähr einer Woche erhielt die Patientin das Langzeitprovisorium, welches dem Behandler die Möglichkeit bot, die korrekte Okklusion am Patienten funktionell zu überprüfen und längerfristig zu testen. Als die Position stimmte, wurde die endgültige Versorgung segmentweise eingegliedert, sodass die Provisorien auch während der Abformung für Halt sorgten.

Mehr Freiräume für Zentrik schaffen

Besonderes Augenmerk legt ZTM Martin Mormann bei prothetischen Versorgungen auf funktionelle Kauflächen, die eine optimale Kaufunktion und Abstützung sowie die Prävention einer CMD sicherstellen. Um aus der starren Okklusion einem zu sehr verschlüsselten Biss herauszufinden sind flache Kauflächen im Seitenzahnbereich ohne Balancekontakte hilfreich. Eine strenge Verschlüsselung ist nicht notwendig. „Wir haben nur ungefähr 30-60 Minuten Zahnkontakt am Tag, wir müssen aus der Okklusion herauskommen“, so Mormann. Der Seitenzahn Pala Idealis, den er gemeinsam mit Heraeus Kulzer entwickelt hat, gebe Patienten mit seiner reduzierten Höckerneigung mehr Freiräume für eine ausgewogene Zentrik.

Weitere Veranstaltungen in diesem Jahr
Interessierte Zahntechniker und Zahnärzte können sich 2016 noch für vier Vor-tragsveranstaltungen und einen Workshop anmelden.

Vortragsreihe
- Freitag, 17.06.2016 in Frankfurt
- Freitag, 09.09.2016 in Dresden
- Freitag, 23.09.2016 in Hannover
- Freitag, 21.10.2016 in Nürnberg

CMD-Workshops
- Freitag, 10.06.2016 in Hagen
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