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Pressemitteilung BoxID: 303803 (Helmholtz Zentrum München- Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH))
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Geringes Geburtsgewicht und Diabetes haben gemeinsamen genetischen Hintergrund

(PresseBox) (Neuherberg, ) Ein niedriges Geburtsgewicht erhöht das Risiko, später Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Bislang hatten Wissenschaftler dies auf eine Fehlernährung der Mutter während der Schwangerschaft zurück geführt. Doch inzwischen gehen sie davon aus, dass auch der genetische Hintergrund eine starke Rolle spielt. So können Genvarianten, die den Insulin-Stoffwechsel beeinflussen, gleichzeitig Auswirkungen auf das Geburtsgewicht haben, wie ein Forscher-Team der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München jetzt zeigen konnte.

In der BABYDIAB-Studie analysierten Forscher um Prof. Anette-Gabriele Ziegler vom Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München und der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München die Daten von 729 Kindern, deren Mütter an Typ-1-Diabetes litten und die damit ebenfalls ein höheres Diabetesrisiko aufwiesen.

Die Wissenschaftler untersuchten den genetischen Hintergrund der Feten auf die Veränderung in einzelnen Basen der DNA, sog. SNPs (Single Nucleotide Polymorphisms). Hierbei legten sie ihr Augenmerk auf drei Genregionen, die als Risiko-Allele für Diabetes durch eine verminderte Insulinsekretion bekannt sind. Diese betrachteten sie in Relation zum Geburtsgewicht.

Dabei zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen den zwei SNPs der HHEX-IDE-Genregion und einem verringerten Geburtsgewicht. Dieser war unabhängig vom HbA1c-Wert ("Langzeit-Blutzucker") der Mutter während der Schwangerschaft, was auf einen geringeren Einfluss der mütterlichen Ernährung und Blutzuckereinstellung hindeutet. "Besonders interessant war, dass wir diesen Effekt bei Kindern von Müttern mit Typ 1-Diabetes gefunden haben. Das könnte bedeuten, dass eine a priori verminderte Insulinsekretionsleistung auch bei Entwicklung des autoimmunen Typ 1-Diabetes eine Rolle spielt" erklärt Dr. Christiane Winkler von der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München und Erstautorin der Veröffentlichung.

Bei den beiden SNPs der anderen untersuchten Genregionen (CDKAL1 und SLC30A8) fanden die Forscher hingegen keine Assoziation zum Geburtsgewicht. Dies schließt jedoch einen Zusammenhang nicht gänzlich aus, ein solcher Effekt könnte sich auch erst bei höheren Teilnehmerzahlen zeigen. "Hinweise auf genetische Assoziationen werden meist in sehr großen Populationen gefunden. Wie wir hier sehen, ist es entscheidend, diese in kleineren, aber sehr gut phänotypisierten Studienpopulationen zu bestätigen. So erhalten wir Aufschluss über den möglichen Mechanismus der ursprünglichen Ergebnisse", betont PD Dr. Thomas Illig, Leiter der Arbeitsgruppe Epidemiologie-Bioproben-Genomik am Helmholtz Zentrum München.

Mit ihren Ergebnissen sind die Münchner Forscher dem Ziel einen Schritt näher gekommen, die genetischen Grundlagen von Diabetes-Erkrankungen zu verstehen. "Im nächsten Schritt wollen wir nun untersuchen, ob die gefundenen genetischen Einflüsse auch die Gewichtsentwicklung im späteren Leben beeinflussen könnten. Aufgrund der kontinuierlichen und langen Laufzeit der BABYDIAB-Studie seit 1989 liegen hierfür die Daten bereits vor", erläutert Christiane Winkler.

Helmholtz Zentrum München- Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es Diabetes und andere chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1680 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlichtechnische und medizinischbiologische Forschungszentren mit insgesamt 26500 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.

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