Mehr Platz für Saarbrücker Wirkstoffforschung

Erster Spatenstich für den Neubau des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) am 21. August

(PresseBox) ( Braunschweig, )
Infektionsforschung trifft Pharmazie: Am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) in Saarbrücken widmen sich rund 150 Wissenschaftler der Suche nach neuen Wirkstoffen. Ihr Ziel ist, zur Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapien gegen Infektionskrankheiten beizutragen. Am Mittwoch, 21. August, markiert der erste Spatenstich den Beginn der Bauarbeiten für ein neues Forschungsgebäude. Die Feier beginnt mit Grußworten um 10:00 Uhr, dazu sind Vertreter der Medien eingeladen. Die Gelegenheit zu einem Pressefoto und zu Hintergrundgesprächen besteht ab 11:00 Uhr. Dem Spatenstich werden unter anderem die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Professorin Johanna Wanka, sowie die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, beiwohnen. Außerdem wird der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Jürgen Mlynek, erwartet.

Viele der einst als Wundermittel gegen Infektionskrankheiten gefeierten Antibiotika verlieren zunehmend ihre Wirkung, da sich Resistenzen gegen die antibakteriellen Medikamente ausbreiten. Neue Wirkstoffe werden daher dringend benötigt.

Um eine Lücke in der Wirkstoffforschung zu schließen, haben das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und die Universität des Saarlandes 2009 gemeinsam das HIPS gegründet. Beinahe auf den Tag genau vier Jahre nach der Gründung fällt mit einem symbolischen Spatenstich am 21. August der Startschuss zum Bau eines neuen Gebäudes für das HIPS. Auf rund 4.500 Quadratmetern Nutzfläche sollen die drei Abteilungen und drei Nachwuchsgruppen neue Räume auf dem Campus der Saar-Uni finden. "Bislang sind unsere Labore über den ganzen Campus verteilt", berichtet Professor Rolf Müller, geschäftsführender Direktor des HIPS. "Der Neubau, der 2015 fertiggestellt wird, bringt alle Mitarbeiter des HIPS unter einem Dach zusammen und bietet auch neuen Arbeitsgruppen Platz."

Die Gesamtkosten von 25 Millionen Euro übernehmen zu einem großen Teil das Land Saarland sowie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung. Die Europäische Union fördert mit diesem Beitrag die Wettbewerbsfähigkeit der Region. Auch das HIPS beteiligt sich mit 10 Prozent der Gesamtkosten an der Finanzierung.

"Infektionsforschung ist der Schwerpunkt des HZI, während die Universität des Saarlandes über eine traditionell forschungsstarke Pharmazie verfügt", sagt Professor Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. "Die Kombination mit den am HIPS vorhandenen Kompetenzen ist damit deutschlandweit einzigartig." Das HIPS ist das erste öffentlich geförderte außeruniversitäre Forschungsinstitut in Deutschland, das sich explizit der Pharmazie widmet. Wissenschaftler suchen in natürlichen Quellen nach Substanzen mit therapeutischem Potential. "Bakterien, Pilze und Pflanzen stellen eine Vielzahl an hochwirksamen Stoffwechselprodukten her. Einige davon weisen antibakterielle Wirkungen auf", erklärt Müller. Stoßen die Forscher auf interessante Substanzen, so optimieren sie diese mit unterschiedlichen Methoden für die pharmazeutische Anwendung. Zudem erforschen Wissenschaftler am HIPS, wie Wirkstoffe an ihren jeweiligen Bestimmungsort im Körper gelangen. Damit Medikamente auch biologische Barrieren überwinden können, entwickeln sie beispielsweise Wirkstoff-Transporter.

"In der pharmazeutischen Forschung gehört die Universität des Saarlandes zu den besten Hochschulen in Deutschland. Für Nachwuchswissenschaftler werden sich nun weitere interessante Perspektiven durch den Neubau eröffnen", freut sich Universitätspräsident Professor Volker Linneweber.

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)

Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde im Jahr 2009 vom HZI und der Universität des Saarlandes gegründet. Die Forscher suchen hier insbesondere nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten, optimieren diese für die Anwendung am Menschen und erforschen, wie diese am besten zu ihrem Wirkort im Körper transportiert werden können.

Die Universität des Saarlandes

Die Saar-Universität ist international bekannt durch die Informatikforschung und die Nano- und Lebenswissenschaften. Allein in den Lebenswissenschaften, vor allem der Medizin, Pharmazie und Biologie sowie den Naturwissenschaften, forschen über 600 Wissenschaftler auf dem Uni-Campus in Saarbrücken. Die engen Beziehungen zu Frankreich und der Europa-Schwerpunkt sind weitere Markenzeichen.

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