Rückenwind für gemeinsame europäische Forschungsprojekte

(PresseBox) ( Berlin, )
Im Förderprogramm „Helmholtz European Partnering“ unterstützt Helmholtz Partnerschaften von Helmholtz-Zentren mit Forschungsinstitutionen in ausgewählten europäischen Ländern. In der zweiten Ausschreibungsrunde sind jetzt drei weitere Vorhaben ausgewählt worden. Sie erhalten drei Jahre lang bis zu 250.000 Euro pro Jahr, um gemeinsame Themen voranzutreiben und den europäischen Forschungsraum zu stärken.

Drei europäische Forschungsprojekte erhalten Unterstützung von Helmholtz – für die Verbesserung von Solarzellen, die Entwicklung neuer Medikamente in der Neurologie und den Einsatz verbesserter Technologien in der Energie- sowie der Erde- und Umweltforschung. Das ist das Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde des Förderprogramms „Helmholtz European Partnering“. Die Vorhaben werden eine Laufzeit von drei Jahren haben, mit einer Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre nach erfolgreicher Evaluierung. Pro Jahr stehen ihnen jeweils bis zu 250.000 Euro zur Verfügung.

„Ich gratuliere den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herzlich“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Mit dieser Förderung wird nicht nur exzellente Forschung vorangetrieben. Auch die Partnerschaften zwischen Helmholtz-Zentren und komplementär ausgerichteten Forschungseinrichtungen in anderen europäischen Ländern erhalten einen wichtigen Entwicklungsschub.“ Das Programm wurde ins Leben gerufen, um den europäischen Forschungsraum - speziell die Kooperation mit Ländern in Süd-, Mittel- und Osteuropa - zu stärken.

Die aktuell ausgewählten Projektpartner der drei Helmholtz-Zentren kommen aus Italien, Slowenien und Griechenland. Gemeinsam werden sie sich nun intensiv ihren Forschungsthemen widmen. „Die vertiefte Kooperation wird darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der jeweiligen Wissenschaftssysteme leisten und damit den Europäischen Forschungsraum als Ganzes stärken“, sagt Wiestler weiter. „Im weltweiten Wettbewerb um die besten Talente trägt das entscheidend dazu bei, den Standort Europa attraktiver zu machen.“

Im Rahmen der geförderten Projekte können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise gegenseitige Forschungsaufenthalte absolvieren, gemeinsame Symposien organisieren oder Publikationen erarbeiten. Insbesondere talentierte jüngere Forschende erhalten im Rahmen von Mobilitäts-, Forschungs- und Qualifizierungsprogrammen Unterstützung. Zudem stehen die an den Programmen beteiligten Helmholtz-Zentren den Partnerinstitutionen bei der Weiterentwicklung von strategisch wichtigen Forschungsvorhaben, Management- und Infrastrukturen unterstützend zur Seite. Der Wissenstransfer wird etwa über gegenseitige Besuche, gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen und die Teilnahme an Management Teams und Advisory Boards intensiviert.

In der nun erfolgten zweiten Ausschreibungsrunde gingen sieben Anträge ein, die zu einer Auswahlsitzung mit einem internationalen Gutachterpanel unter Vorsitz des Helmholtz-Präsidenten eingeladen wurden. Ausgewählt wurden schließlich folgende drei Projekte:

Forschungszentrum Jülich:

Innovative high-performance computing approaches for molecular neuromedicine

High Performance Computing (HPC) hat unser Verständnis der Funktionsweise biologischer Systeme in den letzten Jahren maßgeblich erweitert. So haben HPC-basierte molekulare Simulationen heutzutage das Potenzial, grundlegende molekulare Mechanismen in der Neurobiologie und Pharmakologie aufzuklären. Aufbauend auf einer etablierten und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) und renommierten italienischen Forschungsgruppen wird im Rahmen dieser Kooperation gemeinsam mit dem italienischen Institut für Technologie (IIT) in Genua, Italien, eine hochinnovative und nachhaltige HPC-basierte Plattform für Neuropharmakologie geschaffen. Die Plattform wird HPC-Simulationsansätze entwickeln und einsetzen, um wichtige molekulare Aspekte neurologischer Prozesse aufzudecken. Die daraus resultierenden neuen Erkenntnisse werden das zielgerichtete Design neuer Radiotracer und wirksamer pharmakologischer Wirkstoffe für neurologische Erkrankungen ermöglichen.

Partner: Istituto Italiano di Tecnologia

Kontakt: Prof. Paolo Carloni, p.carloni@fz-juelich.de

Helmholtz-Zentrum Berlin:

Tandem Perovskite and Silicon solar cells - Advanced opto-electrical characterization, modeling and stability (TAPAS)

Photovoltaik bietet große Chancen, um preiswert und klimaneutral Strom zu gewinnen. Künftige Solarmodule könnten sogar noch effizienter und preisgünstiger werden. Das Projekt TAPAS will dazu einen Beitrag leisten und Tandem-Solarzellen aus Silizium und Perowskit untersuchen, die deutlich höhere Wirkungsgrade ermöglichen. Gestützt auf optoelektrische Modellierungen sollen hocheffiziente und stabile Tandem-Solarzellen der nächsten Generation für das Energiesystem der Zukunft entwickelt werden. Das Labor für Photovoltaik und Optoelektronik der Universität Ljubljana und das Helmholtz-Zentrum Berlin haben in den vergangenen Jahren eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit aufgebaut, die durch diese Förderung weiter gestärkt wird. Der Schwerpunkt wird die Ermittlung von Ursachen für Wirkungsgradverluste sein, um die Stabilität dieser Tandem-Solarzellen zu verbessern.

Partner: University of Ljubljana

Kontakt: Prof. Steve Albrecht, steve.albrecht@helmholtz-berlin.de

Karlsruher Institut für Technologie:

Helmholtz European Partnership for Technological Advancement (HEPTA)

HEPTA fördert die Zusammenarbeit zwischen der Aristotle University of Thessaloniki (AUTh) und dem KIT bei der Entwicklung nachhaltiger Technologien in den Bereichen „Luftqualität“, „Physik der Atmosphäre“, „Biomasse“ sowie „Smart Cities“. HEPTA hat drei Ziele: Erstens soll eine formelle Verbindung zwischen AUTh und KIT für die Technologie-Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der wichtigsten Forschungsthemen in den Bereichen Klima, Energie und Umwelt hergestellt werden. Zweitens soll der gemeinsame wissenschaftliche Nachwuchs – mit strikt gleichem Frauen- und Männeranteil – gefördert werden. Drittens wollen die Projektpartner die Zusammenarbeit beider Institutionen mit langfristiger Perspektive weiter ausbauen, um Forschungsergebnisse gemeinsam mit der Industrie schneller in konkrete Anwendungen zu transferieren.

Partner: Aristotle University of Thessaloniki

Kontakt: Prof. Johannes Orphal, johannes.orphal@kit.edu
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