Lohn- und Gehaltsabrechnung 2004: Die Änderungen zum 01.01.2004 im Überblick

(PresseBox) ( Freiburg, )
Nachdem sich Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat geeinigt haben und die Gesetzesänderungen im Bundesrat verabschiedet wurden, steht nun fest, was Sie bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung ab Januar beachten müssen.

Hier die Änderungen im Überblick:

· Vorziehen der Steuerreform auf 2004

Die wohl weitreichendste Änderung ist die Tarifänderung. Das teilweise Vorziehen der geplanten Steuerreform bedeutet, dass für das Jahr 2004 völlig neue Lohnsteuerwerte gelten. Der Eingangssteuersatz wird von derzeit 19,9 % auf 16 % gesenkt, der Höchststeuersatz von derzeit 48,5 % auf 45 %. Der Grundfreibetrag wird auf 7.664 Euro angehoben.

· Arbeitnehmer-Pauschbetrag Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird von 1.044 Euro auf 920 Euro abgesenkt.

· Haushaltsfreibetrag Der Haushaltsfreibetrag entfällt ab 2004 und wird durch einen Entlastungsbetrag für "echte" Alleinerziehende (Haushaltsgemeinschaft von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern) i.H.v. 1.308 EUR ersetzt.

· Entfernungspauschale Die Entfernungspauschale wird einheitlich auf 30 Cent je Entfernungskilometer gesenkt. Der Höhe nach wird die Entfernungspauschale auf 4.500 Euro im Kalenderjahr begrenzt für den Fall, dass kein eigenes oder zur Nutzung überlassenes Kraftfahrzeug verwendet wird.

· Job-Tickets Ab dem 01. Januar sind die bisher steuerfreien Zuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln (sog. Job-Tickets) lohnsteuerpflichtig. Allerdings hat der Arbeitgeber die Möglichkeit eine Lohnsteuer-Pauschalierung vorzunehmen. TIPP: Sollten Sie Ihren Arbeitnehmern bisher steuerfreie Zuschüsse gewährt haben, empfiehlt sich hier in jedem Fall eine Überprüfung, welche die für beide Seiten beste Lösung ist.

· Rabattfreibeträge/Sachbezüge Der Rabattfreibetrag für Sachprämien, die Sie Ihren Arbeitnehmern auf Grund des Dienstverhältnisses gewähren, wird von 1.224 Euro auf 1.080 Euro gesenkt. Die bisherige Nichtaufgriffsgrenze für einzeln bewertete Sachbezüge (z.B. Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge ) wird von 50 Euro auf 44 Euro herabgesetzt.

Darüber hinaus zu beachtende Änderungen beim Lohnsteuerabzug 2004 (Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien):

· Sonstige Bezüge Die ab dem 01.01.2004 geltenden Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2004 sehen vor, dass Sonstige Bezüge bis 150 Euro nach der Jahreslohnsteuertabelle besteuert werden. Bisher wurden diese Beträge als laufender Arbeitslohn besteuert.

· Arbeitgeberdarlehen Der Zinssatz, ab dem bei einem Arbeitgeberdarlehen kein Zinsvorteil anzusetzen ist, wurde von 5,5% auf 5 % gesenkt.

Änderungen bei der Sozialversicherung

Neue Sozialversicherungswerte 2004 Die Beitragsbemessungsgrenzen werden nur leicht angehoben. Dadurch steigen sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmeranteil für Spitzenverdiener zum Jahreswechsel leicht an, soweit sie nicht zusätzlich durch eine Beitragssatzänderung beeinflusst werden. So steht beispielsweise der monatlichen Steigerung der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung von 2002/2003 in den alten Bundesländern um 600 Euro (neue Bundesländer 500 Euro) diesmal ein Plus von lediglich 50 bzw. 100 Euro gegenüber.

Die Beitragsbemessungsgrenzen ändern sich wie folgt:

2003: Krankenversicherung /Pflegeversicherung
41.400 EUR/Jahr 3.450 EUR/Monat Rentenversicherung/Arbeitsl.versicherung WEST
61.200 EUR/Jahr 5.100 EUR/Monat Rentenversicherung/Arbeitsl.versicherung OST
51.000 EUR/Jahr 4.250 EUR/Monat

2004: Krankenversicherung /Pflegeversicherung 41.850 EUR/Jahr 3.487,50 EUR/Monat Rentenversicherung/Arbeitslosenversicherung WEST 61.800 EUR/Jahr 5.150 EUR/Monat Rentenversicherung/Arbeitslosenversicherung OST
52.200 EUR/Jahr 4.350 EUR/Monat

Die Beitragssätze in der Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung bleiben konstant.

Der ab 2004 anzuwendende durchschnittliche Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen steigt auf 14,3 % (entgegen 14,0 % im Jahr 2003). Dies bedeutet, dass der maximale Beitragszuschuss an privat versicherte Arbeitnehmer zu deren Krankenversicherung von 241,50 Euro im laufenden Jahr auf 249,36 Euro klettern wird.

Für Arbeitgeber darüber hinaus noch wichtig:

Das Gesetz zu den Reformen am Arbeitsmarkt bringt aus arbeitsrechtlicher Sicht unter anderem die Änderung des Kündigungsschutzgesetzes, des Teilzeit- und Befristungsgesetzes und des Arbeitszeitgesetzes mit sich. So gilt in Betrieben mit zehn oder weniger Arbeitnehmern das Kündigungsschutzgesetz für Arbeitnehmer, die ab Januar 2004 neu eingestellt werden, nicht. Daneben bleibt es beim bisherigen Schwellenwert von fünf Arbeitnehmern. Bei Kündigungen wird die Sozialauswahl auf vier Grunddaten beschränkt: Alter, Betriebszugehörigkeit, Unterhaltspflichten und eine etwaige Schwerbehinderteneigenschaft. Außerdem gibt es künftig einen gesetzlichen Abfindungsanspruch des Arbeitnehmers bei einer betriebsbedingten Kündigung, sofern der Arbeitnehmer auf eine Kündigungsschutzklage verzichtet. Der Anspruch setzt einen Hinweis des Arbeitgebers in der Kündigungserklärung voraus. Für alle Klagen gegen eine Kündigung beträgt die Frist einheitlich drei Wochen. Zum 1. Januar 2004 tritt auch die Neuregelung im Teilzeit- und Befristungsgesetz in Kraft, wonach Existenzgründer in den ersten vier Jahren des Bestehens eines neu gegründeten Unternehmens mit Arbeitnehmern befristete Arbeitsverträge ohne sachlichen Befristungsgrund bis zur Dauer von vier Jahren abschließen dürfen.
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