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Pressemitteilung BoxID: 817823 (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg)
  • Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg
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Bedeutung von Algorithmen erforschen

Gemeinsame Tagung des Hans-Bredow-Instituts und des Departments Informatik der Universität Hamburg am 4.10.2016 in Berlin

(PresseBox) (Hamburg, ) Algorithmen und ihre gesellschaftlichen Folgen lassen sich nur in interdisziplinärer Kooperation zwischen Informatik, Kommunikations- und Rechtswissenschaft angemessen erforschen. So das Ergebnis einer gemeinsamen Tagung des Hans-Bredow-Instituts und des Departments Informatik der Universität Hamburg, die am Dienstag in Berlin unter dem Titel "The Rule of Algorithms? Formen, Einfluss und Regulierung algorithmischer Entscheidungen" mit gut 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stattfand. Am Beispiel von algorithmischen Entscheidungssystemen im Journalismus diskutierten Expertinnen und Experten darüber, welchen Einfluss Algorithmen haben und wie sie reguliert werden könnten. „Wenn wir die Risiken, die mit algorithmischem Entscheiden einhergehen, kontrollieren wollen, müssen wir sie zunächst verstehen. Das gelingt nur, wenn viele wissenschaftliche Disziplinen zusammenarbeiten. Das Hans-Bredow-Institut leistet seinen Beitrag dazu“, so Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts.

Algorithmen und ihre vermeintliche oder tatsächliche Macht sind ein wichtiges Thema in der öffentlichen und akademischen Debatte geworden. Algorithmenbasierten Entscheidungen wird zugeschrieben, vielfältige Aspekte unseres Lebens zu strukturieren, zu beeinflussen oder gar zu manipulieren, indem Algorithmen etwa über News-Feed-Inhalte in den sozialen Medien entscheiden, über das Löschen von Hatespeech, aber auch über unsere Kreditwürdigkeit. In der gesellschaftlichen Debatte über diese Entwicklung wird immer wieder kritisiert, dass Algorithmen bzw. algorithmische Entscheidungssysteme intransparent seien und sich der Kontrolle durch ihre Nutzer und die Gesellschaft als Ganzes entzögen.

Dies stellt die Politik und Zivilgesellschaft, aber auch die Wissenschaft vor Herausforderungen. Da ist zunächst die Frage, was wir überhaupt meinen, wenn wir von Algorithmen sprechen und welche Risiken sich konkret beschreiben lassen. Daran schließen sich weitere Fragen an: Wie lassen sich komplexe Parameter und Prozesse des algorithmischen Entscheidens so gestalten, dass ihr Wirken nachvollziehbar bleibt? Wenn Risiken entstehen, gibt es Ansatzpunkte für die Regulierung solcher Systeme – sollte also die Software selbst reguliert werden, oder die Programmierer, die sie entwickeln, oder diejenigen, die deren Ergebnisse nutzen? Und: Wie kann man Algorithmen und ihre gesellschaftlichen Folgen sinnvoll erforschen?

Diese und andere Fragen haben Expertinnen und Experten aus der Informatik, den Sozialwissenschaften, den Rechtswissenschaften und dem Journalismus am Dienstag in Berlin erörtert. Ziel war es, ein interdisziplinäres Verständnis von Algorithmen zu fördern und den praktischen Umgang mit algorithmischen Entscheidungssystemen und ihrer möglichen Regulierung zu diskutieren.

Die Tagung fand im Vorfeld der AoIR2016 "Internet Rules!" und unter Beteiligung von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern statt, die sich bis zum 8.10.2016 auf der Jahrestagung der Association of Internet Researchers (AoIR) mit Fragen der Internetentwicklung und den gesellschaftlichen Folgen befassen werden.

Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Schulz, w.schulz@hans-bredow-institut.de
Christiane Matzen, c.matzen@hans-bredow-instiut.de

Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg

Das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung (www.hans-bredow-institut.de) erforscht seit 1950 öffentliche Kommunikation in ihrer besonderen Bedeutung für den Einzelnen und die Gesellschaft. Der Fokus liegt dabei auf dem Wandel der Kommunikationsformen und den damit verbunden Problemen, die aus der Perspektive aller relevanten wissenschaftlichen Disziplinen analysiert werden. Die fachlichen Hintergründe der Forscher(innen) am Institut sind entsprechend vielfältig, und neben der kommunikationswissenschaftlichen Säule existiert eine rechtswissenschaftliche, die neben der rein juristischen Betrachtung auch an der Untersuchung von Regelungsstrukturen interessiert ist. Die Kombination von Rechtswissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften ist einzigartig in Deutschland. Zunehmende Bedeutung erlangt für das Institut die international vergleichende Forschung. Um dies zu erleichtern, ist das Institut in mehreren internationalen Forschungsnetzwerken aktiv. Das Institut pflegt vielfältige Kontakte und sucht den steten Austausch mit den verschiedenen Akteuren. Die etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellen die Ergebnisse nicht nur der Fachwelt, sondern auch Politik, Regulierern, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Mehr unter http://www.hans-bredow-institut.de
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