HwK Koblenz hat sich erfolgreich in EU-Abstimmungsprozess zum Meisterbrief eingebracht

Handwerkskammer Koblenz engagierte sich zusammen mit internationalen Partnern sehr intensiv im Vorfeld der EU-Abstimmung für Aufwertung des Meisterbriefes / umfangreiche Informationskampagne in Bulgarien

(PresseBox) ( Koblenz / Sofia / Brüssel, )
"Mit der aktuellen Entscheidung der Europäischen Union zur Einstufung des Meisterbriefes wurde ein klares Signal für dessen Aufwertung gegeben", machen HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Dr. h. c. mult. Karl-Jürgen Wilbert deutlich. "Wir freuen uns über diese Entscheidung besonders, da sich die Handwerkskammer Koblenz im Vorfeld der Abstimmung für das nun erreichte Ergebnis ganz stark eingesetzt hat. Mit einer umfangreichen Informationskampagne und zahlreichen, sehr intensiven Gesprächen mit der bulgarischen Politik konnten anfängliche Zweifel dort ausgeräumt werden", geht Karl-Jürgen Wilbert, Honorarkonsul der Republik Bulgarien in Rheinland-Pfalz auf seine persönliche Initiative ein. In einer ersten Probeabstimmung Mitte 2007 hatten sich die bulgarischen Ausschussmitglieder zunächst zurückhaltend zum Antrag Deutschlands, Österreichs und Luxemburg geäußert, den Meisterbrief im fünfgliedrigen System aufzuwerten. Auf Initiative der Handwerkskammer Koblenz und der bulgarischen Handwerksorganisationen wurde das Thema mit Blick auf die weitere Entwicklung auch des südosteuropäischen Handwerks in die bulgarische Öffentlichkeit getragen und die Politik sensibilisiert – mit Erfolg, denn jüngst stimmte auch Bulgarien für die Aufwertung.

"Das Ergebnis der Probeabstimmung war völlig unverständlich und im Zustandekommen nicht plausibel zu erklären", so Karl-Jürgen Wilbert, der unmittelbar Gespräche dazu führte und heute Aspekte nennt, die als wichtige Erfahrung mitgenommen werden. "Der Gedanke der Europäischen Union funktioniert. Es ist kein starres, künstliches Gebilde, sondern lässt sich formen – in diesem Fall durch Handwerksorganisationen zweier Länder, eine national, eine regional, die im Austausch mit der bulgarischen Regierung nun ihren Teil für ein wichtiges Stück Mittelstandspolitik beitragen konnten." Wilbert unterstreicht auch, "dass wir es als erfolgreichen Teil unseres jahrelangen Engagements auf dem Balkan verstehen, wenn wir als Handwerkskammer Koblenz in einer solchen Situation die rückhaltlose Unterstützung unserer bulgarischen Partner erfahren. Das zeigt, wie gut dieser Wirtschaftsbereich in der Zusammenarbeit funktioniert."

Auch Rumänien arbeitet an Verabschiedung eines Handwerksgesetzes

"Aktuell wird auch in Rumänien an der Verabschiedung eines Handwerksgesetzes sehr intensiv gearbeitet. Ich gehe davon aus, dass noch in dieser Woche das Handwerksgesetz auf die richtige Bahn gesetzt wird", so Wilbert, der sich zu Gesprächen mit Politik und Handwerk momentan in Rumäniens Hauptstadt Bukarest aufhält. "Entsprechende Vorschläge zur Gesetzgebung liegen dem Parlament vor und werden voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche aus den Ausschüssen an das Parlament zurückgehen. Damit deutet sich in Südosteuropa ein großer Paradigmenwechsel in Richtung auf die deutsche Handwerksordnung an, der inhaltlich sehr stark von den Regierungen mit getragen wird, was bei den Gesprächen erfreulicherweise sehr deutlich wurde", so Wilbert.

Auch mit Rumänien ist die Handwerkskammer Koblenz seit Jahren über ein Partnerschaftsprojekt verbunden. "Das wäre noch einmal ein ganz wichtiges Signal für den Meisterbrief als Qualifizierungsmerkmal, das auf dem internationalen Parkett längst eine wichtige Rolle spielt. Davon profitiert in Deutschland jeder einzelne Handwerker, denn das System Lehrling, Geselle, Meister ist so zur internationalen beruflichen Erfolgsstory." Damit wird die Mobilität der deutschen Meisterbetriebe in Europa befördert. Gleichzeitig bleiben die Tore zur Betätigung in Deutschland für qualifizierte Betriebe aus den EU-Mitgliedsländern offen.

"Der Meisterbrief als personenbezogene Spitzenqualifikation ist somit Vorbild auch für andere Länder. Er garantiert stabile Betriebe und eine qualitativ wie quantitativ hochwertige Ausbildung. Die Ausbildung zum Gesellen und die Weiterbildung zum Meister ist damit Best Practice in Europa."

EU-Ausschuss hat mit Entscheidung Meisterbrief maßgeblich aufgewertet

Mit der aktuellen Abstimmung wird der Meisterbrief in einem fünfstufigen Schema zur Unterscheidung von Berufsabschlüssen als "Stufe 3 – Diplom kurzer Ausbildungsgang" geführt. "Damit wird den Erwartungen des deutschen Handwerks Rechnung getragen", so die HwK Koblenz weiter. "Diese Entscheidung ist quer durch die EU getragen worden und trägt dem Anspruch Rechnung, mit Wissen und Qualifikation den europäischen Wirtschaftsraum zu stärken. Soll dieses Ziel konsequent verfolgt werden, so brauchen wir mehr und nicht weniger qualifizierte Aus- und Weiterbildung in den Mitgliedsländern", unterstreicht die Handwerkskammer Koblenz.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses zur Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie wurde über den Entwurf abgestimmt. Bei der Abstimmung wurde die erforderliche qualifizierte Mehrheit weit übertroffen und damit die wichtigste Hürde im Höherstufungsverfahren genommen. Es gab 294 Ja-Stimmen für den Entwurf, 255 wären nötig gewesen. Nach Veröffentlichung im Gesetzblatt der Europäischen Union wird damit die Änderungsverordnung in Kraft treten.

Weitere Informationen zur EU-Abstimmung gibt die Handwerkskammer Koblenz,www.hwk-koblenz.de
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