PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 252780 (Handwerkskammer Koblenz)
  • Handwerkskammer Koblenz
  • Friedrich-Ebert-Ring 33
  • 56068 Koblenz
  • http://www.hwk-koblenz.de
  • Ansprechpartner
  • +49 (261) 398-161

Handwerk erwartet notwendigen Konjunkturschub

Frühjahrs-Konjunkturbericht des rheinland-pfälzischen Handwerks: Eingetrübte Stimmung / Erwartungen zeigen sich positiv

(PresseBox) (Koblenz/Rheinland-Pfalz, ) Das Stimmungsbild in den Handwerksbetrieben in Rheinland-Pfalz zeigt sich eingetrübt. Dies ist wesentlich auf zwei Ursachen zurückzuführen: der durch die weltweite Krise verursachte Auftragsrückgang und die allgemeine Verunsicherung der Kunden. Zusätzlich kommen nach dem langen Winter die Bau- und Ausbaubetriebe erst langsam wieder in Schwung.

Viele Konjunkturindikatoren haben sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Das führt auch zu einer negativen Entwicklung der Beschäftigungssituation. "Jetzt müssen die durch die Konjunkturpakete I und II vereinbarten Maßnahmen zügig umgesetzt werden, damit die Konjunktur belebt wird und vor allem Arbeitsplätze erhalten oder wieder besetzt werden können. Die Rahmenbedingungen, die durch Bund und Land gesetzt wurden, sind grundsätzlich positiv, aber sie müssen auch beim Handwerk ankommen", ziehen HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden ein Fazit aus dem Konjunkturbericht im Frühjahr 2009, den die Handwerkskammer Koblenz für die vier rheinlandpfälzischen Handwerkskammern in Kaiserslautern, Koblenz, Mainz und Trier erstellt. Rund 6.000 Betriebe haben sich an der Konjunkturumfrage beteiligt.

Derzeit sind 63 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrer Geschäftslage; im Vorjahr waren es noch 69 Prozent der befragten Handwerker. Auch die Erwartungen der Betriebe sind eher vorsichtig: Für das nächste Quartal hoffen 67 Prozent auf gute oder zufriedenstellende Geschäfte. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 76 Prozent.

Geschäftsklima - unterschiedliche Beurteilung im Land

Die Beurteilung der Geschäftslage fällt in den vier Kammerbezirken unterschiedlich aus. So liegt Koblenz mit 66 Prozent der Betriebe (2008: 67 %, Vorjahreswerte in Klammern), die sich positiv über ihre Geschäftslage äußern, über dem Landesdurchschnitt. In Mainz und Trier fallen die Beurteilungen mit 64 Prozent (69 %) und 63 Prozent (77 %) etwas geringer aus. Am stärksten wird der Rückgang der Konjunktur in diesem Frühjahr im Kammerbezirk Kaiserslautern wahrgenommen. Hier geben nur 59 Prozent der befragten Betriebe eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage an (69 %).

Auch in den einzelnen Handwerksbranchen hat sich die Beurteilung der Geschäftslage unterschiedlich entwickelt. Die Betriebe für den gewerblichen Bedarf wie Feinwerkmechaniker, Metallbauer oder Elektromaschinenbauer, die in den Vorjahren die beste Einschätzung abgegeben haben, zeigen einen deutlichen Einbruch. In dieser Gruppe melden landesweit nur noch 67 Prozent eine positive Geschäftslage gegenüber 86 Prozent im Vorjahr. Von den befragten Betrieben in den Bauhandwerken schätzen nur 54 Prozent (58 %), der Ausbauhandwerke 66 Prozent (70 %) ihre wirtschaftliche Situation positiv ein.

In der Kfz-Branche gibt es im ersten Quartal 2009 einen Zuwachs um 3 auf 59 Prozent - beeinflusst durch die Effekte aus der Umweltprämie. Die Unternehmen im Gesundheitsgewerbe sind weiter zurückhaltend, hier melden 60 Prozent (62 %) eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage. Auch bei den Befragten der Nahrungsmittelhandwerke sind die Einschätzungen der Geschäftslage rückläufig. Hier liegt der Anteil bei 60 Prozent, die eine befriedigende Geschäftslage melden (77 %). Die beste Einschätzung geben in diesem Frühjahr die heterogene Gruppe der personenbezogenen Dienstleistungen an. Bei diesen Betrieben melden aktuell 76 Prozent (75 %) eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage.

Anhaltender Nachfragerückgang - Auslastung sinkt

Während vor einem Jahr 63 Prozent der befragten Betriebe einen konstanten oder gestiegenen Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal angaben, sind es jetzt nur 53 Prozent. Bei dem Auftragseingang melden derzeit 52 Prozent einen Anstieg oder Stabilität gegenüber 60 Prozent im Vorjahr. Allerdings hat sich die durchschnittliche Auftragsreichweite von 5,5 Wochen im vergangenen Frühjahr auf aktuell 6,0 Wochen erhöht.

Die Auslastung im rheinland-pfälzischen Handwerk sinkt. Mit 44 Prozent geben aktuell noch nicht einmal die Hälfte der Befragten eine Auslastung ihrer Kapazitäten von über 70 Prozent an. Im letzten Frühjahr waren dies ebenfalls nur 49 Prozent. Am stärksten ausgelastet sind zurzeit die befragten Betriebe im Kammerbezirk Mainz und Trier, von denen 48 und 47 Prozent einen Auslastungsgrad von 70 bis 100 Prozent verzeichnen. Von den befragten Handwerkern in der Region Mittelrhein geben noch 45 Prozent eine zufriedenstellende Auslastung an, in der Pfalz sind es nur 41 Prozent. Der Auslastungsgrad ist in allen Handwerksbranchen gesunken. Am stärksten ausgelastet sind weiterhin die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (55 %), gefolgt von den Ausbauhandwerken (51 %) und den Gesundheitshandwerken (47 %).

Deutlicher Umsatzrückgang - Einkaufspreise entspannt

Die Umsatzentwicklung im rheinland-pfälzischen Handwerk zeigt sich deutlich rückläufig. Im Frühjahr 2009 geben nur 44 Prozent der Befragten höhere oder zumindest gleiche Einnahmen gegenüber dem Vorquartal an. Vor einem Jahr meldeten dies 54 Prozent. Umsatzeinbußen müssen mit 56 Prozent (2008: 46 %, 2007: 45 %) mehr als die Hälfte der Befragten hinnehmen. Die Umsatzerwartungen für das nächste Quartal sind etwas optimistischer. Von den Befragten rechnen 62 Prozent zukünftig mit höheren oder zumindest gleichen Umsätzen.

Die Preisentwicklung hat sich leicht entspannt. Durch die weltweite Krise haben sich die Preise auf dem Beschaffungsmarkt stabil gehalten bzw. reduziert. So gaben im Frühjahr 2008 noch 65 Prozent der Befragten gestiegene Einkaufspreise an, aktuell müssen 42 Prozent der Handwerksbetriebe gestiegene Einkaufspreise hinnehmen. Durch den Nachfragerückgang können im Frühjahr 2009 nur zwölf Prozent der Befragten höhere Absatzpreise bei ihren Kunden durchsetzen, im Vorjahr waren dies noch 17 Prozent.

Beschäftigungsmarkt angespannt - Investitionstätigkeit nur leicht rückläufig

Die Beschäftigungsentwicklung im rheinland-pfälzischen Handwerk war in den Vorjahren von hoher Konstanz geprägt. Jetzt zeigt sich eine leicht negative Entwicklung. 82 Prozent der befragten Betriebe nehmen im ersten Quartal dieses Jahres keine personellen Veränderungen vor (87 %), gleich bleibend fünf Prozent stellen Mitarbeiter ein und 13 Prozent bauen Stellen ab (8 %). 15 Prozent der Befragten befürchten, in den nächsten drei Monaten Mitarbeiter entlassen zu müssen (12 %), acht Prozent denken über Einstellungen nach (9 %). Hier müssen die konjunkturunterstützenden Maßnahmen schnell wirken, um die Negativbilanz umzukehren.

Leicht rückläufig, aber dennoch positiv ist die Investitionstätigkeit der Handwerksbetriebe im Land zu werten. Im Frühjahr 2009 investieren 26 Prozent der Befragten eine durchschnittliche Summe von 32.000 Euro (27 % - 36.000 Euro). 53 Prozent der Handwerksbetriebe haben ihre Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorquartal erhöht oder auf stabilem Niveau gehalten, im Vorjahr war dies bei 61 Prozent der Fall. Zukünftig erwarten noch 51 Prozent gleiche oder höhere Investitionen als im Vorquartal.

Handwerk stellt sich der Krise

"Auch wenn sich die einzelnen Konjunkturindikatoren im Frühjahr 2009 abgeschwächt haben, blicken wir wie unsere Handwerksbetriebe zuversichtlich in die Zukunft", so die Spitze der HwK Koblenz. Zwei Drittel der Befragten des rheinland-pfälzischen Handwerks gehen zukünftig von einer zufriedenstellenden Geschäftslage aus. "Das Handwerk muss die Krise gemeinsam meistern. Viele Betriebe sind durch die gute und kontinuierliche Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte und Schaffung individueller Lösungen für ihre Kunden für die Zukunft gut aufgestellt", wissen Scherhag und Baden. "Diese Stärken des Handwerks gilt es jetzt gezielt einzusetzen und zu nutzen." Die Handwerkskammern in Rheinland-Pfalz unterstützen ihre Mitgliedsbetriebe mit einem umfassenden Beratungs- und Weiterbildungsangebot sowie mit umfangreichen kostenfreien Dienstleistungen.

Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.