Handwerk in Berlin und Brandenburg: Krise überwunden -Fachkräfte dringend gesucht

(PresseBox) ( Frankfurt (Oder), )
Eine verbesserte Auftragslage und positive Beschäftigungsentwicklung: Das Handwerk der Region ist überwiegend positiv gestimmt. Das ergab die erste gemeinsame Sonderumfrage der Handwerkskammern in Berlin und Brandenburg. Die Umfrage zeigt aber auch: Die Betriebe in der Region kämpfen bereits heute mit den Folgen des demographischen Wandels. Zahlreiche Handwerksbetriebe haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Rund 80 Prozent der Handwerksbetriebe in der Region Berlin-Brandenburg beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als zumindest zufriedenstellend, darunter 27 Prozent sogar als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen liegt insgesamt mit 7 Punkten im Plus. "Die Stimmung der Berliner und Brandenburger Handwerksbetriebe ist überwiegend positiv, die Wirtschafts- und Finanzkrise scheint weitgehend überwunden", so Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin. "Mehr Aufträge und mehr Einstellungen im ersten Halbjahr wirken sich vor allem im Baubereich aus." Die Entwicklung in den verschiedenen Handwerksbereichen sei sehr unterschiedlich: "Während im Bauhauptgewerbe die aktuelle Lage überdurchschnittlich bewertet wurde - 85 Prozent der Betriebe ordnen die Geschäftsergebnisse als zumindest zufriedenstellend ein - erreichen diesen Grad der Zufriedenheit nur 60 Prozent der Betriebe aus dem Gesundheitsgewerbe bzw. 69 Prozent aus dem Nahrungsmittelgewerbe", so Wittke weiter. Allgemein entwickeln sich die Umsätze weniger zufriedenstellend, der Saldo aus positiven und negativen Meldungen liegt mit 12 Punkten im Minus.

Ein positives Zeichen setzen die Betriebe in Bezug auf die Beschäftigung. Mehrheitlich haben sie ihren Personalstamm gehalten, 15 Prozent haben sogar aufgestockt. "Nach wie vor setzen die Betriebsinhaber alles daran, ihre qualifizierten Mitarbeiter so lange wie möglich im Betrieb zu halten", so Horst Freimann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus. "Auch hier kann das Bauhauptgewerbe mit den besten Werten aufwarten - 23 Prozent aller Befragten haben Personal aufgestockt. Aber auch im Ausbaugewerbe, im Handwerk für den gewerblichen Bedarf und im Kraftfahrzeuggewerbe stehen die Zeichen auf Aufstockung." Auch die Beschäftigungsaussichten der Betriebe geben Anlass zu Optimismus: 18 Prozent aller befragten Handwerksbetriebe der Region Berlin-Brandenburg sehen auch in den kommenden Monaten Chancen, zusätzlich Personal einzustellen.

Jeder vierte Handwerksbetrieb hat zurzeit offene Stellen zu besetzen, gesucht werden vor allem Fachkräfte. Rund 70 Prozent der Betriebe in der Region Berlin-Brandenburg, die über offene Stellen verfügen, benötigen gut ausgebildetes Personal, 47 Prozent sind auf der Suche nach Auszubildenden. "In allen Gewerken und Regionen sind zu Beginn des neuen Lehrjahres noch zahlreiche Ausbildungsplätze frei. Gut ausgebildetes Fachpersonal wird besonders im Baubereich und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf gesucht", so Dr. Wolfgang König, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam. Zur langfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs setzt das Handwerk vorrangig auf eine intensive Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter (46 Prozent) sowie auf die Nachwuchskräftesicherung durch eigene Ausbildung (39 Prozent). "Unsere Umfrage zeigt: Das Handwerk in Berlin und Brandenburg setzt vor allem auf Eigeninitiative. Die Betriebe sind bereit, aktiv etwas gegen den drohenden Fachkräftemangel zu tun", so Wolfgang König.

Knapp zwei Drittel der befragten Ausbildungsbetriebe beabsichtigen, im kommenden Ausbildungsjahr die Zahl ihrer Lehrlinge stabil zu halten, rund 16 Prozent wollen sogar mehr Lehrlinge ausbilden. Der am häufigsten genannte Grund für die Nichtbesetzung offener Lehrstellen ist die mangelnde Qualifikation der Bewerber. "Unsere Handwerksbetriebe lassen sich von der demographischen Entwicklung nicht beirren, die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist nach wie vor hoch", so Wolfgang Zithier, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt/Oder. "Die Lehrstellenangebote sind da, alle interessierten und motivierten jungen Leute sind aufgerufen, die Chance zu nutzen und sich um eine Ausbildung im Handwerk zu bewerben."
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