Ehlert: Unser Standortvorteil heißt Berufliche Bildung

(PresseBox) (Düsseldorf, ) .

- Meisterfeier: Kammerpräsident Andreas Ehlert fordert Qualitätsoffensive an den Schulen in Nordrhein-Westfalen
- Bundesbildungsministerin Wanka: Duales System bedarf nicht nachlassender Aufmerksamkeit

Im Rahmen seiner Grußansprache anlässlich der 68. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf vor mehr als 2.500 Teilnehmern würdigte Präsident Andreas Ehlert zunächst die Leistungen der frischgebackenen 942 Jungmeisterinnen und Jungmeister. Diese seien zu „großartigen Botschaftern des Handwerks" geworden. Und in Anspielung auf den Untertitel der aktuellen Cranach-Ausstellung im Düsseldorfer Museum Kunstpalast – „Meister Marke Moderne" – lobte Ehlert: „Mit dieser Fortbildung haben Sie Modernität und Marktreife bewiesen."

Auch der Festrednerin auf der grössten Saalveranstaltung des Handwerks, Professorin Johanna Wanka zollte Ehlert in seiner Grußansprache Anerkennung; die Bundesministerin für Bildung und Forschung habe in ihrer politischen Schwerpunktsetzung das duale System der beruflichen Bildung in Deutschland gestärkt und „massgebliche Entscheidungen zugunsten des Handwerks realisiert." Wanka habe „wiederholt Position gegen die OECD bezogen", angesichts deren jahrelanger Forderungen nach höheren Abiturienten- und Studenten-quoten. „Forderungen, die zugleich einhergegangen sind mit einer tendenziellen Geringschätzung der beruflichen Bildung," so Ehlert. „die Entscheidung für einen beruflichen Weg ist ausdrücklich kein Bildungsabstieg, sondern ein Standortvorteil", betonte Ehlert unter Applaus. die Ministerin habe ferner wichtige finanzielle Verbesserungen beim Meisterbafög durchgesetzt, die staatliche Forschungs- und Innovationsförderung auch auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten, Digitalisierung des Handwerks gefördert und – so Ehlert - „erfolgreiche Projekte zur sprachlichen und beruflichen Integration von Flüchtlingen auf den Weg gebracht".

Ehlert machte jedoch auch deutlich, dass es Gründe gebe, sich um das Berufliche Bildungswesen in Deutschland ernsthafte Sorgen zu machen. So habe die EU-Kommission in Brüssel ein sogenanntes „Dienstleistungspaket" auf den Weg gebracht, das, konsequent zu Ende gedacht, in mittel- und langfristiger Perspektive das Aus für den Meisterbrief als Voraussetzung für eine Selbstständigkeit im Handwerk bedeuten würde. Eine Berufsreglementierungs-Richtlinie sehe „uferlose Verhältnismäßigkeitsprüfungen" vor, die eine Novellierung von Meister- und Ausbildungsordnungen künftig massiv erschwere oder gar verhindere. Ehlert: „Das ist ein Frontalangriff auf die Meisterqualifikation und die Berufsausbildung. Hände weg vom Meisterbrief! Hände weg von der beruflichen Bildung. Und notfalls Rote Karte für die EU-Kommission", so die energische Forderung des Kammerpräsidenten.

Auch der Schulpolitik der Landesregierung attestierte Ehlert erhebliche Defizite. Zu viele Schulabgänger seien nicht ausbildungsreif. Dringend notwendig sei eine „Qualitätsoffensive an den allgemeinbildenden Schulen: weniger Unterrichtsausfall, kleinere Klassen und besser fortgebildete Lehrer, um nur wenige einschlägige Stichworte zu nennen," mahnte Ehlert. All dies gelte auch für die Berufskollegs, die zudem noch ganz besonders unter hohem Unterrichtsausfall und einem gravierenden Fachlehrermangel litten. Auch die von der Politik oft beschworene Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sei „noch nicht erreicht. Es hagelt Milliarden für die Unis und tröpfelt Milliönchen für die dualen Bildungsstätten". Dem Staat sei ein Bachelor für „Angewandte Freizeitwissenschaft" offenbar mehr wert als eine Kfz-Technikermeisterin, kommentierte Ehlert die Schieflage pointiert.

Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka bezog erneut Position gegen die Klassifizierung von dual Ausgebildeten aus Akademikerfamilien als „Bildungsabsteiger" durch die OECD. „Das schadet den Bemühungen, den dualen Berufsbildungsweg zu stärken, und darf nicht so bleiben", stellte wertschätzende Äußerungen an die Adresse des neuen Meisterjahrgangs für Rheinland und Ruhrgebiet in den Mittelpunkt ihrer Rede: „Sie haben die Basis für ein erfolgreiches, selbstbestimmtes und verantwortungsträchtiges Leben gelegt. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Weg!" Für eine gute Zukunft der dualen Bildung in Deutschland bedürfe es einer „nicht nachlassenden Aufmerksamkeit und Gemeinschaftsanstrengung auf allen politischen Ebenen und in der Gesellschaft".vvv

Handwerkskammer Düsseldorf (HWK)


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