Stimmung im Handwerk immer noch gut / Belastungen durch Bürokratiezuwachs und höhere Einkaufspreise

Herbst-Konjunkturanalyse der Handwerkskammer Dresden

(PresseBox) ( Dresden, )
In der Krise zeigt sich das Handwerk außerordentlich robust und verzeichnet eine überwiegend positive Stimmungslage. Das geht aus der Herbst-Konjunkturanalyse der Handwerkskammer Dresden hervor. Demnach schätzen 90 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als "gut" oder "zufrieden stellend" ein. Konkret bezeichnen 51 Prozent der Unternehmer ihre Geschäftslage als "gut". 39 Prozent sind "zufrieden". Nur zehn Prozent der Befragten beurteilen die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als "schlecht". Damit hat sich die Stimmungslage im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt. Bei der Herbst-Konjunkturanalyse 2011 hatten 56 Prozent der Befragten eine "gute" Geschäftslage verzeichnet, immerhin fünf Prozent mehr als in diesem Jahr.

Der Blick in die Zukunft ist bei den meisten Unternehmern weiterhin zuversichtlich: Mit Blick auf das Jahresende erwarten nur acht Prozent eine Verschlechterung. Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden: "Das Handwerk bietet in unsicheren Zeiten Werterhaltung und Werterhöhung - zum Beispiel bei Immobilien. Genau darauf setzen offenbar viele Kunden. Zumindest ein Teil des Handwerks kann davon profitieren. Mit seinen regionalen Wertschöpfungsketten erweist sich das Handwerk als Stabilisator der Wirtschaft."

Auftragslage und Umsatz entwickelten sich der Umfrage zufolge positiv. Gegenwärtig schätzen drei von vier Betrieben die Auftragslage als "normal" und 10 Prozent als "überdurchschnittlich" ein. 59 Prozent der Befragten rechnen mit gleich bleibenden Umsätzen in den nächsten Monaten, 22 Prozent erwarten Steigerungen. Gleichwohl geht inzwischen jeder fünfte Handwerksbetrieb (19 Prozent) davon aus, dass künftig die Umsätze sinken. Während die Baubranche überwiegend positiv in die Zukunft schaut, deuten sich bei den Betrieben des Kfz-Handwerks und des Gesundheitshandwerks rückläufige Umsätze an.

Die Beschäftigungssituation hat sich nur geringfügig verändert. 14 Prozent der Betriebe erhöhten ihren Personalstamm, 76 Prozent hielten ihn konstant, jeder zehnte Betrieb baute Mitarbeiter ab.

Dämpfer verursachen die zunehmenden bürokratischen Belastungen und die steigenden Einkaufspreise für viele Handwerksbetriebe. Die Handwerkskammer Dresden warnte vor Belastungen durch zusätzliche Richtlinien auf nationaler und europäischer Ebene und erneuerte ihre Forderung, die Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge abzuschaffen. "Durch die 2005 eingeführte Regelung zur Vorfälligkeit von Sozialversicherungsbeiträgen müssen Handwerksbetriebe doppelt so viele Lohnabrechnungen vornehmen. Das ist unzumutbar und muss abgeschafft werden", so Dittrich.

Mit Sorge werden auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise betrachtet, die Handwerksbetriebe immer stärker belasten. So gibt es in Deutschland zwar mehr als 700 Unternehmen, die nicht die volle Ökostrom-Umlage zahlen müssen, aber Handwerksbetriebe spüren die Erhöhungen 1:1. "Denkbar ist im Sinne unserer Handwerksbetriebe eine Senkung der Stromsteuer ebenso wie eine Reform der EEG-Umlage. Entscheidend ist, dass nicht die kleinen Betriebe und Privatverbraucher die Kosten für mehr Klimaschutz tragen und die großen Energieverbraucher verschont werden", sagt Handwerkskammerpräsident Dittrich.
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