Michael Glos: Dem Handwerk kommt in der Finanzkrise eine Schlüsselrolle zu

Bundeswirtschaftsminister sprach sich für deutliche Erhöhung des Handwerkerbonus aus

(PresseBox) ( Dortmund, )
"Gerade in der Finanzkrise kommt dem Handwerk eine Schlüsselrolle zu. Wir müssen das Handwerk stark halten. Hier werden rund 8,4 Prozent der Bruttowertschöpfung erwirtschaftet. Fast fünf Millionen Menschen arbeiten im Handwerk. Die Renditen in der Finanzwirtschaft müssen erst hart an den Werkbänken, Fließbändern und Ladentheken verdient werden. Das ist in den letzten Jahren oft in Vergessenheit geraten."

Dies unterstrich Michael Glos, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, beim "Treffpunkt Handwerk" der Handwerkskammer (HWK) Dortmund am Dienstagabend. Auf Einladung von Handwerkspräsident Otto Kentzler nahm Glos vor rund 300 Obermeisterinnen und Obermeistern aus dem Kammerbezirk sowie Repräsentanten aus Politik und Verwaltung zur Mittelstandspolitik der Bundesregierung Stellung. Der Bundeswirtschaftsminister weiter: "Jetzt geht es darum, die Folgen der Finanzkrise für Handwerk und Mittelstand zu begrenzen. Ich fordere deshalb: Runter mit Steuern und Abgaben! Im Vordergrund steht dabei für mich die Korrektur der so genannten kalten Progression. Davon würden gerade die unteren Einkommensschichten profitieren. Zudem steht die Neufassung der Erbschaftssteuer auf der Agenda. Hier lautet meine Forderung: Familiengeführte Unternehmen, gerade im Handwerk, müssen auch in Zukunft eine Chance haben." Glos machte abschließend deutlich, dass er sich für eine signifikante Erhöhung des Steuerbonus auf Handwerkerleistungen von 600 auf 1.200 Euro einsetzen werde: "Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir stärken die Nachfrage beim Handwerk und bekämpfen Schwarzarbeit."

Kentzler hatte bereits in seiner Begrüßung betont: "Fünf Millionen Menschen sind im Deutschen Handwerk beschäftigt, 160.000 davon allein im Kammerbezirk Dortmund. Menschen, die - egal ob Geselle oder Handwerksunternehmer - jetzt auf beherzte Entlastungsmaßnahmen und Vertrauen schaffende Wachstumssignale der Bundesregierung hoffen. Denn die drohenden Auswirkungen der Finanzkrise und die schlechten Konjunkturprognosen betreffen das Handwerk in besonderem Maße. Das Handwerk leidet darunter, wenn sich der Export abschwächt, Investitionen ausbleiben, Verunsicherung

Kentzler dankte Glos, der selbst gelernter Handwerksmeister ist, für sein großes Engagement für den Mittelstand. Der Handwerkspräsident appellierte aber auch an ihn, gerade in Zeiten der Verunsicherung alles daran zu setzen, das Vertrauen des Mittelstandes und der Bürger zu stärken. Kentzler: "Eine Blitzumfrage unter 1.000 Handwerksunternehmen im Kammerbezirk Dortmund hat gezeigt, dass die Verunsicherung durch die Finanzkrise schon voll auf die Realwirtschaft durchschlägt: Mehr als 50 Prozent berichteten von einer gesunkenen Nachfrage seit Anfang Oktober, fast 20 Prozent von Auftragsstornierungen oder höheren Kosten für Kredite. Deutschland braucht jetzt aber keine teuren Konjunkturprogramme, die nur Strohfeuer entzünden. Deutschland braucht Wachstumsimpulse, die nachhaltig dabei helfen, die Konjunktur anzukurbeln und so für Beschäftigung zu sorgen." Seine klaren Forderungen an die Bundesregierung: "Mehr Netto vom Brutto" gerade für kleine und mittlere Einkommen, die sofortige Senkung des Solidaritätszuschlags von 5,5 auf 3,3 Prozent, ein erweiterter Steuerbonus auch für Handwerkerleistungen und die Einführung einer Energiesparprämie.

Angesichts der Diskussionen um "kurzsichtige", auf schnellen Gewinn spekulierende Bankmanager hob Kentzler die stabilisierende Kraft des Handwerks für Wirtschaft und Gesellschaft hervor: "Handwerksunternehmer übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und denken und planen langfristig. Handwerk findet man darüber hinaus in allen Lebensbereichen: Ohne Handwerk geht es nicht. Wenn im US-Wahlkampf mit Klempner Joe ein Handwerker und Durchschnittsbürger ins Rampenlicht rückt, dann wird aber auch etwas anderes deutlich: Ohne Handwerk kann man keine Wahlen gewinnen. Auch nicht in Deutschland!"
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