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Pressemitteilung BoxID: 237659 (Handwerkskammer Berlin (HWK) Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk)
  • Handwerkskammer Berlin (HWK) Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien im Handwerk
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Berliner Wirtschaft unterstützt Schulreform

(PresseBox) (Berlin, ) Die IHK Berlin und die Handwerkskammer Berlin sehen mit dem heutigen Senatsbeschluss die Schulstrukturreform auf einem guten Weg. Künftig soll es neben dem Gymnasium nur noch eine einheitliche Sekundarschule geben, die ab Klasse 7 allen Schülern offen steht - mit der Möglichkeit, die Schule bis zum Abitur zu besuchen.

"Es ist gut, dass Bildungssenator Zöllner den Gordischen Knoten des mehrgliedrigen Schulsystems durchschlagen hat und Berlin künftig wie das Nachbarland Brandenburg und andere Bundesländern mit zwei Schulformen auskommt", betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. Dies entspreche einer langjährigen Forderung der IHK. Die Berliner Wirtschaft stehe auch hinter den pädagogischen Reformbausteinen, mit denen mehr Jugendliche zu einem Schulabschluss geführt werden sollen, so Eder weiter.

Der Ansatz sei richtig, über individuelle Förderung und sozialpädagogische Begleitung in Ganztagsschulen auch unabhängiger von sozialen Milieus zu werden, erläuterte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Jürgen Wittke. Dieser müsse allerdings auch konsequent umgesetzt werden. Nur dann führe die neue Schulstruktur zu einer Verbesserung der Situation und sei mehr als nur ein altes System unter neuer Überschrift. "Wir unterstützen ausdrücklich die Vorschläge zur Praxisorientierung und zum Dualen Lernen für alle Schüler. Mit so genannten Praxisklassen oder durch unterrichtsbegleitende Praktika können Problemschüler wieder an einen regelmäßigen Tagesablauf und damit an den Spaß am Lernen herangeführt werden. Wir werden unsere Betriebe motivieren, genügend Praktikumsplätze für diesen Zweck bereit zu stellen," so Wittke.

Allerdings gibt es aus Sicht der Wirtschaft auch kritikwürdige Punkte. So sei es falsch, die Gemeinschaftsschulen nicht in die neue Sekundarschule zu integrieren. "Hier fehlte es offensichtlich an Mut und Konsequenz, dieses ideologische Experiment zu beenden", kritisierte Eder. Aus Sicht der Wirtschaft fehle es auch an einem durchdachten Konzept zur besseren Verankerung von Berufsorientierung in den Unterricht. Hierzu müssten die Schulen auch personell entsprechend ausgerüstet werden. "Eine gute Schulstrukturreform muss auch die Schnittstelle zur beruflichen Bildung im Blick haben", so Eder. Zu viele Jugendliche würden die Schule verlassen, ohne auch nur ansatzweise eine Vorstellung davon zu haben, wie vielfältig und chancenreich die Berufswelt sei.