Plenum beschließt über Fortführung des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts

Handelskammer will außerdem Forschung zur Kolonialgeschichte unterstützen

(PresseBox) ( Hamburg, )
Die Handelskammer Hamburg bekennt sich zu ihrer Verantwortung als Gesellschafter des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) und wird zudem mit einem Findbuch und einer Vortragsreihe die Forschung zur Aufarbeitung der Hamburger Kolonialgeschichte unterstützen. Diese beiden Beschlüsse wurden mit großer Mehrheit in der heutigen Sitzung des Plenums der Handelskammer gefasst.

HWWI: Gemeinsame Fortführung mit Helmut-Schmidt-Universität (HSU) als neuem wissenschaftlichen Partner

Das Plenum hat beschlossen, dass die Handelskammer auch zukünftig das HWWI als Leuchtturm der angewandten wirtschaftswissenschaftlichen Forschung in Hamburg unterstützen wird. Dazu wird die Handelskammer interimistisch die bisherigen Anteile der Universität Hamburg an der HWWI gGmbH für einen Euro übernehmen. Bis spätestens Ende 2017 ist geplant, mindestens einen neuen Mitgesellschafter für das Institut zu gewinnen. Präses Melsheimer: „Wir respektieren den Wunsch der Universität nach einem Ausscheiden aus dem Gesellschafterkreis und freuen uns über die Bereitschaft der Helmut- Schmidt-Universität, künftig als wissenschaftlicher Partner zu fungieren.“ Deren Volkswirte werden in bundesweiten Rankings als beste Forscher ihrer Disziplin in Hamburg genannt. Die HSU wird sich auch finanziell beim HWWI engagieren – etwa in derselben Größenordnung wie bisher die Universität Hamburg.

Als Bestandteil der Restrukturierung wurde die Wirtschaftsplanung des HWWI für die kommenden drei Jahre um wesentliche Kostenpositionen reduziert und die Umsatzplanung kritisch überprüft. Zudem beteiligt sich der Senat finanziell an einem Umschuldungskonzept. Bislang hat die Handelskammer über die vertraglich vereinbarten jährlichen Zuwendungen hinaus keinerlei Verluste beim HWWI ausgeglichen. Auf der Grundlage der jetzt getroffenen Beschlüsse ist das auch weiterhin nicht vorgesehen.

Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer zum Beschluss des Plenums: „Das Alleinstellungsmerkmal des HWWI ist es, globale Entwicklungen auf Implikationen für den Standort Hamburg und die Hamburger Wirtschaft hin zu analysieren. Seine Arbeit ist außerordentlich wertvoll für den Wirtschaftsstandort Hamburg und seine Unternehmen“, erklärte Melsheimer.

Hamburger Kolonialgeschichte: Umfassendes Quellenverzeichnis von allen Archivbeständen und Vortragsreihe geplant

Die Handelskammer will einen eigenen Beitrag zum aktuellen Forschungsprojekt der Universität Hamburg zur Aufarbeitung der Rolle der Stadt während der deutschen Kolonialzeit leisten. Um der Forschung den bestmöglichen Zugang zu den Quellen der Handelskammer zu ermöglichen und um Transparenz über das vorhandene Material über die Kolonialzeit zu schaffen, hat das Plenum beschlossen, ein sogenanntes „Findbuch“ zu erstellen, das alle vorhandenen Akten im eigenen Archiv sowie bei der Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv erfasst. Weil die Unterlagen sehr umfangreich sind und zum Teil noch systematisch erfasst werden müssen, wird die Kammer damit einen externen Dienstleister beauftragen.

Darüber hinaus beschlossen die Unternehmensvertreter, Vortragsveranstaltungen zu Einzelaspekten der kolonialen Vergangenheit Hamburgs in den eigenen Räumen durchzuführen. Die Themen dieser Vorträge könnten an die aktuellen Forschungsthemen der im Juli 2014 mit der Aufarbeitung beauftragten Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung“ anknüpfen.

„Als wichtigster deutscher Außenhandelsplatz hat Hamburg bei der Entwicklung des deutschen Kolonialismus naturgemäß eine Vorreiterrolle gespielt“, sagte Präses Fritz Horst Melsheimer in der Plenarsitzung. Deshalb sei die Handelskammer sehr an einer umfassenden Untersuchung der kolonialen Vergangenheit sowohl der eigenen Institution als auch der Hamburger Wirtschaft insgesamt interessiert.

Jahresabschluss genehmigt

Im Übrigen wurde im Rahmen der Sitzung der Jahresabschluss 2015 verabschiedet und Präsidium und Hauptgeschäftsführer Entlastung erteilt.
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