Kooperation zwischen Grüner Strom Label e.V. und ASEW endet

Ökostrommarke energreen trägt ab dem 1. Januar 2013 nicht mehr das Grüner Strom Label / Stadtwerke können ihr Ökostromprodukt in eine direkte Zertifizierung beim Grüner Strom Label überführen

Bonn, (PresseBox) - Zum 31. Dezember 2012 endet die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Grüner Strom Label e.V. (GSL) und der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung im VKU (ASEW). Die Ökostrommarke energreen, die von der ASEW derzeit gebündelt zertifiziert und von mehr als fünfzig Stadtwerken vertrieben wird, trägt damit ab dem 1. Januar 2013 nicht mehr das Grüner Strom Label. Grund dafür ist der neue GSL-Kriterienkatalog, den die ASEW nicht als Grundlage der weiteren Zertifizierung angenommen hat.

"Die Kriterien für die Zertifizierung werden beim Grüner Strom Label in regelmäßigen Abständen überprüft. Vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen in der Ökostromzertifizierung, der Entwicklungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz und des sich wandelnden energiewirtschaftlichen Kontextes wurde der seit 2008 gültige Katalog den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Die zertifizierten Energieanbieter wurden konsultierend einbezogen und die meisten von ihnen sehen kein Problem darin, die Anpassungen mitzutragen", erläutert die GSL-Vorsitzende Rosa Hemmers. "Dass die ASEW die Zusammenarbeit beendet, bedauern wir, denn Stadtwerke sind für uns wichtige Partner für eine dezentrale und demokratische Energiewende. Den Stadtwerken, die bisher über den energreen-Verbund zertifiziert werden, bieten wir an, ihr Ökostromprodukt mit einem eigenen Namen auf Basis unserer neuen Kriterien zukünftig direkt bei uns zertifizieren zu lassen. So können sie auch in Zukunft das von einer breiten Allianz anerkannter Umwelt- und Verbraucherorganisationen getragene Gütesiegel für ihre Produkte nutzen."

Der Fokus der GSL-Zertifizierung liegt auch mit den neuen Kriterien darauf, dass ein fester Betrag je Kilowattstunde in den Ausbau erneuerbarer Energien fließt. Neben konkreten Ökokraftwerken können die Energieanbieter ab sofort verstärkt innovative Maßnahmen fördern, die für die Energiewende eine zentrale Rolle spielen. Damit erfüllen GSL-zertifizierte Produkte weiterhin die wichtigste Erwartung, die Verbraucher an Ökostrom stellen: Dass sie mit dem Bezug von Ökostrom aktiv und nachweislich zum Ausbau erneuerbarer Energien beitragen. Nicht alle Ökostromsiegel werden diesem Anspruch gerecht, wie jüngste Untersuchungen von Stiftung Warentest und ÖKO-TEST einmal mehr bestätigen.

In Bezug auf die vorhandenen Kundengelder, die die energreen-Stadtwerke über den festgelegten Betrag je Kilowattstunde bisher eingenommen haben, bietet der Grüner Strom Label e.V. der ASEW an, dass die Mittel noch bis Ende 2014 in erneuerbare Projekte investiert werden können. Die Investitionen werden von einem unabhängigen Institut überprüft und vom Grüner Strom Label e.V. transparent kommuniziert.

Die Kunden der GSL-zertifizierten Produkte fördern jedoch nicht nur neue Ökokraftwerke, sondern werden weiterhin auch mit Ökostrom aus bereits existierenden Kraftwerken physisch beliefert. In diesem Punkt wurde in den GSL-Kriterien eine Ausnahmeregelung gestrichen, nach der die Anbieter für Produkte mit geringen Absatzmengen bisher nicht zwingend Ökostrom beschaffen mussten. Diese Ausnahmeregelung ist aus Sicht des Grüner Strom Label e.V. nicht mehr erforderlich, da heute auch kleinere Mengen in der entsprechenden Qualität beschafft werden können. Zudem können Einkaufsgemeinschaften für Ökostrom gebildet werden, was einige Unternehmen im Rahmen der GSL-Zertifizierung bereits praktizieren.

Ein Kriterium, das in der GSL-Zertifizierung seit jeher verankert war und nun nochmals bekräftigt wurde, ist der Ausschluss von Anbietern, die direkt an einem Atomkraftwerk beteiligt sind. "Von den mehr als fünfzig Stadtwerken, die über den energreen-Verbund zertifiziert werden, betrifft dies die Stadtwerke Bielefeld", so Rosa Hemmers. "Wir haben in diesem Fall bisher eine Ausnahme gemacht, da es sich bei Grohnde um einen Altbestand handelt und weil das Unternehmen insgesamt eine auf Nachhaltigkeit und Ausbau der erneuerbaren Energien ausgerichtete Unternehmenspolitik verfolgte. Inzwischen ist eine solche Kraftwerksbeteiligung aber nicht mehr nötig, der Markt gibt es her, dass man sich von einer solchen Beteiligung trennt. Nach intensiver Beratung haben sich die GSL-Trägerverbände deshalb dafür entschieden, die Ausnahmeregelung nicht zu verlängern."

In einem weiteren Punkt, der zwischen GSL e.V. und ASEW diskutiert wurde, haben sich die Kriterien nicht geändert: Bereits seit Jahren besteht die Möglichkeit, den Förderbetrag, der in erneuerbare Energien investiert werden muss, auf einen Cent je Kilowattstunde abzusenken beziehungsweise ihn diesem Mindestbetrag anzunähern. "Damit verfolgen wir nicht etwa das Ziel, dass weniger Geld in die Energiewende fließt", betont Rosa Hemmers. "Ziel ist, dass durch attraktive Ökostromprodukte möglichst viele Kunden einen moderaten Förderbetrag leisten. Unsere Erfahrung zeigt, dass Anbieter durch eine marktgerechtere Produktgestaltung oft zahlreiche Neukunden gewinnen. Unter dem Strich steht dann mehr Geld für erneuerbare Energien zur Verfügung als zuvor."

Grüner Strom Label e.V.

Das Grüner Strom Label kennzeichnet Ökostromprodukte mit zusätzlichem Umweltnutzen. Das Label wird getragen von sieben gemeinnützigen Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden sowie Friedensorganisationen. Zentrales Kriterium der Zertifizierung ist, dass die Stromanbieter mit einem festen Betrag je verkaufter Kilowattstunde Ökostrom den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Bisher konnten so rund 850 Erneuerbare-Energie-Anlagen realisiert und co-finanziert werden.

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