PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 129552 (Greenpeace e. V.)
  • Greenpeace e. V.
  • Große Elbstraße 39
  • 22767 Hamburg
  • http://www.greenpeace.de/
  • Ansprechpartner
  • +49 (631) 310 90 224

Keine neuen Klimakiller in Deutschland!

Kaiserslautern: Greenpeace protestiert gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke

(PresseBox) (Hamburg, ) Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Kaiserslautern protestieren am morgigen Samstag gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland. Passanten haben ab 11 Uhr die Möglichkeit, den Protest in der Kaiserslauterner Fußgängerzone (vor Juwelier Christ) mit ihrer Unterschrift gegen den Ausbau des besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerks in Boxberg/Sachsen zu unterstützen.

Die Energiekonzerne in Deutschland wollen in den nächsten Jahren 25 Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 24.000 Megawatt bauen. Im Brennpunkt der aktuellen Debatte steht unter anderem ein von Vattenfall geplantes, besonders klimaschädliches Braunkohlekraftwerk in Boxberg/Sachsen. 36 Greenpeace-Kletterer hatten am vergangenen Montag sieben Kräne auf der Baustelle für den Block R dieses Kraftwerks bestiegen und gegen das Projekt protestiert.

"Solche Kohlendioxidschleudern konterkarieren jegliche Anstrengungen zum dringend notwendigen Klimaschutz", sagt Antoine Pfister, Klima-Ansprechpartner bei der Greenpeace-Gruppe Kaiserslautern. "Der Klimawandel gefährdet Menschen bereits jetzt weltweit und bedroht künftige Generationen. Das Regierungspräsidium Dresden muss für Boxberg einen sofortigen Baustopp verhängen und auch die anderen geplanten Kohlekraftwerke dürfen nicht gebaut werden."

Greenpeace hatte in der vergangenen Woche beim Regierungspräsidium Dresden einen Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung für den Block R des Vattenfall-Kraftwerks im sächsischen Boxberg gestellt und gleichzeitig beantragt, einen Baustopp zu verhängen. Die Umweltschutzorganisation begründet dies mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die zunehmende Geschwindigkeit des Klimawandels. Da der Energiekonzern Vattenfall die Anlage mit dem besonders klimaschädlichen Brennstoff Braunkohle betreiben will, ist sie nach Ansicht von Greenpeace nicht mehr vertretbar. Zudem widerspricht der Neubau des Kraftwerks den Klimaschutzzielen der Bundesregierung und dem internationalen Abkommen von Kyoto.

Nach Auffassung von Greenpeace sind die Voraussetzungen für die Ende 2006 erteilte Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz nicht mehr gegeben und weitere Baumaßnahmen am Block R des Braunkohlekraftwerks Boxberg illegal. Allein dieser Block soll jährlich 4,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Das entspricht den Kohlendioxidemissionen des mittelamerikanischen Staates Costa Rica. Derzeit erbringt das Kraftwerk eine Leistung von 1.900 Megawatt. Mit dem zusätzlichen Block R sollen im Jahr 2011 weitere 675 Megawatt ans Netz gehen. Dafür soll der 1990 stillgelegte Tagebau Reichwalde extra wieder in Betrieb genommen werden. Mit CO2-Emissionen von 924 Gramm pro Kilowattstunde Strom wird das Kraftwerk das Klima mehr als doppelt so stark schädigen wie ein modernes Gaskraftwerk.

Anstatt in neue Kohlekraftwerke zu investieren, fordert Greenpeace ein verstärktes Engagement der Energieversorger in Erneuerbare Energien. Diese sind ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz und verhindern die Entstehung des Treibhausgases CO2. Ein von Greenpeace vorgelegter Masterplan für die weltweite Energieerzeugung mit Erneuerbaren Energien sowie ein Szenario für Deutschland belegen, dass der Klimawandel vermieden werden kann bei gleichzeitigem Verzicht auf mehrere Kohlekraftwerke und Atomkraft. Wie einfach Stromkunden zu einem seriösen Ökostromanbieter wechseln können, zeigt das Aktionsbündnis "Atomausstieg selber machen" auf seiner Internetpräsenz www.atomausstieg-selbermachen.de.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.