Staatssekretär Machnig fordert Konsens aller Beteiligten über die Zukunft von Grammer

Amberg / Berlin, (PresseBox) - .

- Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie besucht Grammer Produktion in Haselmühl

- Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und Vorstand über mögliche Auswirkungen des Engagements der Familie Hastor

- Sorge um die weitere Entwicklung des Unternehmens und die Arbeitsplätze

- Machnig fordert Einigung aller Beteiligten auf eine tragfähige Lösung im Konsens mit den Beschäftigten

Am heutigen Freitag besuchte der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Matthias Machnig, das Werk Haselmühl des börsennotierten deutschen Automobilzulieferers Grammer. An dem Standort in der Nähe von Amberg entwickelt und produziert das Unternehmen innovative Sitze und Sitzsysteme für den Lkw-Bereich sowie für Offroad-Fahrzeuge.

Aktuelle Entwicklungen bei Grammer im Mittelpunkt

Der Besuch im Stammwerk bei Amberg erfolgte in einer kritischen Phase für das Unternehmen. Die Familie Hastor möchte auf der anstehenden Hauptversammlung im Mai mehrere Mitglieder des Aufsichtsrats durch Personen aus dem eigenen Umfeld austauschen. Führende Kunden von Grammer hatten auf Grund dieser Entwicklung begonnen, ihre Kundenbeziehungen zum Unternehmen neu zu bewerten. Sie haben erklärt, dass bei der Kontrollübernahme der Familie Hastor mit deutlichen Konsequenzen für künftige Aufträge zu rechnen sei. Dies wurde gegenüber Grammer, Gewerkschaften und auch der Presse herausgestellt.

Dazu sagte Staatssekretär Matthias Machnig: „Ich bin in großer Sorge, dass hier ein Konflikt auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen und die künftige Entwicklung eines heute erfolgreichen Unternehmens aufs Spiel gesetzt wird. Wir erwarten, dass sich die maßgeblichen Kapitaleigner der Grammer AG mit allen Beteiligten zügig auf eine tragfähige Lösung verständigen, die auf den langfristigen Erhalt des Unternehmens und seiner Marktstellung sowie auf die Sicherung der Arbeitsplätze der Beschäftigten ausgerichtet ist. Dafür bedarf es insbesondere auch eines Konsens mit den Beschäftigten und den Kunden der Grammer AG.“

In Gesprächen mit Arbeitnehmern und Belegschaftsvertretern informierte sich der Staatssekretär über die Lage der Grammer AG und mögliche Auswirkungen der Veränderungen im Kreis der Kapitaleigner. Nach einer Besichtigung der Fertigung und Gesprächen mit Mitarbeitern des Unternehmensbereichs Commercial Vehicles folgte ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Grammer AG, Herrn Hartmut Müller, und dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und 1. Bevollmächtigten der IG Metall Amberg, Herrn Horst Ott, über die Forderungen der Cascade International Investment GmbH nach Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat von Grammer. Cascade möchte mehrere eigene Vertreter entsenden und damit maßgeblich Einfluss auf die Zusammensetzung und die Arbeit im Kontrollgremium des Automobilzulieferers nehmen.

Arbeitnehmer besorgt um Arbeitsplätze und künftige Entwicklung

„Die Arbeitnehmer im Grammer Konzern haben bei ihrem kürzlich durchgeführten, europaweiten Aktionstag ein deutliches Signal des Widerstands gegen die Pläne der Familie Hastor gesetzt. Wir unterstützen Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer Strategie für den Grammer Konzern und wehren uns gegen das rücksichtslose und egoistische Gebaren dieses Investors“, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Grammer AG und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Horst Ott. „Grammer befindet sich auf einem hervorragenden Weg und von den exzellenten Kundenbeziehungen profitieren auch die Arbeitnehmer. Aber wir haben von bedeutenden Kunden die Aussage erhalten, dass sie aufgrund der negativen Erfahrungen mit der Familie Hastor die Auftragsvergabe an Grammer sehr kritisch sehen, wenn Hastor die Einflussnahme auf Grammer erhöht. Durch die anderweitige Vergabe von Aufträgen sind unsere Arbeitsplätze massiv bedroht. Wir fordern die Familie Hastor nachdrücklich auf, ihr Engagement bei Grammer zu beenden und die vorhandenen Arbeitsplätze nicht zu gefährden.“

Grammer Vorstand sieht Wachstums- und Profitabilitätsstrategie bestätigt

"Die gerade veröffentlichten Quartalszahlen zeigen erneut die eindeutig positive Entwicklung. Die derzeitigen Orderbücher sind noch gut gefüllt, aber wir merken bereits die Zurückhaltung unserer Kunden bei der Vergabe künftiger neuer Aufträge“, erläutert Hartmut Müller, Vorstandsvorsitzender der Grammer AG. „Der Grammer Konzern verfolgt eine nachhaltige und erfolgreiche Strategie mit dem Ausbau unserer internationalen Produktions- und Vertriebsinfrastruktur sowie einem klaren Fokus auf profitables Wachstum und innovative Produkte. Dazu hatten wir zunächst unsere Investitionen und Vorleistungen deutlich erhöht und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den letzten 5 Jahren fast verdoppelt. Jetzt profitieren wir von diesen erfolgreichen Maßnahmen und haben uns im internationalen Wettbewerb hervorragend positioniert. Die Forderungen des Minderheitsaktionärs Cascade setzen diese Strategie, das gesamte Unternehmen Grammer und die Arbeitsplätze aufs Spiel und stellen zugleich eine Missachtung der Interessen aller anderen Aktionäre dar.“

 

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