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Pressemitteilung BoxID: 583301 (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)
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Expedition in den Pazifik: BGR untersucht Gebiete mit hoher Manganknollen-Konzentration

(PresseBox) (Hannover, ) Eine Gruppe von zehn Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) bricht am 1. April 2013 von Honolulu (Hawaii) aus zu einer 42-tägigen Expedition mit dem amerikanischen Forschungsschiff "Kilo Moana" in den Zentralpazifik auf. Ihr Ziel: der Manganknollengürtel zwischen Hawaii und Mexiko. Die Meeresforscher aus Hannover werden dort im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen erkunden. Für die BGR-Wissenschaftler ist es bereits die fünfte Fahrt in das Lizenzgebiet. Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Interna-tionalen Meeresbodenbehörde und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, auf einem Meeresareal von 75.000 km2 Größe in rund 5000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der metallreichen Manganknollen zu erfassen.

Auf dieser Forschungskampagne werden zwei wirtschaftlich interessante Teilgebiete von jeweils rund 1000 km2 detailliert untersucht. "Uns interessieren jetzt die Bereiche des Mee-resbodens mit der höchsten Knollenkonzentration sowie der günstigsten Topographie", so BGR-Fahrtleiter Dr. Carsten Rühlemann.

Zur Beurteilung der beiden potentiellen Lagerstätten werden Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Manganknollen entnommen. Außerdem werden mit einem Video-schlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wird, mehrere Kilometer lan-ge Profile gefahren. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollen-reichen Areale sehr gut identifizieren.

Ein weiterer Fokus der Forschungskampagne liegt auf der Bestandsaufnahme der Boden-lebewesen. Für diese Untersuchungen werden wieder vier Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Biodiversitätsforschung am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven an der Expedition teilnehmen. Mit Hilfe eines sogenannten Multicorers, mit dem man gleichzeitig acht kurze Sedimentkerne entnehmen kann, werden die Biologen Proben des Meeresbo-dens mit den darin lebenden Tieren ausstanzen und an Bord heben. Außerdem sollen mit einem speziellen Gerät, die auf dem Boden der Tiefsee lebenden Tiere entnommen wer-den, um mit Hilfe von Genanalysen Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie viele Arten es gibt, wie sie verteilt sind und wie groß ihr Verbreitungsgebiet ist.

Als Plattform für diese Arbeiten dient das von der BGR gecharterte amerikanische For-schungsschiff "Kilo Moana". Dieses moderne, 2002 in Dienst gestellte Schiff ist bestens für Vermessungs- und Beprobungsarbeiten geeignet: Es ist ein 2-Rumpf-Schiff, das aufgrund seiner Bauweise eine ausgezeichnete Seefestigkeit und Ruhe auch bei hohem Wellengang gewährleistet und somit beste Daten- und Probenqualität für die spätere Auswertung ga-rantiert.