Ein Blick in die subtropische Arktis vor 50 Millionen Jahren

Größte Nordpolar-Expedition der BGR

Hannover, (PresseBox) - Am kommenden Montag (26.06.2017) beginnt die 2-monatige CASE 19-Expedition der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in die kanadische Arktis. Bis Anfang September werden 53 Wissenschaftler, Guides, Piloten und Logistiker von 20 Institutionen aus 7 Ländern die Geologie des Kontinentalrandes von Nordamerika untersuchen. Es ist die größte geowissenschaftliche Land-Expedition seit Beginn der terrestrischen Polarforschung der BGR im Jahr 1992.  

Auf dem Weg in die Arktis werden die Teilnehmer in Ottawa an einer gemeinsamen Veranstaltung der Deutschen Botschaft und des Geologischen Dienstes von Kanada (GSC) aus Anlass des 175. Geburtstages des GSC und des 150jährigen Jubiläums Kanadas teilnehmen. Bereits drei Tage später werden die Geologen mehr als 3.000 Kilometer weiter nördlich

ihr großes Basislager am Nordrand der Ellesmere-Insel aufbauen. Dieses Camp wird Mitte Juli von einer deutsch-kanadischen Delegation besucht, an der der Präsident der BGR, Prof. Dr. Ralph Watzel, GSC-Vertreterin Dr. Louise Laverdure und der kommissarische Deutschen Botschafter, Eugen Wollfahrt, teilnehmen.

Die multidisziplinären Forschungsarbeiten während der CASE 19-Expedition (Circum-Arctic Structural Events) haben mehrere Schwerpunkte. Neben der Erforschung der Struktur und der Entwicklungsgeschichte des nordamerikanischen Kontinentalrandes untersuchen die Wissenschaftler die Drift der arktischen Kontinentalplatten in den letzten 800 Millionen Jahren, um die Entstehung des Arktischen Ozeans rekonstruieren und verstehen zu können. Von großer Bedeutung ist dabei eine Phase im frühen Tertiär (55-35 Millionen Jahre), als der ehemalige Großkontinent Laurasia endgültig auseinanderbrach und die Voraussetzung für die Bildung des Arktischen Ozeans und der angrenzenden Kontinente schuf. Zur gleichen Zeit war das Klima auf der Erde weltweit so warm, dass es weder Eiskappen noch nennenswerte Gletscher auf der Erdoberfläche gab. In der Arktis herrschte zu dieser Zeit ein subtropisches Klima – nachgewiesen durch BGR-Untersuchungen an Sedimenten und Kohleflözen auf den Neusibirischen Inseln, auf der Ellesmere-Insel und durch eine internationale Bohrung auf dem Lomonossow-Rücken im Arktischen Ozean.

Ziel der Expedition ist das nördlichste an Land aufgeschlossene Tertiär-Vorkommen. „Dort werden wir zahlreiche Gesteinsproben nehmen, die später in den Laboren der BGR und anderer Institute analysiert werden, um weitere Belege für die erstaunlichen klimatischen Bedingungen der Arktis vor 50 Millionen Jahren zu finden“, so BGR-Expeditionsleiter Dr. Karsten Piepjohn. Zur Beantwortung der wissenschaftlichen Fragen kommen zahlreiche geowissenschaftliche Disziplinen (Strukturgeologie, Altersbestimmungen, Paläontologie, Sedimentologie, Geochemie und Fernerkundung) zum Einsatz.

Die Transporte von Personal, Ausrüstung und Lebensmittel zwischen dem Basislager und dem 950 Kilometer weiter südlich gelegenen Flughafen von Resolute Bay werden von zwei-motorigen Kleinflugzeugen durchgeführt. Um das rund 10.000 Quadratkilometer große Arbeitsgebiet untersuchen zu können, werden zwei Helikopter eingesetzt. Sie sind im Basislager stationiert und werden die Wissenschaftler täglich ins Gelände bringen.

Die Expedition erfolgt in enger Kooperation mit dem GSC in Kanada. An ihr beteiligen sich Kollegen von Geologischen Diensten, Universitäten und Museen aus Dänemark, Kanada, Polen, Schweden, Südafrika, den USA und Deutschland.

Weitere Informationen:

http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Polarforschung/Arktis/arktis_node.html

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