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Pressemitteilung BoxID: 592537 (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)
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Deutliche Entspannung auf dem Kupfermarkt

Neue DERA-Studie

(PresseBox) (Hannover, ) Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) rechnet mittelfristig mit einer deutlichen Entspannung auf dem Kupfermarkt. Neue Bergbauprojekte, deren Inbetriebnahme bis 2017 geplant ist, können zu einer zusätzlichen Jahresförderkapazität von knapp 9,4 Millionen Tonnen Kupfer führen und die Weltjahresproduktion bei Kupfer auf über 30 Millionen Tonnen steigern. Damit würde das Angebot deutlich die Nachfrage übersteigen, so das Ergebnis der heute neu veröffentlichten DERA-Studie "Rohstoffrisikobewertung - Kupfer".

"Die sichere Rohstoffversorgung ist für den Technologiestandort Deutschland unabdingbar", so DERA-Leiter Dr. Peter Buchholz. Aus diesem Grund hat die BGR ein Bewertungsmodell zur Einschätzung möglicher Preis- und Lieferrisiken in den einzelnen Rohstoffmärkten entwickelt. In der neuen Studie wurde exemplarisch der Kupfermarkt anhand von verschiedenen Indikatoren untersucht. Zur Berechnung der zukünftigen Marktdeckung wurden Kupferprojekte, die sich im Bau oder im Feasibility-Status befinden, ausgewertet und die Nachfrageseite in zwei verschiedenen Szenarien abgebildet. Das Ergebnis: Bei einem Nachfragewachstum von 2,6 % ergibt sich 2017 ein Angebotsüberschuss von 26 %, bei einem stärkeren Wachstum von 6,2 % beträgt der Überschuss 6 %. "Auch wenn die Umsetzung von Bergbauprojekten mit großen Unsicherheiten behaftet ist, rechnen wir in den nächsten Jahren mit einem Angebotsüberschuss", erklärt die DERA-Expertin Ulrike Dorner.

Neben der zukünftigen Marktdeckung wurden auch eine Reihe weiterer Indikatoren aus den Bereichen Angebot und Nachfrage, geopolitische Risiken sowie Preisrisiken ausgewertet. Demnach spielt China im Kupfermarkt inzwischen eine dominierende Rolle - sowohl beim Angebot an raffiniertem Kupfer als auch bei der Nachfrage. Insgesamt sind jedoch die geopolitischen Risiken, wie beispielsweise die Länderkonzentration und die Firmenkonzentration, nach Einschätzung der DERA als unbedenklich zu erachten.

Für Unternehmen sind starke Preisvolatilitäten zu einem unkalkulierbaren Risiko in der Rohstoffbeschaffung geworden. Der Kupferpreis ist in den letzten Jahren nach der Finanzmarktkrise wieder stark gestiegen und hat 2011 das Allzeithoch von 9.867 US$/t erreicht. Mittlerweile sind die Preise deutlich zurück gegangen. Trotz des zu erwartenden Angebotsüberschusses ist auch in Zukunft mit einem zyklischen Verlauf der Kupferpreise zu rechnen. Deswegen sollten deutsche Unternehmen in Zeiten der Marktentspannung frühzeitig die Weichen für eine langfristige Rohstoffsicherung stellen.