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Pressemitteilung BoxID: 599428 (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe)
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BGR-Forscher entdecken wertvolles Rohstoffvorkommen

Manganknollen-Expedition im Pazifik

(PresseBox) (Hannover, ) Mit vielversprechenden Ergebnissen ist jetzt das Wissenschaftler-Team der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von seiner sechswöchigen Expedition mit dem US-amerikanischen Forschungsschiff "Kilo Moana" aus dem deutschen Manganknollen-Lizenzgebiet im Zentralpazifik nach Hannover zurückgekehrt. Bei ihren Untersuchungen in einem der wirtschaftlich interessantesten Teilgebiete entdeckten die BGR-Experten ein Vorkommen von rund 30 Millionen Tonnen Manganknollen. Die Förderung der darin enthaltenen Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt, deren Menge insgesamt rund 1 Million Tonnen umfasst, würde etwa 15 Jahre Tiefseebergbau ermöglichen.

"Unsere neuesten Ergebnisse zeigen, dass Manganknollen eine vielversprechende Rohstoffquelle der Zukunft sind", erklärt BGR-Expeditionsleiter Dr. Carsten Rühlemann. Die Wissenschaftler hatten ein 2.000 km2 großes Teilgebiet des insgesamt 75.000 km2 großen Lizenzgebietes untersucht. "Neben diesem Areal gibt es noch mindestens sechs weitere interessante Gebiete, die großflächig dicht mit Manganknollen belegt sind und ein großes Potenzial versprechen", so Rühlemann. Die Knollenfelder sollen auf weiteren Forschungskampagnen bis zum Jahr 2021 detailliert erkundet werden.

Zur Beurteilung der potenziellen Lagerstätten entnahmen die Meeresforscher Proben des Meeresbodens mit den darauf liegenden Manganknollen. Außerdem wurden mit einem Videoschlitten, der einige Meter über dem Meeresboden geschleppt wurde, mehrere Kilometer lange Profile gefahren. Auf den Foto- und Videoaufnahmen lassen sich die besonders knollenreichen Areale sehr gut identifizieren. Rühlemann: "Die Manganknollen sind zwischen 2 und 10 cm groß, einige Exemplare erreichen sogar 16 cm Durchmesser." Die Wertmetalle Nickel, Kupfer und Kobalt machen rund 3 % der Knollenmasse aus. Der Hauptbestandteil Mangan ist nur von untergeordnetem wirtschaftlichem Interesse.

Der zweite zentrale Arbeitsschwerpunkt dieser Expedition bestand in ausführlichen Studien zu den Umweltauswirkungen einer möglichen Manganknollengewinnung. Dazu nahmen neben den Wissenschaftlern der BGR Experten des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven an der Expedition teil. Die Forscher erkunden im Auftrag der Bundesregierung das deutsche Lizenzgebiet zur Exploration von Manganknollen. Grundlage dafür ist ein im Jahr 2006 zwischen der Internationalen Meeresbodenbehörde und der BGR geschlossener Vertrag, der Deutschland das exklusive Recht gibt, im Lizenzgebiet in rund 4.000 Meter Tiefe 15 Jahre lang den Bestand der metallreichen Manganknollen zu erfassen, gleichzeitig aber auch zur Einhaltung strenger Umweltauflagen verpflichtet.

Zu diesem Zweck führten die Biologen des DZMB eine Bestandsaufnahme der Bodenlebewesen durch. Mit Hilfe von Genanalysen werden jetzt die mitgebrachten Proben ausgewertet, um den Artenreichtum und das Verbreitungsgebiet der Tierwelt in den ausgedehnten Knollenfeldern zu analysieren. Die Tiere leben in der Tiefsee unter extremen Bedingungen in völliger Dunkelheit und frostiger Kälte. Annika Janssen, Leiterin des Biologen-Teams vom DZMB: "Erste Ergebnisse zeigen, dass die Tiergruppen regional gleichmäßig verteilt sind und dass offenbar keine Barrieren vorhanden sind, die eine Wiederbesiedlung nach einem möglichen zukünftigen Abbau von Manganknollen verhindern würden."