Wichtige Weichenstellungen in einem schwierigen Jahr

Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2016

Nürnberg, (PresseBox) - In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld verzeichnete GfK 2016 einen Umsatzrückgang von 3,9 Prozent auf 1.484 Millionen Euro (Vorjahr: 1.543 Millionen Euro). Organisch sank der Umsatz um 1,7 Prozent. Die Marge (angepasstes operatives Ergebnis zum Umsatz) verringerte sich auf 10,5 Prozent (Vorjahr: 12,2 Prozent). Das angepasste operative Ergebnis lag bei 155,3 Millionen Euro gegenüber 187,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis belief sich auf -136,5 Millionen Euro (2015: 40,7 Millionen Euro). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2016 keine Dividende auszuschütten. Für 2017 erwartet GfK eine leicht steigende Umsatzentwicklung bei einer Marge auf Vorjahresniveau.

„2016 war ein herausforderndes Jahr für GfK. Gleichzeitig konnten wir wichtige Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens stellen. Die Transaktion mit KKR bringt ein neues Momentum, um GfK fit für die Zukunft zu machen", sagte Gerhard Hausruckinger, Sprecher des Vorstands bei GfK.

Der Umsatz im Sektor Consumer Choices lag mit 680,3 Millionen Euro (Vorjahr: 681,1 Millionen Euro) fast auf Vorjahreshöhe. Getrieben durch das Point-of-Sales- und Media-Measurement-Geschäft erzielte der Sektor ein starkes organisches Wachstum von 4,1 Prozent. Die Marge sank um 4,5 Prozentpunkte auf 16,8 Prozent. Maßgeblich hierfür waren vor allem die noch andauernden Schwierigkeiten bei den beiden Fernsehforschungsaufträgen in Brasilien und im Königreich Saudi-Arabien sowie Verzögerungen bei Wachstumsinitiativen. Belastend wirkten außerdem die im ersten Halbjahr 2016 verkauften Aktivitäten im Bereich Pflanzenschutz und Tiergesundheit. Das angepasste operative Ergebnis des Sektors lag mit 114,6 Millionen Euro um 30,5 Millionen Euro bzw. 21,0 Prozent unter dem des Vorjahres (2015: 145,0 Millionen Euro).

Der Umsatz des Sektors Consumer Experiences sank 2016 um 6,5 Prozent auf 803,0 Millionen Euro (Vorjahr: 859,1 Millionen Euro). Der organische Umsatzrückgang lag bei 6,4 Prozent. Grund hierfür war eine schwache Auftragslage im traditionellen Ad-hoc-Geschäft. Der hieraus entstandene Rückgang des angepassten operativen Ergebnisses konnte durch Ressourcen- und Kosteneinsparmaßnahmen und die Optimierung von Abläufen nicht vollständig ausgeglichen werden. Das angepasste operative Ergebnis sank um 4,9 Millionen Euro bzw. 8,4 Prozent auf 54,0 Millionen Euro (2015: 58,9 Millionen Euro). Die Marge war mit 6,7 Prozent annähernd auf Vorjahresniveau (6,9 Prozent). Die strategische Neuausrichtung des Sektors Consumer Experiences wurde 2016 unter anderem durch die Akquisition von Netquest vorangetrieben. Hierdurch wird die Präsenz in digitalen Geschäftsfeldern und bei globalen Produkten weiter ausgebaut.

Die Regionen Asien und Pazifik, Zentral Osteuropa/META und Lateinamerika entwickelten sich insgesamt positiv und verzeichneten organisches Wachstum. Die Region Süd- und Westeuropa konnte erst im vierten Quartal zulegen, den Rückstand aus den ersten drei Quartalen aber nur teilweise kompensieren. Nordamerika konnte das starke Umsatzwachstum aus dem Vorjahr nicht wiederholen und verzeichnete genau wie die Region Nordeuropa einen Umsatzrückgang. Nordeuropa bleibt dabei mit einem Anteil von 36,2 Prozent des Gesamtumsatzes weiterhin die umsatzstärkste Region.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 24,7 Millionen Euro auf 146,2 Millionen Euro und sank damit deutlich moderater als das Konzernergebnis. Dies ist unter anderem auf die Verbesserung des Mittelabflusses aus Working Capital zurückzuführen (2016: 13,0 Millionen Euro; 2015: 21,0 Millionen Euro). Hierdurch wurden weniger Mittel gebunden. Nach Berücksichtigung der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 71,0 Millionen Euro (Vorjahr: 94,1 Millionen Euro) ergab sich ein freier Cashflow von 75,2 Millionen Euro, der nur um 1,6 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert lag. Alle Akquisitionen und sonstigen Finanzinvestitionen konnten dadurch vollständig abgedeckt werden.

Gleichzeitig hielt die GfK Gruppe das Innovationstempo und Niveau der Investitionen im vergangenen Jahr hoch. Sie waren mit 102,1 Millionen Euro etwas geringer als im Vorjahr (-6,5 Millionen Euro). Die Investitionen in den Panelaufbau und in Sachanlagen, die aufgrund der Einführung neuer Media-Measurement-Panels in verschiedenen Ländern im Vorjahr ungewöhnlich hoch waren, gingen um 8,2 bzw. 8,5 Millionen Euro zurück. Die Investitionen aus Akquisitionstätigkeit stiegen gegenüber dem Vorjahr um 18,3 Millionen Euro auf 30,8 Millionen Euro, worin die Übernahme der Net-quest-Gruppe enthalten ist.

Eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft von GfK erfolgte Ende letzten Jahres mit dem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot von Acceleratio Capital N.V., einer Holdinggesellschaft im Besitz von Fonds, die durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. beraten werden (gemeinsam mit verbundenen Unternehmen, „KKR"). Das Angebot wurde im Februar angenommen, und KKR hat die ausstehenden Genehmigungen für den Vollzug des Übernahmeangebots erhalten. Der Vollzug der Transaktion erfolgte am 13. März. GfK Verein und KKR halten nun zusammen 85,85 % des Grundkapitals und der Stimmrechte von GfK, 14,15 % der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Am Freitag gab GfK bekannt, dass der Aufsichtsrat der GfK SE mit Wirkung zum 15. März Peter Feld (51) als neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt hat.

Ausblick

GfK geht davon aus, dass auch 2017 von einer herausfordernden Wettbewerbssituation geprägt sein wird. Die Risiken, insbesondere in Bezug auf die Audience-Measurement-Verträge in Brasilien und dem Königreich Saudi-Arabien, bleiben auch im laufenden Geschäftsjahr bestehen. Der Fokus liegt unverändert auf Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsposition und der Neuausrichtung des Produktportfolios mit digitalem Fokus.

Derzeit gehen wir von einer im Vergleich zum Vorjahr leicht ansteigenden Investitionssumme für Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen von rund 80 Millionen Euro (2016: 71 Millionen Euro) aus. Auf der M&A-Seite werden wir weiter mit Augenmaß vorgehen und sich bietende Möglichkeiten sorgfältig prüfen. Interessant sind für uns vor allem technologiegetriebene und datenzentrierte Unternehmen, die uns sofort Mehrwert bieten.

Für 2017 erwartet die Gruppe, in Abhängigkeit von den genannten Risiken, eine leicht über Vorjahr liegende Umsatzentwicklung und eine AOI-Marge (angepasstes operatives Ergebnis zu Umsatz) auf Vorjahresniveau.

Der Jahresauftakt begann erwartungsgemäß. Der Umsatzabdeckungsgrad erreichte per Ende Januar 2017 43,2 Prozent (2016: 43,8 Prozent) des erwarteten Jahresumsatzes. Damit liegt er im Rahmen der Schwankungsbandbreite der letzten fünf Jahre von 37 bis 44 Prozent.

GfK

GfK steht für zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucherinformationen. Durch sie hilft das Marktforschungsunternehmen seinen Kunden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. GfK verfügt über langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Rund 13.000 Experten vereinen globales Wissen mit Analysen lokaler Märkte in mehr als 100 Ländern. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren macht GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen. Dadurch gelingt es den Kunden von GfK, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und das Leben der Verbraucher zu bereichern.

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