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Pressemitteilung BoxID: 236731 (Gesellschaft für Biochemie undMolekularbiologie (GBM) e.V.)
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Wie Moleküle sich erinnern

Mosbacher Kolloquium "Molecular and Cellular Mechanisms of Memory", 19.-21. März 2009

(PresseBox) (Frankfurt , ) Nicht nur Menschen können sich an Vergangenes erinnern. Auch Tiere, Pflanzen und Bakterien haben die Fähigkeit, Informationen aus der Umwelt aufzunehmen, sie zu speichern und wieder abzurufen. Einfache Formen der Gedächtnisbildung findet man sogar in unbelebten Materialien wie Metallen und Wasser. Mit den molekularen Grundlagen dieser Vorgänge befasst sich das Mosbacher Kolloquium "Molecular and Cellular Mechanisms of Memory" von 19. bis 21. März 2009. Es versammelt weltweit führende Experten in dem kleinen badischen Städtchen Mosbach, darunter die Nobelpreisträger Eric Kandel und Susumu Tonegawa.

"Die Fähigkeit zur Gedächtnisbildung findet sich bei allen lebenden Organismen", erklärt Prof. Heinrich Betz, einer der wissenschaftlichen Organisatoren der Tagung. "Über ihre Mechanismen ist allerdings noch sehr wenig bekannt. Es bleibt umstritten, was Gedächtnis eigentlich darstellt, wo es beginnt, und wer oder was echte Erinnerungen haben kann."

Zum besseren Verständnis könnte der Austausch von Experten aus aller Welt in Mosbach beitragen: Sie werden neueste Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen der Naturwissenschaft und Technik vortragen. Molekulare Umlagerungen in anorganischen Substanzen, die Verarbeitung von Stress und von jahreszeitlichen Veränderungen in Pflanzen, Gedächtnisbildung in Zellen und Organen, die "Erinnerungen" des Immunsystems, Lang- und Kurzzeitgedächtnis bei Säugetieren bilden Schwerpunkte des Tagungsprogramms.

"Für die einzelnen Unterbereiche", sagt Heinrich Betz, "konnten jeweils international führende Wissenschaftler als Sprecher gewonnen werden, die auf konventionellen Kongressen eher selten oder gar nicht aufeinander treffen. Dadurch dürfte sich ein differenziertes Gesamtbild des gegenwärtigen Wissenstandes ergeben." Besondere Glanzlichter des Kolloquiums werden die Ehrenvorträge zweier Nobelpreisträger sein, die Pionierarbeit in der Gedächtnisforschung geleistet haben. Prof. Susumu Tonegawa aus Boston wird seine Untersuchungen an genetisch veränderten Mäusen vorstellen, welche die Bedeutung unterschiedlicher molekularer Signalwege bei der Bildung verschiedener Formen des Langzeitgedächtnisses im Gehirn erhellen. Prof. Eric Kandel (New York), der "Vater der zellulären Gedächtnisforschung", wird molekulare Mechanismen erläutern, die an Synapsen im Nervensystem wirken und unter anderem für das Kurzzeitgedächtnis eine Rolle spielen.

Gesellschaft für Biochemie undMolekularbiologie (GBM) e.V.

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ist mit 5500 Mitgliedern aus Hochschulen, Forschungsinstituten und Industrie Deutschlands größte Fachgesellschaft für die Biowissenschaften.

Das Mosbacher Kolloquium (www.mosbacher-kolloquium.org ) ist seit 1950 die alljährliche in­ternationale Frühjahrstagung der GBM. Der Kongress findet in englischer Sprache statt.