Katar brummt, Dubai stottert

(PresseBox) ( Berlin, )
Seit Katar den Zuschlag für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 bekommen hat, sonnt sich der kleine Wüstenstaat im Rampenlicht der Medien. Standen an den ersten Tagen nach der Entscheidung die sportlichen Aspekte im Vordergrund, so sind es nun die wirtschaftlichen. Es geht um sehr viel Geld. Eisenbahnen, Metros, Straßen, eine Brücken-Dammverbindung nach Bahrain, Stadien - fast alles muss neu gebaut, fast alles, was dafür gebraucht wird, importiert werden: Design, Know-how, Manpower und Technik.

Geradezu euphorisch haben die Katarer auf die WM-Entscheidung reagiert. Mit Recht sind sie Stolz und wollen nun perfekte und vorbildliche Gastgeber sein. Dabei setzten sie sogar auf Zukunftstechnologien: "Umweltfreundliche Technologien und nicht etwa neue Gaskraftwerke sollen Stadien und Trainingsplätze kühlen. Für die in der Region bislang stiefmütterlich behandelte Solartechnik könnte dies den Durchbruch bringen", sagt Martin Böll, der in Dubai ansässige Golf-Korrespondent von Germany Trade & Invest. Eine große Chance für die deutsche Industrie und vielleicht ein neuer Trend - Katar könnte neue Standards setzen, die von den Nachbarstaaten übernommen werden.

Anders die Stimmung in Dubai: Das von internationalen Medien und Stars einst hofierte Emirat muss sich mit Ausgaben zurückhalten und erst einmal Schuldenberge abtragen. Positive Schlagzeilen bringt das nicht und zehrt am Selbstverständnis. "Im Straßenbild von Dubai fällt auf, dass die großen, zum Teil weit fortgeschrittenen Gebäude in den bevorzugten Wohn- und Geschäftsviertel fertiggestellt werden, dass jedoch in Peripherielagen nur sehr wenig passiert", so Böll weiter, warnt jedoch gleichzeitig davor, sich von Stimmungen anstecken zu lassen: "Dubai abzuschreiben, wäre völlig falsch. Als Logistikstandort der Region hat das Emirat die Nase weit vorne. Der Küstenstreifen von Abu Dhabi über Dubai bis Ras Al Khaimah wächst zudem zu einem Konglomerat zusammen, dessen Grenzen an Bedeutung verlieren, und Abu Dhabi hat nun wirklich keine Finanzsorgen."

Germany Trade & Invest sieht die Arabischen Golfstaaten mehr denn je als einen attraktiven Geschäftspartner für Deutschland. Arabische Investoren sind zunehmend an Hochtechnologie und Know-how-Transfer interessiert, um ihre Staatsbürger qualifiziert in den Arbeitsprozess einzubinden. Deutsche Unternehmen sind gut beraten, dieses Anliegen durch Partnerschaften und Ausbildungsofferten zu unterstützen. Das duale Ausbildungssystem Deutschlands ist in der arabischen Welt bekannt; ein Engagement in beruflicher Bildung kann gegenüber anderen Anbietern ein Wettbewerbsvorteil sein.

Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen in den arabischen Golfstaaten hängt oft an großen Projekten, die an große Firmen vergeben werden. Deutsche Mittelständler, die zuliefern wollen, müssen sich zeitig gut informieren, damit sie einen Fuß in die Türe bekommen.
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