Wissenschaftskolleg für konzentriertes Forschen in Historischer Sternwarte

Exzellenzinitiative: Universität Göttingen setzt einen der Eckpfeiler ihres Zukunftskonzepts um

(PresseBox) ( Göttingen, )
Ein Wissenschaftskolleg für Göttingen: Mit finanzieller Förderung in der Exzellenzinitiative hat die Georg- August-Universität die einmalige Möglichkeit erhalten, große Namen und wichtige Themen in den Geistesund Gesellschaftswissenschaften mit Göttingen zu verbinden. In der Historischen Universitäts-Sternwarte, in der bereits der berühmte Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß (1777 bis 1855) forschte, lehrte und lebte, bietet sie herausragenden Vertretern ihres Faches Freiraum für konzentriertes Forschen, intensive Diskussionen und interdisziplinären Austausch mit Göttinger Kollegen. "Mit der Einrichtung des Lichtenberg- Kollegs in Göttingen haben wir einen der Eckpfeiler unseres Zukunftskonzepts umgesetzt, das in der Exzellenzinitiative ausgezeichnet worden ist", so Universitätspräsident Prof. Dr. Kurt von Figura. Das Konzept in der Tradition angelsächsischer Kollegs hat Gutachter aus aller Welt überzeugt. Vorbild ist das 1930 gegründete Institute for Advanced Study in Princeton. Ähnliche Kollegs anderer Ausrichtung gibt es in Deutschland unter anderem in Berlin und München. Das Lichtenberg-Kolleg ist am 7. November 2009 mit einem Festakt feierlich eröffnet worden. Seit Oktober dieses Jahres sind die ersten Wissenschaftler aus den USA, der Schweiz, Frankreich und Argentinien zu Gast.

Namensgeber des Kollegs ist der Göttinger Professor für Experimentalphysik Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799), der zugleich Philosoph der Aufklärung und Schriftsteller war. Die restaurierte Historische Sternwarte bietet den ausgewählten Fellows moderne Büros und eine Bibliothek, um in Ruhe und ohne weitere Verpflichtungen an ihren Forschungsprojekten zu arbeiten. Einziges Auswahlkriterium ist die persönliche Exzellenz der Wissenschaftler. Zugleich sind die Historische Sternwarte, der in direkter Nachbarschaft angesiedelte Faculty Club und das angrenzende Tagungszentrum Orte der Begegnung und des Gedankenaustauschs, des wissenschaftlichen Streitgesprächs und der Kooperation. Mit Vorträgen wird der Dialog mit der interessierten Öffentlichkeit geführt.

Mit der Einrichtung des Lichtenberg-Kollegs verfolgt die Universität das Ziel, in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften neue Forschungsideen in der Diskussion mit international ausgewiesenen Wissenschaftlern zu identifizieren und neue Forschungsschwerpunkte aufzubauen. Der Campus Göttingen bietet hierfür ein inspirierendes Umfeld, zu dem die große Fächervielfalt auf diesen Wissenschaftsgebieten ebenso beiträgt wie die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, die Akademie der Wissenschaften und das Max- Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften.

"Das Lichtenberg-Kolleg ist für die Universität Göttingen mehr als nur ein Teil der Exzellenzinitiative. Es ist ein selbstbewusstes Zeichen, dass die Universität als Ganzes neue Wege geht", meinte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, bei dem Festakt. Der Minister würdigte ausdrücklich die Arbeit und Leistung der gesamten Universität in den vergangenen Jahren. "Nicht nur mit Blick auf die Exzellenzinitiative, auch in den einzelnen Fächern ist viel bewegt worden." Dieser Einsatz werde in Niedersachsen und auch bundesweit deutlich wahrgenommen.

Themenschwerpunkte der Forschung am Kolleg sind "Religion in den Kulturen der Moderne" und "Erkenntnis - Praxis - Norm: Unterschiedliche Rationalitäten in den Kulturen der Wissenschaften". Die ersten neun Fellows forschen in den kommenden zehn Monaten unter anderem über Begegnungen der Jesuiten im historischen China und Indien, über die Philosophie der Logik und der Mathematik, über die Zeit im Spiegel der Sprache sowie über Rituale und ihre Reflexion in der Moderne. "Der Schwerpunkt der Forschung liegt zwar im geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, Methoden und Erkenntnisgewinn in den Naturwissenschaften werden aber ebenfalls eine Rolle spielen", so die Direktorin des Lichtenberg-Kollegs, Prof. Dr. Dagmar Coester-Waltjen.

Die Eröffnung des Lichtenberg-Kollegs wird begleitet von einer Ausstellung über die Geschichte der europäischen gelehrten Gesellschaften von der Renaissance bis in das Zeitalter der Aufklärung. Sie stellt bedeutende europäische Akademien, ihre Gründer und Mitglieder vor. Damit öffnet sie den Blick für das Umfeld bedeutender Gelehrter wie Galileo Galilei, Isaac Newton oder Gottfried Wilhelm Leibniz. Die Ausstellung ",Ein Academiste muß erfinden' - Ursprung und Anfänge der gelehrten Gesellschaften" ist bis 29. November 2009 in der Paulinerkirche, Papendiek 14, zu sehen.

Weitere Informationen zum Lichtenberg-Kolleg sind im Internet unter www.lichtenbergkolleg.uni-goettingen.de zu finden.
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