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Pressemitteilung BoxID: 370602 (Genovac GmbH)
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GENOVAC und Inserm entwickeln gemeinsam einen neuen Ansatz zur Prävention und Therapie von Hepatitis C Erkrankungen

(PresseBox) (Freiburg/Straßburg, ) Das Hepatitis C Virus (HCV) ist die Hauptursache für Hepatitis weltweit. Akut betroffen sind ca. 170 Millionen Menschen. Prognosen lassen weiter ansteigende Zahlen erwarten. HCV ist die häufigste Indikation für eine Lebertransplantation, da es die menschlichen Leberzellen infiziert und Leberzirrhose und Leberkrebs auslösen kann. Allerdings kann das im Körper verbleibende Virus die transplantierte Leber erneut infizieren und so die Krankheit erneut auslösen. Eine Interferonbasierte Therapie ist verfügbar, jedoch wird deren Erfolg durch heftige Nebenwirkungen und eine Resistenz in vielen Patienten beschränkt. Ein Impfstoff oder andere vorbeugende Maßnahmen existieren nicht. Neue Strategien für die Prävention und die Behandlung sind daher dringend notwendig.

Aufgrund der wachsenden Zahl von mit HCV infizierten Patienten mit einer Resistenz gegen die aktuelle antivirale Therapie, besitzt der gesamte therapeutische Markt für die nächsten 10 Jahre ein Wachstumspotential von derzeit 3-5 Mrd. USD auf bis zu 5-10 Mrd. USD/Jahr.

Ein Hauptproblem für eine Therapie liegt in der Biologie des Virus. Dieses ist ein so genanntes RNA Virus, das eine sehr hohe Mutationsrate während seiner Vermehrung in den Leberzellen aufweist. Derartige Mutationen können sich im Patienten rasch verbreiten und neue, infektiöse Formen des Virus schaffen, die wiederum resistent gegen eine Therapie sind und so eine Heilung vieler Patienten verhindern.

Das Virus benötigt Rezeptorproteine oder Eintrittsfaktoren auf der Oberfläche der Leberzellen, um eine Leber zu infizieren. Durch die Bindung an diese Rezeptoren gelangt das Virus in die Zellen, wo er sich vermehrt und neue Viren freisetzt. Neue Viren infizieren dann benachbarte Leberzellen und führen zur Ausbreitung der Krankheit. Der von GENOVAC (Freiburg, Deutschland) und dem Inserm U784 (Straßburg, Frankreich) verfolgte Ansatz ist Antikörper zu generieren, die spezifisch an Claudin-1 binden - einen Schlüsselfaktor auf der Oberfläche der Leberzellen -, und den Eintritt der Viren und damit die Infektion der Leberzellen verhindern. Im Gegensatz zum mutierenden Virus verändern sich diese Rezeptoren nicht und werden vielmehr von allen Virusvarianten benutzt, um in die menschliche Leberzelle zu gelangen. GENOVAC und Inserm haben erfolgreich monoklonale Antikörper (d.h. Antikörperproduzierende Zellen, die unbegrenzt kultiviert werden können), mit einer Spezifität für Claudin-1 und zwei andere HCV Rezeptorproteine, hergestellt. Diese Antikörper verhindern die Infektion von menschlichen Leberzellen in der Zellkultur. Die Antikörper zeigen ein breites Effizienzspektrum auch gegen mutierte Virusvarianten, die sonst dem Immunsystem des Patienten entgehen.

Die Antikörper werden jetzt weiter entwickelt, um später HCV infizierte Patienten schützen bzw. behandeln zu können. Eine transplantierte Leber könnte mit diesen Antikörpern vor einer Neuinfektion durch im Körper des Patienten verbliebene Viren geschützt werden. Laufende Untersuchungen im Tiermodell sollen außerdem die Möglichkeit einer Behandlung von chronisch infizierten HCV Patienten bereits vor der Ausbildung von Leberzirrhose und Leberkrebs prüfen.

"Bis heute waren sämtliche Versuche Antikörper gegen die extrazellulären Strukturen der HCV Rezeptoren zu generieren erfolglos. Mit unserer einzigartigen Technik der genetischen Immunisierung konnten wir nun erfolgreich Antikörper herstellen, die nicht nur die nativen Proteine auf der menschlichen Leberzelle erkennen, sondern auch aktiv das Eindringen des Virus verhindern", erklärt Dr. John Thompson, Geschäftsführer der GENOVAC GmbH.

"Dieser Ansatz ist sehr vielversprechend für die Prävention von HCV Infektionen in der Transplantation und erweitert die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung von HCV Infektionen", bestätigt Professor Thomas Baumert, leitender Wissenschaftler der funktionellen Studien die diesen Monat in der Zeitschrift Gastroenterology publiziert werden (Fofana I. et al 2010, Gastoenterology 139(3): 953-964). Ein Patent zu diesen Antikörpern wurde gemeinsam von GENOVAC, Inserm und der Universität Straßburg eingereicht (WO2010034812).

Inserm U748, Universität Straßburg (www.u748.inserm.fr):

Das Inserm ist die einzige öffentliche, französische Forschungseinrichtung die sich vollständig der menschlichen Gesundheit widmet. Die Wissenschaftler untersuchen sämtliche Krankheiten, ob verbreitet oder selten vorkommend, durch ihre Forschungsarbeiten im Bereich der Biologie, Medizin und öffentlichen Gesundheit (www.inserm.fr). Prof. Dr. Thomas Baumert leitet die Einheit U748 des Inserm, die das Ziel verfolgt die Pathogenese der HCV Infektion zu verstehen und neue antivirale Mittel zu entwickeln. Ein Fokus liegt dabei auf der Identifikation neuer molekularer Mechanismen der HCV-Wirts-Interaktion. Innovative Ansätze mit den neuesten Techniken in molekularer Virologie und Biologie, Immunologie, funktioneller Genomik und klinischer Hepatologie werden eingesetzt, um Mechanismen der Viren und des Wirts zu identifizieren, die die virale Persistenz und Pathogenese der Infektion vermitteln. Die Ergebnisse werden auf ihre Anwendbarkeit in neuen Zellkultur- und Tiermodellen, sowie in klinischen Studien mit HCVinfizierten Patienten untersucht und umgesetzt.

Genovac GmbH

GENOVAC GmbH begann 1999 als Ausgründung der Universität Freiburg mit der Herstellung von maßgeschneiderten Antikörpern und verwandten Dienstleistungen und hat sich als Marktführer in der genetischen Immunisierung etabliert. Zu GENOVAC's Kunden gehören viele Firmen der Pharma-, Biotechnologie- und Agrarindustrie sowie bekannte nationale und internationale Forschungseinrichtungen. Seit 2004 ist GENOVAC das Zentrum der Antikörperherstellung für die US Firma Aldevron. Aldevron ist ein weltweit agierendes Dienstleistungsunternehmen mit Standorten in den USA und Europa und spezialisiert auf die Herstellung von Plasmid-DNA, Proteinen und Antikörpern (www.aldevron.com).

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