Mit kleinen Brötchen groß im Geschäft

GBT knüpft an vergangene Winkler-Erfolgsgeschichte an – Industrie-Backstraßen aus Villingen-Schwenningen in alle Welt

(PresseBox) ( Villingen-Schwenningen, )
„Teig muss zart behandelt werden – aber von starken Maschinen.“ In diesem Motto steckt Winkler-Philosophie, das Know-how des ehemaligen Villinger Traditionsunternehmens, des Bäckereimaschinen-herstellers Winkler. Ein Team, das weiß, wie das funktioniert, ist die Firma GBT Bäckerei Technologie (German Bakery Technology) in Villingen-Schwenningen. Sie liefert Industrie-Backstraßen in alle Welt.

Geschäftsführer Wolfgang Fuhst ist ein Gründer-Enkel von Winkler. Sein Großvater Fridolin Winkler hat die erste vollautomatisch arbeitende Brötchenteigteil- und Rundwirkmaschine konstruiert und 1923 in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald die Bäckereimaschinenfabrik Winkler gegründet. Viele Jahrzehnte ein Name mit gutem Klang in der Zähringerstadt.

Die DERBY legte die Spur für eine lange Erfolgsstrecke – bis der Ofen bei Winkler im Jahr 2000 buchstäblich ausging. Die Firma ging in die Insolvenz. Wolfgang Fuhst, Neffe von Helmut Winkler, dem Sohn des Gründers, war bereits 1998 aus der Firma ausgeschieden. Er und die neuen Kapitalgeber hatten sich zerstritten.

Doch es ging nicht lange, da begann Wolfgang Fuhst wieder Maschinen zu entwickeln – er gründete im Jahr 2000 zusammen mit dem versierten, ehemaligen Winkler-Vertriebsmann, Peter Fischer, die Firma GBT. Die beiden hatten nichts verlernt. Ein derzeitiger Auftragsbestand von 18 Millionen Euro spricht für sich.

Bei GBT weiß man aber auch noch mehr. Man weiß auf die Kundenwünsche einzugehen. In den Anlagen, die von Villingen-Schwenningen aus in alle Welt gehen, werden längst nicht nur Brot und Brötchen produziert. Fladenbrot, Baguette, Ciabatta & Co. – eigentlich alles, was mit Brot zu tun hat und in großen Mengen industriell gefertigt werden kann – produzieren die Backanlagen aus Villingen. Die GBT-Exportquote liegt bei satten 95 Prozent. Und Kunden in Kuwait, Dubai, Saudi-Arabien, Russland, in Südamerika, in Osteuropa und sehr stark in Spanien verlangen entsprechende Flexibilität.

Fuhst und Fischer hatten schon bei Winkler viele Kundenkontakte im Ausland, besonders in Spanien, im mittleren Osten und in Südamerika. Und genau da knüpften sie in der neuen Firma wieder an. Allerdings nicht im Bau von ganzen Backstraßen. Die beiden wussten, dass man sich spezialisieren muss. So war die Idee zunächst: Planung und Beratung der Kunden. Doch dann lief alles ganz anders. Das Vertrauen eines alten Winkler-Kunden in Spanien gab den Anstoß.

Dieser wollte eine vollautomatische Baguette-Anlage, die 4500 Baguettes pro Stunde in einer 24-Stunden-Produktion über sieben Tage in der Woche produzieren kann. Das war eine Herausforderung. Immerhin kostet eine solche Anlage zwischen zwei und drei Millionen Euro. Aber die Fuhst und Fischer wussten, wie man eine solche Maschine baut, und vor allem, wo man die notwendigen Teile dafür herbekommt. Als ein Freund noch genauso viel Vertrauen in die Vorfinanzierung des Projektes steckte, war man bei GBT plötzlich nicht mehr Planer, sondern Hersteller. Wobei GBT nicht alles selbst produziert. Baugruppen oder auch ganze Maschinen werden als einzelne Komponenten bei Spezialisten eingekauft, getestet, teilweise montiert, gehen dann auf die Reise nach Kuwait, Brasilien oder Russland, wo dann von GBT-Fachleuten die Endmontage und Inbetriebnahme übernommen werden.

Zwischen 14 und 40 Meter lang ist so ein Industrie-Backofen, eine ganze Straße von der Teigknetmaschine bis zum fertigen Brötchen auch mal gut und gerne 80 oder 100 Meter. Da reihen sich viele Komponenten viele Meter lang aneinander.

Allerdings gibt es viele Kernstücke nicht fertig auf dem Markt zu kaufen, diese werden bei GBT selbst entwickelt, produziert und eingebaut. Hier spielt viel Erfahrung aus alten Winkler-Zeiten mit. Immerhin kommen viele der insgesamt 36 Mitarbeiter aus der ehemaligen Winkler-Belegschaft, Mechaniker, Monteure, Software-Entwickler und Konstrukteure, die hier nach der Firmenpleite wieder Arbeit fanden.

Den endlosen Papierkrieg beim weltweiten Export, die teils schwierige Visa-Besorgung für Geschäftsführung und Monteure, da ist ein eingespieltes Fachteam im Büro Meister seines Fachs. Wolfgang Fuhst: „Man kann schließlich nicht sagen: Ich fliege mal schnell nach Saudi Arabien und verkaufe dort was.“ Das funktioniere so nicht. „Unsere Leute sind alle Vielflieger“, lacht Wolfgang Fuhst, „man muss da sein, wo der Markt ist.“ Gerade für die arabischen Kunden brauche man viel Zeit. Müsse sich an die Gepflogenheiten anpassen, gewisse Zeremonien akzeptieren, lange und geduldig verhandeln – und handeln. Doch sie seien faire und solvente Geschäftspartner. „Da zählt auch ein Handschlag als Versprechen.“

Der teuerste Einzelauftrag war bis jetzt die Lieferung von drei Fladenbrot-Anlagen nach Kuwait für 6,5 Millionen Euro. Stolz ist man bei GBT, für den mittleren Osten einen Ofen für arabisches Fladenbrot entwickelt zu haben mit Hochtemperaturen von 550 Grad im Backraum und Backzeiten von 30 bis 60 Sekunden. Da sei man allerdings auf volles Risiko gegangen, so Fuhst. „Doch der Ofen funktioniert und zwischenzeitlich wurden bereits 14 davon verkauft.“ Außerdem gab`s von den Kuwaits eine Urkunde als „leistungsfähiger Partner, der dafür sorgte, dass das Brot für die Bevölkerung noch besser geworden ist“.

Sogar mit der Urtechnologie von DERBY, 1932 die bahnbrechende Erfindung von Großvater Fridolin Winkler – für Fuhst heute noch das Beste, was es auf der Welt gibt – werden in Villingen immer noch (oder wieder) Geschäfte gemacht. Die DERBY wurde natürlich weiterentwickelt, aber alles auf der Grundlage der Winkler-Technologie von damals, auf der Erfindung von Großvater Fridolin Winkler.
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