Das Klima bewegt den Bus

Mit Werbung für nachhaltige Reisen kann die Busbranche neue Kunden gewinnen

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Ob Baumspenden zur Wiederaufforstung von Wäldern das richtige Marketinginstrument für Busunternehmer sind, wird von Ronald Berlinghoff und Rolf Pfeifer zwar unterschiedlich bewertet. Dafür waren sich die beiden Referenten auf dem Tag des Bustourismus, zu dem der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) zusammen mit der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) am 15. Januar in die Stuttgarter Messe eingeladen hatte, einig: Mit nachhaltigen Reisen und fantasievollen Werbestrategien kann die Busbrache neue Kunden gewinnen.

Mit dem Motto "Emissionen und das Klima bewegen die Welt" und der daraus abgeleiteten Überlegung "Was können der Bus und die Busreise zur Klimafrage beitragen?" waren die Veranstalter der Tagung, die im Rahmen der Tourismusmesse CMT stattfand, am Puls der Zeit. "Denn die globale Erwärmung heizt auch die Diskussion über den Tourismus der Zukunft an", stellte Martin Becker fest. "Und schafft damit für den Bus ein günstiges Klima", betonte der gbk-Geschäftsführer.

Neben dem Nobelpreis für Klimaschützer sind auch Bioregale in Supermärkten und Öko-Produkte in Burgerketten für Ronald Berlinghoff ein Beleg dafür, dass nicht nur Lila-Latzhosen-Träger für den Umweltschutz sensibilisiert sind. "Das Thema ist längst salonfähig", erklärte der Tourismusmanager aus Sailauf bei Aschaffenburg. Weshalb er die knapp hundert Zuhörer im Congresszentrum der Stuttgarter Messe nicht nur dazu anregte, in ihren Katalogen mit der guten Umweltbilanz des Reisebusses zu werben und dabei ihre Stammkunden zu Trendsettern zu küren. Mit Umweltaktionen können sich Busunternehmer in der lokalen Presse platzieren. Dieses ökologische Marketing gewinnt zusätzlich an Wirkung, wenn es beispielsweise mit dem Einsatz alternativer Technologien auf dem Betriebshof "auch nach innen gelebt wird".

Berglinghoff appellierte auch an die Verbände, sich nicht nur mit dem Entwurf von Aufklebern um die Positionierung des Busses als umweltfreundliches Verkehrsmittel zu bemühen, sondern auch über ein Öko-Zertifikat für Reisen und Unternehmer nachzudenken. Und mit offenen Programmen für Städtereisen könnten auch Familien für den umweltfreundlichen Bus begeistert werden. "Zumal sich junge Eltern auch Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen."

"Bleiben Sie glaubwürdig", redete Rolf Pfeifer den Busunternehmern ins ökologische Gewissen. Der Geschäftsführer des "forum anders reisen" aus Freiburg entlarvte die Statistiken der Fluggesellschaften zum Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Maschinen auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten als "Lügen" und verglich den Emissionshandel mit dem mittelalterlichen Ablass der katholischen Kirche. "Mit einem Flug in die Karibik hat jeder Passagier sein klimaverträgliches Jahresbudget an Kohlendioxid bereits überschritten."

Weil das "forum anders reisen" seine nachhaltigen Produkte, die einen umfassenden Kriterienkatalog für ihre Umwelt- und Sozialverträglichkeit erfüllen müssen, jährlich bereits an über 100 000 Kunden verkauft, erkennt Pfeife hierfür einen wachsenden Markt. Zumal die Zielgruppe für nachhaltiges Reisen nach Prognosen von Trendforschern von derzeit 30 auf 50 Prozent anwachsen wird. Als Beispiel für die "Erlebbarkeit von Nachhaltigkeit" nannte Pfeifer die geplante Busfahrt von Avanti-Reisen zur Olympiade in Peking.

In der anschließenden Diskussion wurde allerdings auch der Verdacht geäußert, dass die von Rolf Pfeifer mit gegründete Organisation "Atmosfair", die freiwillige Spenden von Fluggästen in die Kompensation von Umweltschäden investiert, neben ökologischen Projekten auch ihre eigenen ökonomischen Interessen fördert. Und Rolf Schmid machte die "ideologische Front auf grüner Seite" dafür verantwortlich, dass in der Politik immer noch auf die Bahn gesetzt wird als ob dies die umweltfreundlichste Verkehrsbedienung wäre. "Diese ideologische Barriere muss fallen wie die Berliner Mauer", forderte der Geschäftsführer des WBO. Am "Tag des Bustourismus" kam sie schon mal kräftig ins Wanken.
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