Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg holen Trophäe bei internationalem Supercomputing-Nachwuchswettbewerb

Frankfurt, (PresseBox) - Sechs Bachelor-Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), haben auf der Internationalen Supercomputing Conference (ISC), die vom 18.-22.6. in Frankfurt/Main stattgefunden hat, einen internationalen Programmierwettbewerb im Bereich des Höchstleistungsrechnens gewonnen. Das Gauss Centre for Supercomputing, Deutschlands führende Supercomputing Institution, freut sich, als Sponsor des fränkischen Studententeams, diesen Erfolg bekanntgeben zu dürfen. Team FAU Boyzz, Studenten der Fächer Computational Engineering, Informatik und Medizintechnik, sicherten sich in einem international hochklassig besetzten Teilnehmerfeld den Pokal für die Wettbewerbsdisziplin, der im Supercomputing "das Maß aller Dinge" ist: Den High Performance LINPACK Benchmark-Test. Mit der Spitzenleistung von 37,05 Teraflops (1 Teraflop ist 1 Billion Rechenoperationen pro Sekunde, das ist eine 1 mit 9 Nullen), die die FAU Boyzz ihrem selbst konfigurierten Computer entlocken konnten, stellten die fränkischen Studenten sogar einen neuen Rekord auf: Die von ihnen erzielte Leistung übertrifft den Spitzenwert des ISCWettbewerbs vom Vorjahr beinahe um das Dreifache.

Der High Performance LINPACK Benchmark-Test, ein Test, der das Leistungsvermögen des Computers misst, gilt als die Königsdisziplin des ISC-Studentenwettbewerbs (Student Cluster Competition), bei dem Studenten auf einem selbst zusammengestellten Computer ihrer Wahl während des internationalen Kongresses, vor Ort, drei Tage lang unterschiedliche und sehr anspruchsvolle Aufgaben aus dem Bereich des Höchstleistungsrechnens (High Performance Computing, HPC) meistern müssen. Als Paradedisziplin gilt dieser High Performance LINPACK Benchmark-Test, weil es im Höchstleistungsrechnen primär um eines geht: Dem Computer die höchstmögliche Leistung zu entlocken. Im Studentenwettbewerb kommt dabei erschwerend hinzu, dass der Computer während der Tests die Leistungsaufnahme von 3.000 Watt keinesfalls überschreiten darf, da ansonsten Strafpunkte anfallen.

"Es macht echt Spaß, an diesem Wettbewerb teilzunehmen," sagt Jannis Wolf, Teamkapitän der FAU Boyzz. "Aber: Von nichts kommt nichts! Knapp ein Jahr lang haben wir uns auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Wir kommen alle aus unterschiedlichen Studiengängen, sind sozusagen ein bunt zusammengewürfeltes Team. Da mussten wir uns erst einmal zusammenfinden und schauen, wie wir unsere unterschiedlichen Kenntnisse vernünftig ins Team und für die zu erwartenden Aufgaben aus dem Bereich des Supercomputing einbringen konnten." An der Veranstaltung selbst sei es dann für die FAU Boyzz, die mittlerweile großen Spaß an Höchstleistungsrechnen gefunden haben, ganz großartig gewesen, sich im internationalen HPC-Umfeld zu messen. "Die Konkurrenz war nicht ohne! Immerhin sind wir gegen Teams aus China und den USA angetreten, Länder, die per Definition in Sachen Höchstleistungsrechnen weltweit Maßstäbe setzen. Insofern sind wir besonders stolz auf unseren Erfolg," ergänzt Jannis Wolf.

Der Studenten Cluster-Wettbewerb, zu dem als Teilnehmer ausschließlich Bachelor-Studenten zugelassen sind, zieht jährlich junge Nachwuchstalente aus der ganzen Welt an. Über ein anspruchsvolles Auswahlverfahren müssen sich die Teams für die Teilnahme qualifizieren. Während des Wettbewerbs werden die Studententeams mit ihrem selbst konfigurierten Rechner mit Aufgaben konfrontiert, die ihnen teils erst vor Ort vom Wettbewerbskomitee aufgetragen werden. Dabei handelt es sich um anspruchsvolle Rechenläufe aus realen Anwendungsgebieten, wie zum Beispiel FEniCS, einem Tool zur Lösung partieller Differentialgleichungen, MiniDFT oder den HPCG-Benchmark (http://hpcadvisorycouncil.com/events/student-cluster-competition/Benchmarking/)

"Mit das Beste, was die Studenten aus diesem Wettbewerb mitnehmen, ist all das Praxiswissen, das sie im Zuge der Vorbereitung auf den Wettbewerb und während der Wettbewerbsläufe selbst - die in vielerlei Hinsicht Herausforderungen an die Nachwuchstalente stellen - mitnehmen," erklärt Alexander Ditter, Wissenschaftler am Lehrstuhl für Informatik 3 der Uni Erlangen, einer der zwei Mentoren des FAU-Teams. "Er bietet den jungen Studenten eine großartige Möglichkeit, die Welt des Höchstleistungsrechnens im realen Umfeld zu erleben. Sie lernen eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für HPC-Systeme kennen, und es wird ihnen der direkte Kontakt mit der internationalen Welt des Höchstleistungsrechnens ermöglicht. Diese Konferenz wird von HPC-Experten aus aller Welt besucht, die den Austausch mit den Studenten suchen", ergänzt Alexander Ditter.

Die auf der diesjährigen ISC am Student Cluster Wettbewerb teilnehmenden 11 Mannschaften waren:
• Centre for High Performance Computing, (Südafrika)
• Nanyang Technological University (Singapur)
• EPCC University of Edinburgh (Großbritannien)
• Friedrich-Alexander Universität Erlangen–Nürnberg (Deutschland)
• Universität Hamburg (Deutschland)
• National Energy Research Scientific Computing Center (USA)
• Universitat Politècnica De Catalunya Barcelona Tech (Spanien)
• Purdue and Northeastern University (USA)
• The Boston Green Team (Boston University, Harvard University, Massachusetts Institute of Technology (MIT), University of Massachusetts – Boston (UMass Boston) (USA) • Beihang University (China)
• Tsinghua University (China) - Wettbewerbs-Gesamtgewinner

Das Gauss Centre for Supercomputing (GCS) unterstützte das Team FAU Boyzz auf der ISC17 mit einem finanziellen Zuschuss. "Als nationale Supercomputing-Institution ist die Nachwuchsförderung ein erklärtes Anliegen des GCS", bekräftigt Dr. Claus Axel Müller, Geschäftsführer des Gauss Centre for Supercomputing.

 

 

 

Gauss Centre for Supercomputing e.V.

Das Gauss Centre for Supercomputing e. V. (GCS) ist der Zusammenschluss der drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Deutschland: dem Jülich Supercomputing Centre im Rahmen des John von Neumann-Instituts für Computing (NIC) in Jülich, dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching bei München und dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS). Oberstes Ziel GCS ist die Förderung und Unterstützung des wissenschaftlichen Höchstleistungsrechnens. Die GCS-Supercomputer zählen zu den größten und leistungsfähigsten Höchstleistungsrechnern der Welt. Seit 2012 sind in jedem der drei GCS-Mitgliedszentren Computersysteme installiert, die mit Rechengeschwindigkeiten im Petaflops Bereich aufwarten. In Summe verfügt das GCS über eine Rechenleistung von mehr als 20 Petaflops, wodurch Forschern und Entwicklern aus allen wissenschaftlichen Bereichen und Vertretern der Industrie die mit Abstand leistungsfähigste Systeminfrastruktur in ganz Europa zur Verfügung steht. Als Mitglied der europäischen Initiative Partnership for Advanced Computing in Europe (PRACE) stellt das GCS auch Wissenschaftlern aus dem europäischen Ausland Rechenkapazitäten zur Verfügung.

Unterstützt wird das GCS durch entsprechende Projektförderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Wissenschaftsministerien der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

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