Kleinste Poren mit großer Wirkung

Gambro entwickelt weltweit einzige Dialyse-Membran zur Therapie des Nierenversagens durch Knochenmarkkrebs

(PresseBox) ( HECHINGEN, )
Das schwedische Medizintechnik-Unternehmen Gambro entwickelt am Standort in Hechingen gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen und weiteren Klinika in Europa ein neues Verfahren zur Behandlung des Nierenversagens bei Multiplem Myelom (Knochenmarkkrebs), das eine schwerwiegende Komplikation darstellt. Speziell für diese Therapie hat Gambro die weltweit einzigartige High-Cut Off-Technologie (HCO) entwickelt, die in Kombination mit einer Chemotherapie das Risiko des Nierenversagens deutlich mindert. Die spezielle Membran des Filters ermöglicht zusätzlich zur konventionellen Nierenersatztherapie das Entfernen von freien Leichtkettenproteinen, die durch die Krebszellen entstehen und zum Ausfall der Nieren führen. In der kürzlich gestarteten Studie soll in 15 deutschen und englischen Klinika die Wirksamkeit der Behandlung mit der High-Cut Off-Membran im Vergleich zur bisher angewandten Therapie an einer großen Anzahl an Patienten gezeigt werden.

Multiples Myelom und Nierenversagen

Bei Patienten mit Multiplem Myelom (zirka zwei Prozent aller Todesfälle bei Krebs weltweit) kann die Nierenfunktion so stark beeinträchtigt werden, dass es zu einem kompletten Ausfall dieser Organe kommt: Die Krebszellen bilden so genannte freie Leichtkettenproteine (FLC), das sind Moleküle, die über die Niere ausgeschieden werden. Eine vermehrte Bildung dieser Moleküle kann die Nierenkanälchen verstopfen und so zu einem Nierenversagen mit Dialysepflicht führen. Der Ausfall der Nierenfunktion verschlechtert die Überlebenschance dieser Patienten erheblich. "Bereits zum Zeitpunkt der Diagnose der Krebserkrankung hat nahezu die Hälfte der Patienten mit Multiplem Myelom eine eingeschränkte Nierenfunktion und bei neun Prozent ist sogar eine sofortige Dialysebehandlung nötig", sagt Hermann Göhl, Wissenschaftlicher Direktor bei Gambro.

Hochentwickelte Membrantechnologie: High-Cut Off

Bis jetzt wurde versucht, diese Patienten mit anderen Blutreinigungsverfahren zu therapieren, doch ein nachhaltiger Erfolg konnte damit nicht erzielt werden. Aufgrund ihrer Molekülgröße können FLCs nicht mit üblichen Dialysemembranen entfernt werden.

Durch die bahnbrechende Entwicklung der High-Cut Off-Membran von Gambro in Hechingen ist es gelungen, die freien Leichtkettenproteine sehr effektiv und schnell zu entfernen, bevor sie die Nierenfunktion unwiederbringlich schädigen.

"Die hoch entwickelte Membran besitzt nämlich Poren, die die Durchlässigkeit und somit auch die Effektivität der Blutreinigung erhöhen", so der Wissenschaftliche Direktor. Aufgrund ihrer hohen Durchlässigkeitsgrenze - Cut Off - kann die Membran Moleküle von der Molekulargewichtsgröße der FLCs gut beseitigen.

Gemeinsam durchgeführte Pilotstudien von Gambro mit dem Universitätsklinikum in Tübingen, der Charité in Berlin und der Universität Birmingham haben bereits gezeigt, dass durch die Behandlung mit Chemotherapie die Bildung der FLCs gestoppt wird und bei gleichzeitiger regelmäßiger Dialysebehandlung über einige Wochen mit einer High-Cut Off Dialysemembran die freien Leichtkettenproteine im Blut kontinuierlich abnehmen.

Dabei wurde bei zirka 75 Prozent der Patienten als Folge der Absenkung der Leichtkettenkonzentration eine normale Nierenfunktion wiedererlangt. "Im Vergleich zu früheren Ergebnissen kann man bei unserem Verfahren von einem Durchbruch in der Therapie des Nierenversagens durch das Multiple Myleom sprechen", betont Hermann Göhl, "und die Sterblichkeitsrate der betroffenen Menschen deutlich senken. In der kürzlich gestarteten Studie wird unser Verfahren an einer größeren Anzahl von Patienten und in verschiedenen Krankenhäusern in Europa untersucht."
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