Prof. Karl Leo gewinnt Rudolf-Jaeckel-Preis der Deutschen Vakuumgesellschaft

(PresseBox) ( Dresden, )
Professor Karl Leo, Direktor des Instituts für Angewandte Photophysik der TU Dresden und Leiter des Fraunhofer COMEDD (Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden), wurde am 4. Juni 2012 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Vakuumgesellschaft DVG mit dem Rudolf-Jaeckel-Preis 2012 geehrt.

Diese Tagung fand 2012 in Verbindung mit der 14th Joint Vacuum Conference und der 12th European Vacuum Conference vom 4 bis 8. Juni 2012 in Dubrovnik statt.

Prof. Leo bekommt den Preis aufgrund seiner bahnbrechenden Forschungsarbeiten zur Physik organischer Halbleiterschichten und deren Anwendungen in der Optoelektronik, insbesondere für organische Leuchtdioden und großflächige organische Solarzellen. Prof. Leo sieht den Preis als Ansporn, die Forschungsarbeiten an der TU Dresden voranzutreiben sowie kontinuierlich seine Forschungsarbeiten bei COMEDD weiter in die Praxis zu überführen: "Ich bin sehr dankbar für diese Auszeichnung. Sie ist eine weitere Anerkennung der Arbeit an den zukunftsweisenden organischen Technologien, mit denen meine Mitarbeiter und ich zum Beispiel faszinierende neuartige Leuchtmittel entwickeln, die ein besonders angenehmes Licht in jede Wohnung zaubern können."

Auch in Mikrochips können die organischen Leuchtdioden integriert werden und sind so als Mikrodisplays für Datenbrillen oder für Sensorlösungen einsetzbar.

Der Rudolf-Jaeckel-Preis wird jährlich an Personen verliehen, die hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der vakuumgestützten Wissenschaften erbracht haben.

Über Prof. Karl Leo:

Nach dem Physikstudium an der Universität Freiburg promovierte Karl Leo 1988 an der Universität Stuttgart mit einer am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung bei Hans Queisser ausgeführten Arbeit zur Ultrakurzzeit-Spektroskopie in Halbleitern. Von 1989 bis 1991 war er Postdoc bei den Bell Laboratories in Holmdel, NJ, U.S.A. und ab 1991 Oberassistent an der RWTH Aachen.

Seit 1993 leitet er das Institut für Angewandte Photophysik der Technischen Universität Dresden, zusätzlich ist er Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme, Dresden. Sein aktuelles Arbeitsgebiet sind Organische Halbleiter, von den Grundlagen bis hin zu Anwendungen, z.B. als Organische Leuchtdioden (OLED) und Organische Solarzellen. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Zukunftspreis des Deutschen Bundespräsidenten. Er ist Mitbegründer einiger Firmen, u.a. Novaled AG und Heliatek GmbH.

Über den Rudolf-Jaeckel-Preis der Deutschen Vakuumgesellschaft:

Die DVG verleiht jährlich den Rudolf-Jaeckel Preis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der vakuumgestützten Wissenschaften. Es sollen vor allem langjährige und bahnbrechende Arbeiten zu den Grundlagen der von der DVG betreuten Gebiete und zu deren Anwendungen und Umsetzungen in der wissenschaftlichen und industriellen Praxis gewürdigt werden. Auch herausragende Leistungen zu einem aktuellen Thema können gewürdigt werden. Der Preis kann sowohl an eine Einzelperson(keine Altersbeschränkung) als auch an ein Team verliehen werden. Die Preisträger(innen) sollen vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum kommen.

Der Preis besteht aus einem Preisgeld von 1000 Euro, sowie einer Medaille nebst Urkunde.

Die Auswahl des Preisträgers oder der Preisträgerin obliegt einem Preiskomitee von 5 Personen, welche durch den Vorstandsrat der DVG berufen werden. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.

Der Vorsitzende des DVG-Preiskomitees, Prof. (em.) Dr. Hans Oechsner, betont, dass der Beschluss zur Preisverleihung an Karl Leo am 30. November 2011, also noch vor der Verleihung des Zukunftspreises, gefasst wurde.

http://www.vakuumgesellschaft.de/

Über COMEDD:

Dresden hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum der Forschung für organische Halbleitermaterialien und Systeme entwickelt. Um die Ergebnisse in die Produktion zu überführen, ist eine weitere Optimierung der Fertigungsprozesse und die Etablierung und Erprobung erster Pilot- Fertigungsanlagen notwendig. Am Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS wurde deshalb ein Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden (COMEDD) gegründet. COMEDD - mittlerweile ein eigener Institutsteil des Fraunhofer IPMS - kombiniert Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Herstellung, Integration und Technologieentwicklung von elektronischen Bauelementen basierend auf organischen Halbleitern. Die Mission von COMEDD ist die kunden- und anwendungsspezifische Forschung, Entwicklung und Pilotfertigung von neuartigen Bausteinkonzepten und Herstellungsmethoden für diese organischen Materialien. COMEDD verkörpert ein in Europa führendes fertigungsnahes Forschungs- und Entwicklungszentrum für organische Halbleiter mit thematischer Fokussierung auf organische Leuchtdioden und Vakuumtechnologien. In mehreren Reinräumen besteht die COMEDD-Infrastruktur aus:

- einer Pilotlinie für die Herstellung von OLEDs auf 370 x 470 mm² großen Substraten,
- zwei Pilotlinien für 200 mm Wafer für die OLED-Integration auf CMOS-Substraten, sowie
- einer Forschungslinie für eine Rolle-zu-Rolle-Fertigung auf flexiblen Substraten.

COMEDD bietet damit vielfältige Forschungs-, Entwicklungs- und Pilotfertigungsmöglichkeiten, insbesondere für OLED-Beleuchtung, organische Solarzellen und OLED- Mikrodisplays.
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