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Pressemitteilung BoxID: 432226 (Fraunhofer Institut LBF)
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Spitzenforschung auf dem Gebiet der Adaptronik für weitere drei Jahre im LOEWE-Zentrum AdRIA gesichert

Das Land Hessen bewilligt die zweite Phase des LOEWE-Zentrums AdRIA

(PresseBox) (Darmstadt, ) Nach drei Jahren erfolgreicher Arbeit wird das LOEWE-Zentrum AdRIA unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Direktor des Fraunhofer-Institutes für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF und zugleich Vize-Präsident der TU Darmstadt, nach positiver Zwischenevaluierung vom Land Hessen im Rahmen seiner Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz LOEWE um weitere drei Jahre verlängert. Anfang April wurde das LOEWE-Zentrum AdRIA durch international ausgewiesene Experten vor Ort als Teil der Zwischenevaluierung begutachtet, wobei dem LOEWE-Zentrum AdRIA eine hohe wissenschaftliche und ökonomische Exzellenz bescheinigt wurde. Auf Basis dieser Evaluierung fördert das Land Hessen das LOEWE-Zentrum AdRIA mit rund 18,4 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. "Mit dieser Bewilligung stärkt das Land Hessen den Aufbau eines weltweit einmaligen Zentrums für Adaptronik und gewährleistet Kontinuität in der internationalen Spitzenforschung am Standort Darmstadt. Dieses ist eine Bestätigung und hohe Anerkennung der Arbeiten aller am LOEWE-Zentrum AdRIA beteiligten Partner", sagt Prof. Holger Hanselka.

Mit der Entscheidung der LOEWE-Verwaltungskommission sind das LOEWE-Zentrum AdRIA und der Standort Darmstadt in Hinblick auf die Entwicklung der Adaptronik weltweit und die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit wie CO2-Neutralität des Transportsektors und der Städte sowie erneuerbare Energien hervorragend aufgestellt. Mit seiner wissenschaftlichen Zielsetzung adressiert das LOEWE-Zentrum AdRIA in diesem Zusammenhang Produktinnovationen in den Marktfeldern Energie, Mobilität, Umwelt und Gesundheit, wobei durch die Möglichkeit der Abdeckung der gesamten Entwicklungskette das Zentrum als strategischer Forschungs- und Entwicklungspartner mit Standortvorteil ernst genommen wird. Wesentlich hierfür sind die Vernetzung der einzelnen Partner, die Erweiterung der Infrastruktur und vor allem der Aufbau von wissenschaftlichem Personal.

Im LOEWE-Zentrum AdRIA werden die komplementären Einzelkompetenzen, die am Fraunhofer LBF, an der Technischen Universität Darmstadt sowie der Hochschule Darmstadt angesiedelt sind, zusammengeführt und weiterentwickelt. Die gemeinsamen Leistungsspektren in der Schlüsseltechnologie Adaptronik werden so gebündelt, damit sie im Sinne einer ganzheitlichen Systemkompetenz weiter entwickelt werden können. Das Zentrum bildet die Basis für

- eine neue Fraunhofer-Einrichtung für Adaptronik,
- einen inhaltlich wie personell eng verknüpften Forschungsschwerpunkt Adaptronik an der TU Darmstadt sowie
- einen ergänzenden Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkt Funktionsintegrierter Leichtbau an der Hochschule Darmstadt

In den ersten drei Jahren wurde neben Spitzenforschung in zehn ausgewählten Technologiebereichen der Adaptronik eine hochmoderne Infrastruktur für die adaptronische Forschung geschaffen. In einem eigens für das LOEWE-Zentrum AdRIA zugekauften Gebäude können bis zu 105 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der drei Partner gemeinsam forschen und auf eine hochmoderne Labortechnik der neuesten Generation zugreifen. Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten befinden sich im Gebäude des LOEWE-Zentrums AdRIA nicht nur Büroflächen, sondern auch Labore für adaptronische Systeme, Akustik, Regelungstechnik, Messtechnik und Rapid-Prototyping. Darüber hinaus konnten zwei neue LOEWE-Professuren an der Schnittstelle Fraunhofer LBF / TU Darmstadt sowie Fraunhofer LBF / Hochschule Darmstadt etabliert werden, die die bereits bestehende Zusammenarbeit der drei Partner weiter intensivieren. Eine dritte LOEWE-Professur zum Thema Rapid Prototyping befindet sich zurzeit im Auswahlverfahren.

In den nächsten drei Jahren sollen "mittels der geschaffenen Infrastruktur und auf Basis der Zusammenarbeit in den interdisziplinären Teams Ingenieurslösungen auf Systemebene demonstriert und dazu Spitzenforschung in den jeweiligen Teildisziplinen der Adaptronik geleistet werden", so Professor Thilo Bein, administrativer Koordinator des LOEWE-Zentrums AdRIA. Die in den ersten drei Jahren entwickelten und validierten Konzepte und Methoden werden dazu in komplexeren, anwendungsnahen Technologiedemonstratoren umgesetzt anhand derer Systemlösungen studiert und demonstriert werden. Stellvertretend für die vielfältigen Anwendungsszenarien aus dem Maschinen- und Anlagenbau werden eine Fahrzeugkarosserie, ein Motorfundament, ein Raum im Raum und ein hochskaliertes Tragwerk aufgebaut.

Im Zusammenspiel von Forschung, Anwendung und Bildung werde am LOEWE-Zentrum AdRIA das in Europa einmalige Kompetenz- und Leistungsspektrum aller Partner der Region miteinander verbunden, erklärte Professor Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt. "Das Zentrum bietet mit seinen neuen Laboren beste Voraussetzungen, um erfolgreiche und vor allem nachhaltige Technologieentwicklung auf dem Gebiet der Adaptronik von der Idee bis zum serienreifen Produkt voranzutreiben." Auf dieser Leistungsbasis können gemeinsam mit Forschungs- und Entwicklungspartnern vor Ort industrielle Projekte in allen Adaptronik-affinen Branchen ganzheitlich und maßgeschneidert durchgeführt werden. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen können hiervon strategisch profitieren. Das LOEWE-Zentrum AdRIA steht hierbei als kompetenter Partner zur Verfügung. Ein besonderer Erfolgsfaktor liegt dabei in der Entwicklung von High-Level-Produkten und dem Aufbau von Spezialkompetenzen. Mit Blick darauf bieten Schlüsseltechnologien wie die Adaptronik verstärkte Möglichkeiten, den breiten Mittelstand an den Know-how- und Entwicklungsstrategien führender Forschungsinstitutionen teilhaben zu lassen.

Hintergrund: Adaptronik gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Sie bringt gleichsam "Leben" in mechanische Strukturen und ermöglicht es Bauteilen, sich aktiv an veränderliche Umgebungs- und Betriebsbedingungen anzupassen. Die dadurch möglichen Funktionsvorteile eröffnen nachhaltige Produktinnovationen beispielsweise in den Bereichen Schwingungsisolation, Lärmreduktion, Formkontrolle bis zur Leichtbau- und Zuverlässigkeitsoptimierung. Hieraus können insbesondere in den Branchen Automobilbau, Maschinen- und Anlagenbau, Luft-, Schiffs- und Schienenfahrzeugbau, Bau- und Haustechnik, Medizintechnik und Sicherheitstechnik einzigartige Komponenten und Produkte entwickelt werden.