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Pressemitteilung BoxID: 418063 (Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF)
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
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  • 79108 Freiburg
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Günter Baur erhält Alfred-Saupe-Preis der Deutschen Flüssigkristallgesellschaft

Am 30. März wurde Günter Baur, der ehemalige Leiter der Abteilung "Display-Technologie" des Fraunhofer- Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF, für sein Lebenswerk ausgezeichnet

(PresseBox) (Freiburg, ) .
- Neue Flüssigkristalle für brillante Bilder

Als vor gut 20 Jahren die LCD-Technologie eingeführt wurde, war die sogenannte "Blickwinkelabhängigkeit" der Bildschirme ein sehr störender Nachteil. Schon bei leicht schräger Betrachtung wirkte das Bild im direkten Vergleich zu den bis dahin gebräuchlichen Röhrengeräten sehr kontrastarm. Die Arbeitsgruppe um Günter Baur am Fraunhofer IAF fand eine Lösung für dieses drängende Problem: Die In-Plane- Switching-Technologie (IPS). Bei einfachen Flüssigkristallanzeigen werden die senkrecht auf der Displayebene stehenden Moleküle durch eine externe Spannung in eine Position parallel zur Anzeige gekippt, um die Lichtdurchlässigkeit einbzw. auszuschalten. Bei der IPS-Technologie werden die Flüssigkristalle nicht gekippt, sondern in der Displayebene durch Anlegen einer Steuerspannung gedreht. Damit erreicht man eine wesentlich bessere Erkennbarkeit der Anzeige auch bei schräger Betrachtung, die der von Röhrengeräten nicht nachsteht. Die Entscheidung der Forscher, auch gleich eine Patentanmeldung einzureichen, erwies sich als Glücksgriff. Das Patent konnte an die Firma Merck in Darmstadt verkauft werden, die bis heute sehr erfolgreich den Weltmarkt mit Flüssigkristallen zur Herstellung von Bildschirmen mit dieser fortschrittlichen Technologie beliefert. IPS ist inzwischen ein weltweit anerkanntes Qualitätskriterium für Displays und Fernseher. Wenn man heute einen hochwertigen Bildschirm vor Augen hat, blickt man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Erfindung aus Freiburg. Die 1990 von Günter Baur und seiner Arbeitsgruppe patentierte Idee ist durch die Lizenzeinnahmen das wirtschaftlich erfolgreichste Patent des Fraunhofer IAF.

Der Preisträger

Dr. Günter Baur, Jahrgang 1937, arbeitete von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1995 am Fraunhofer IAF. Zuletzt leitete er die Abteilung Display-Technologie. Im Jahr 1978 erhielt er den ersten Joseph-von-Fraunhofer-Preis für seine anwendungsbezogenen Arbeiten auf dem Gebiet der Flüssigkristallanzeigen.

Der Alfred-Saupe-Preis

Im Gedenken an Prof. Alfred Saupe verleiht die Alfred- Saupe-Stiftung zusammen mit der Deutschen Flüssigkristallgesellschaft (DFKG) jährlich einen Preis. Dieser besteht aus einer Ehrenurkunde und einer Gedenk-Medaille. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Forschung und Technologie von und mit Flüssigkristallen und Mesophasen. Der 1925 in Badenweiler bei Freiburg geborene und dort 2008 verstorbene Namensgeber war ein Pionier auf dem Gebiet der Flüssigkristallforschung. 1961 wirkte er für ein Jahr am Freiburger Institut für Elektrowerkstoffe, dem späteren Fraunhofer IAF.

Das Fraunhofer IAF

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF versteht sich als ein wichtiger Baustein zur Entwicklung und Realisierung von Innovationen, die das Leben vieler Menschen besser und lebenswerter machen. Seine Arbeiten sind fokussiert auf die Erforschung und Entwicklung von mikro-, nano- und optoelektronischen Schaltungen, Modulen und Systemen aus Verbindungshalbleitern. Diese finden Anwendung in der Sicherheits- und Kommunikationstechnik, der effizienten Nutzung regenerativer elektrischer Energie sowie der Umwelt- und Medizintechnik. Heute forschen 250 Mitarbeiter mit einem jährlichen Etat von 26 Millionen Euro an Fragestellungen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.

Mehr unter: www.iaf.fraunhofer.de

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