Erfolgsgeschichte: Fraunhofer feiert 25 Jahre angewandte Forschung in den neuen Bundesländern

München, (PresseBox) - Keine Forschungsorganisation leistete so rasch und intensiv ihren Beitrag zur deutschen Wiedervereinigung wie die Fraunhofer-Gesellschaft. Seit über einem Vierteljahrhundert ist Fraunhofer in den neuen Bundesländern innovativer Forschungspartner, zukunftsorientierter Arbeitgeber und technologischer, wirtschaftlicher sowie gesellschaftlicher Impulsgeber zugleich. Dieses Jubiläum, die einzigartige Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft in den neuen Bundesländern und die Leistungen ihrer Institute und Einrichtungen würdigt und feiert Fraunhofer mit besonderen Veranstaltungen.

Seit nunmehr 25 Jahren ist Fraunhofer in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin ein etablierter Motor des Fortschritts. Keine andere Forschungsorganisation war in der Zeit des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs in Ostdeutschland bereits in den Jahren 1989/1990 so schnell und unterstützend vor Ort präsent. Es galt, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer zerfallenden Forschungslandschaft rasch neue Perspektiven zu geben. Auch unter den veränderten Rahmenbedingungen wollten diese Forscherinnen und Forscher weiterhin ihre Leistungsfähigkeit beweisen. Mit mehr als 20 Forschungseinrichtungen begann somit am 1. Januar 1992 eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte für Fraunhofer in den neuen Bundesländern.

In wenigen Jahren erreichten die örtlichen Fraunhofer-Einrichtungen das, was der Wirtschaft noch lange versagt blieb - den Anschluss an das Niveau Westdeutschlands und den internationalen Wettbewerb. Daraus sind leistungsfähige Kompetenzzentren entstanden, die als Hoffnungsträger für den regionalen Aufschwung wissenschaftlich und wirtschaftlich gleichermaßen erfolgreich sind. »Vor 27 Jahren haben wir die politische Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten gefeiert, vor 25 Jahren wurde Fraunhofer dann offiziell in den neuen Bundesländern aktiv - mit ganz außergewöhnlichem Engagement«, resümiert Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Kaum jemand war damals so schnell und so effizient dabei, sein Wirkungsfeld und sogar die eigene Struktur auf das wiedervereinigte Deutschland einzustellen wie Fraunhofer. Und dieser Einsatz war auch nötig, denn die Wirtschaft in den neuen Bundesländern - und damit der Kundenkreis für die angewandte Forschung - unterlag in den ersten Jahren einem rasanten Niedergang. Wir mussten die Fraunhofer-Forschung im Osten daher schnell wettbewerbsfähig machen, damit sie auch im Westen Kunden finden konnte.«

Gelungene Kooperation zwischen Ost und West

Zwischen 1990 und 2016 investierte Fraunhofer rund 590 Millionen Euro in Baumaßnahmen der Forschungseinrichtungen in den neuen Bundesländern, zusätzlich flossen etwa 490 Millionen Euro in Erstausstattungen. Vor 25 Jahren begann die dortige Fraunhofer-Geschichte mit 21 Instituten und Außenstellen, aktuell sind es über 50 Forschungseinrichtungen in den neuen Bundesländern und Berlin. Die Mitarbeiterzahl in den neuen Bundesländern stieg in dieser Zeit von 970 auf 4380, das Budget von (umgerechnet) 70 auf 504 Millionen Euro. Der Ertragsanteil aus der Wirtschaft lag 2016 bei durchschnittlich 40 Prozent. »Im Ergebnis haben wir die Welten der angewandten Forschung in Ost und West effizient und erfolgreich miteinander vernetzt«, so Neugebauer. »Unser Kerngedanke war, die Menschen, die so lange in unterschiedlichen Systemen gelebt haben, wieder zueinander zu bringen, besonders im Alltag, in der Arbeitswelt. Man musste ihnen den Raum geben, sich neu kennen und schätzen zu lernen - und ihnen ermöglichen, an einer gemeinsamen Leistung zu wachsen.« Das Jubiläum 25 Jahre angewandter Forschung in den neuen Bundesländern feiern die Fraunhofer-Gesellschaft und ihre Institute mit besonderen Veranstaltungen in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, wo Fraunhofer mit 11 Forschungseinrichtungen besonders stark vertreten ist - fast 2000 Mitarbeitende erwirtschaften hier ein Gesamtbudget von 167 Millionen Euro.

Ausstellung #real_digital: Gemeinsam Werte schaffen

Die vielfältige und interaktive Jubiläumsausstellung »#real_digital: Gemeinsam Werte schaffen« zeigt wichtige Ereignisse und exemplarische Technologien der Fraunhofer-Forschung. Die 16 Fraunhofer-Institute aus den neuen Bundesländern stellen sich, ihre Historie und Meilensteine sowie ihre Zukunftsthemen und -projekte im Internationalen Congress Center Dresden vor. Diese Fraunhofer-Institute halfen mit, den Maschinen- und Anlagenbau in Sachsen und Thüringen wiederaufzubauen, die Optik in Jena, die Produktionstechnik in Magdeburg, die Mikroelektronik in Dresden und Berlin, die Werkstoffforschung in Dresden und Halle, sowie die Gesundheitsforschung in Leipzig. Auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern trugen Fraunhofer-Einrichtungen dazu bei, eine zukunftsfähige Wirtschaft zu erschaffen. Am Mittwoch, 31. Mai 2017, ist die Ausstellung für die Öffentlichkeit von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Bei der feierlichen Eröffnung am Montag sprachen neben Prof. Neugebauer Dr. Eva-Maria Stange, sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Dr. Michael Mertin, Vizepräsident des Wirtschaftsrates Deutschland sowie ehemaliger Vorstandsvorsitzender JENOPTIK AG und Prof. Alexander Böker, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP, über die Bedeutung von Fraunhofer für die Entwicklung der ostdeutschen Forschungslandschaft und Wirtschaft.

Forschungspreise und Public Event in der Dresdner Innenstadt

Unter dem Motto »#real_digital: Wir vernetzen Welten« findet am Dienstag, 30. Mai 2017, die Verleihung der Fraunhofer-Forschungspreise statt. Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft jährlich die »Joseph-von-Fraunhofer-Preise« für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Forscherinnen und Forscher, die anwendungsnahe Probleme lösen. In diesem Jahr werden vier jeweils mit 50 000 Euro dotierte Preise vergeben. Der zusätzliche Fraunhofer-Preis »Technik für den Menschen« wird alle zwei Jahre für Forschungs- und Entwicklungsleistungen vergeben, die maßgeblich dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und deren Leistungsfähigkeit im täglichen Leben bis ins Alter zu erhalten. Auch dieser Preis ist mit 50 000 Euro dotiert und wird im Beisein von Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, verliehen.

Ebenfalls am Dienstag, 30. Mai 2017, lädt Fraunhofer unter dem Titel »#real_digital: Forschung (er)leben - Wie Wissenschaft die Welt verändert« die Öffentlichkeit ab 22 Uhr zum großen Public Event ein. Eine interaktive Erlebnis-Route in der Dresdner Innenstadt informiert Besucher vor der historischen Kulisse der Dresdner Altstadt zur Forschungsgeschichte und den aktuellen Themen Vernetzung und Innovation. Fassaden ausgewählter Gebäude werden dabei durch Licht- und Laserprojektionen zu Szenenflächen, in denen Schauspielkünstler historische Hintergründe zur Stadt Dresden, relevante Forschungsthemen und wichtige Ereignisse sowie exemplarische Technologien der Fraunhofer-Gesellschaft präsentieren. »Wir haben große Anstrengungen unternommen, damit wir nicht nur Wissenschaft verkaufen, sondern auch selbst Unverwechselbares erschaffen. Das wollen wir auch mit unseren Jubiläumsveranstaltungen in Dresden zeigen«, so Neugebauer, der zu diesem Anlass auch einen Blick in die Zukunft wirft. »In zwei Jahren feiern wir 70 Jahre Fraunhofer-Gesellschaft. Wir wollen weiterhin aus originärer Vorlaufforschung Innovationen, aus Innovationen Wertschöpfung und aus Wertschöpfung letztlich Beschäftigung schaffen. Unser wesentliches Ziel ist jetzt, systemrelevante Entwicklungen durch Projektzentren voranzutreiben und disruptive Innovationen zu erzielen, also echte Durchbrüche. Deshalb bauen wir Forschungscluster als nationale Zentren für verschiedene Forschungsrichtungen auf - etwa für maschinelles Lernen, für programmierbare Materie, für die öffentliche Sicherheit oder für Autoimmunerkrankungen. Solche Themen wollen wir intensiv vorantreiben, damit wir die wissenschaftliche Federführung behalten und den Unternehmen helfen können, nicht nur ihre Prozesse zu verbessern, sondern mit völlig neuen Produkten auch neue Märkte zu eröffnen.«

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