Faustregel: 4,5 Prozent Gewinn

Gründer sollten ihre Gewinnchancen kritisch hinterfragen

(PresseBox) ( Wiesbaden, )
Gründungsvorhaben scheitern nach landläufiger Meinung häufig an Finanzierungsproblemen. Ausgeblendet wird bei dieser Betrachtung, dass Gründer zu Recht auch an Gewinnen interessiert sind, sie zu deren Größe oft jedoch unrealistische Vorstellungen haben. Auf dieses Phänomen und auf einen Ansatz zur Einschätzung der Erfolgsaussichten macht jetzt das Forum Kiedrich aufmerksam.

Im Bewerbungsverfahren zu seinen halbjährlichen Gründermärkten stößt das Gründer- und Mentorennetzwerk Forum Kiedrich auffällig oft auf vage Angaben zur erwarteten Umsatz- und Gewinnsituation. Auf Nachfrage lassen sich die Angaben zum Umsatz schnell präzisieren. Wie viel Gewinn unter dem Strich tatsächlich erwartet werde, ist jedoch eine 'No-Go'-Frage. Aus Sicht von Forum Kiedrich Geschäftsführerin Claudia Erben lässt sich dies nur unzureichend mit der mangelnden Vorausschau auf künftige Geschäfte begründen.

Technologischinnovativ ausgerichtete Gründer, die für ihre Vorhaben am Markt auf neue Produkte und Dienstleistungen setzen, trauten sich durchaus eine hohe operative Gewinnmarge zu. Gründerinnen und Gründer dagegen, die der Arbeitslosigkeit entgehen wollten, würden eher geringere Gewinnerwartungen haben: "Gründer sollten heute mit einer operativen Marge von rund 4,5 Prozent starten. Vieles lässt sich steigern, wenn das Geschäft erst einmal läuft. Wer dagegen mit großen Anschubfinanzierungen von Anfang an auf mehr setzt, wird häufig enttäuscht."

Für die Schätzung der Gewinnaussichten kommt es laut Forum Kiedrich darauf an, aus vier Richtungen auf das eigene Geschäft zu schauen: Wie sieht es bei vergleichbaren Wettbewerbern aus? Wer sind die gegenteiligen Wettbewerber und was lehren diese mich, das ich besser sein lassen sollte? Welche Vermutungen gelten für mein eigenes Geschäftsmodell? Woher bekomme ich Indizien, die zu professionellen Antworten führen?

Ungünstige Gewinnaussichten tragen nach Einschätzung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vor allem zur Verschiebung eines Gründungsvorhabens bei. Laut seinem im Spätherbst 2009 herausgegebenem Gründungsreport liegt dies vor allem an den instabilen gesamtwirtschaftlichen Verhältnissen. An den vornehmlich an technischen Chancen orientierten Gründungsvorhaben im Forum Kiedrich kann dies nachvollzogen werden. Die Vorstellungskandidaten teilen sich in zwei Gruppen. Einerseits die, die eine innovative Gründung ankündigen aber noch nicht starten, was sich an eher unbestimmten Gewinnaussagen fest machen lässt, und andererseits die, die nach einem ersten Jahr am Markt den Nutzen eines klar positionierten Netzwerks erkennen und dort auch zur Geschäftsentwicklung Farbe bekennen. "Die Gruppe derjenigen, die gerade erst gegründet hat, tritt nur selten an. Solche Jung-Gründer kommen nach Beratungsrunden mit den üblichen Förderinstitutionen vielleicht gerade mit ihrer neuen Selbständigkeit zu Recht, wollen sich jedoch noch nicht unseren Fragen zum tatsächlichen Gewinn oder Verlust stellen", vermutet Claudia Erben.

Das in Wiesbaden ansässige Gründer- und Mentorennetzwerk misst in unregelmäßigen Abständen den Erfolg der in seinem bundesweiten Netzwerk begleiteten Unternehmerinnen und Unternehmer in Form eines Gründerbarometers. Bislang zeigte sich, dass die Unternehmen im Durchschnitt nach sechzehn Monaten die Gewinnzone erreichen. Hierzu die Gründungsexpertin: "Wo sie wirklich stehen, darüber schweigen die meisten Gründer. Da sind sie wie der typische deutsche Mittelständler, der über nichts so ungern spricht wie über seinen tatsächlichen Gewinn."

Der nächste Gründermarkt des Forum Kiedrich findet in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ganztägig am Samstag, den 6. Februar 2010, statt. Nähere Informationen unter www.forum-kiedrich.de.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.