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Pressemitteilung BoxID: 131945 (Forschungszentrum Jülich GmbH)
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Wirtschaftsmagazin vergibt Innovation Award an Peter Grünberg

The Economist ehrt Jülicher Forscher für GMR-Effekt

(PresseBox) (Jülich/London, ) Das renommierte Wirtschaftsmagazin The Economist vergibt seinen Innovation Award 2007 an Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich. Während eines Festaktes im Science Museum in London nahmen gestern Abend Grünberg und seine Kollegen Albert Fert von der Université Paris-Sud und Stuart Parkin von IBM die gemeinsame Ehrung in der Kategorie "No Boundaries" entgegen.

Die Festkörperphysiker wurden für ihre Arbeiten rund um den Riesenmagnetowiderstands-Effekt geehrt, der in den 90er-Jahren den Durchbruch zu Giga-Byte-Festplatten ermöglichte. Grünbergs und Ferts Forschung legte den Grundstein für den Bereich Spintronik, der den quantenmechanischen Spin der Elektronen für die Mikro- und Nanoelektronik nutzbar macht. Die beiden Forscher erhalten dafür in diesem Jahr den Nobelpreis für Physik. Dank dieser Grundlagenforschung gelang es Parkin, leistungsfähige Lese-Schreib-Köpfe für Festplatten zu entwickeln.

In ihrer Begründung hebt die 25-köpfige Jury hervor, dass die Geehrten "einen enormen Einfluss auf einen neuen Bereich in Wissenschaft und Technologie" hatten. Neben der Kategorie "No Boundaries", in der Grünberg, Fert und Parkin geehrt wurden, vergibt die Jury auch Ehrungen in sechs weiteren Kategorien, darunter "Bioscience", "Energy and Environment" und "Social and Economic Innovation". Zu den bisherigen Ausgezeichneten gehören Tim Berners-Lee, Ronald Coase (2003),Gerd Binning, Heinrich Rohrer, Christoph Gerber, Muhammed Yunus, Linus Torvalds (2004), Fujio Masuoka sowie das iPod-Entwicklerteam von Apple (2005).

Grünbergs Riesenmagnetowiderstands- oder GMR-Effekt (englisch: Giant Magnetoresistance) findet man heute in fast allen Festplatten. Der GMR-Effekt dient zum präzisen Auslesen von Daten.Diese sind auf engstem Raum in winzigen Bereichen unterschiedlicher Magnetisierung gespeichert. Ein Sensor, der den GMR-Effekt nutzt, registriert diese kleinen Unterschiede als große messbare Änderung und arbeitet daher hochempfindlich. Das erkannte auch die Industrie sehr schnell: Bereits 1997 kam der erste GMR-Lesekopf für Computerfestplatten auf den Markt. Der GMR-Effekt bescherte dem Forschungszentrum Jülich als Patentinhaber Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Längst hat der GMR-Effekt in verbesserten Leseköpfen für Festplatten, Videobänder sowie in MP3-Playern weltweite Verbreitung gefunden. Peter Grünberg erhielt dafür bereits den Zukunftspreis des Bundespräsidenten und den Erfinderpreis der Europäischen Kommission.

Weiteres Material

Nobelpreis an Grünberg und Fert:http://www.fz-juelich.de/portal/index.php?index=721&cmd=show&mid=527

Bilder und Hintergrundinformationen zu Peter Grünberg und zum GMR-Effekt finden Sie unter http://www.fz-juelich.de/gruenberg

Informationen zur Innovation Award Ceremony:http://www.economistconferences.com/

Home de Magazins The Economist:http://www.economist.com/

Forschungszentrum Jülich GmbH

Das Forschungszentrum Jülich betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie & Umwelt sowie Informationstechnologien.
Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.