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Pressemitteilung BoxID: 786586 (Fördergesellschaft IZB mbH)
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Dynamische Entwicklungen im IZB: "Gen-Fähre" als nächste Generation von Therapeutika

Mit viralen Vektoren hergestellte Impfstoffe der nächsten Generation wirken auch therapeutisch, insbesondere bei bestimmten Tumorerkrankungen

(PresseBox) (Planegg/Martinsried, ) Virale Vektoren begründen die neueste Welle modernster Arzneimittel und Impfstoffe der kommenden zwei bis drei Jahrzehnte: Sie schalten Immunzellen „scharf“ oder „reparieren“ Gendefekte. Hierbei helfen die viralen Vektoren in menschliche Zellen einzudringen, um zielgerichtet genetische Veränderungen vorzunehmen. Mit viralen Vektoren hergestellte Impfstoffe der nächsten Generation wirken auch therapeutisch, insbesondere bei bestimmten Tumorerkrankungen. Vor diesem spannenden Hintergrund erwies sich das vergangene Jahr als wegweisend für den Erfolg des deutschen „Gene-Delivery“-Experten Sirion Biotech aus München.

Der global agierende Spezialist für virale Vektortechnologien konnte 2015 gleich mehrere Verträge für industrielle Arzneimittelentwicklungsprojekte schließen; ein Erfolg der sich auch maßgeblich auf den Jahresumsatz auswirkte. Dieser fiel im Vergleich zum Vorjahr fast doppelt so hoch aus. Zusätzlich ermöglichten es neue Produktionstechniken der Firma, ihren patentierten adenoviralen Serotyp Ad19a zu skalieren und auf seine Eignung als genetisches Medium für die Entwicklung moderner Impfmethoden zu testen.

Sirion Biotech ist aktiv in den wachsenden Feldern der Gentherapie und neuartiger Vakzine auf Basis viraler Vektoren, mit denen funktionsfähige Gene in menschliche Zellen transportiert werden. Erst in den 1980er Jahren fanden Forscher dieses Werkzeug zur Reparatur defekter Gene und zur Heilung schwerer Erbkrankheiten. Erste vielversprechende Therapien zeigen sich bei der Sichelzellenanämie, einer erblichen Erkrankung der roten Blutkörperchen und anderen Störungen des Hämoglobins. Eine erste Zulassung wurde in 2012 für eine Therapie einer Lipoprotein Lipase Deficiency (LPLD) erteilt: hierbei mangelt es den Patienten aufgrund einer Mutation des LPLGens an einem bestimmten Enzym für die Ingangsetzung des Fettstoffwechsels. Das zugelassene Medikament scheint die Mutation zu korrigieren. Drei Arten viraler Vektoren haben sich als nützlich erwiesen: Adenoviren, Adeno-assoziierte Viren (AAV) und Lentiviren. Sirion arbeitet auf allen drei Plattformen und erreicht mithilfe seiner in fast zehn Jahren fortentwickelten Querschnittskompetenzen eine jeweils höchstmögliche Transduktionseffizienz, d.h. einen jeweils hohen prozentualen Anteil von Zellen, die durch ein Übertragungssystem erfolgreich genetisch verändert bzw. „transduziert“ sind.

Mediziner und Biologen vermeiden das negativ belegte Wort „Virus“, sie nutzen lieber den technischen Begriff „viraler Vektor“. Eine erste klinische Zulassung eines holländischen Unternehmens in 2012 war der Durchbruch: seitdem sind mehr als 3 Milliarden US Dollar in zumeist therapeutische Entwicklungen investiert worden. Hunderte solcher viraler Vektoren befinden sich in klinischen Studien. In der Arzneimittel- bzw. Impfstoffentwicklung investiert sind mehrheitlich Neugründungen der letzten fünf bis acht Jahre. Innerhalb Big Pharma ist das Thema brandaktuell und hat bereits erste Übernahmen und signifikante Kollaborationen hervorgebracht.

Bis dato wurde die überwiegende Mehrheit der von Sirion ausgelieferten Vektoren für Forschungsanwendungen eingesetzt, mehr als hälftig in Unternehmen der Industrie. In 2015 erfuhr Sirion den Ritterschlag der forschenden Arzneimittelindustrie: das Unternehmen stieg gleich in drei industrielle Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen für potentielle Routineanwendungen ein. Diese, sofern in der Entwicklung erfolgreich, bieten erheblich mehr Wertschöpfung und lassen die langjährige Forschung sehr viel relevanter erscheinen. Indirekt über Lizenzen wird das Unternehmen am klinischen Erfolg partizipieren.

Ein Interview mit dem Unternehmensgründer Dr. Christian Thirion finden Sie in der neuen Ausgabe der „IZB im Dialog“, eine Unternehmenszeitschrift des Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie in Martinsried und Weihenstephan.

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Fördergesellschaft IZB mbH

Die Fördergesellschaft IZB mbH, im Jahre 1995 gegründet, ist die Betreibergesellschaft der Innovations- und Gründerzentren Biotechnologie in Planegg-Martinsried und Freising-Weihenstephan und hat sich zu den Top Ten der Biotechnologiezentren der Welt entwickelt. Auf 26.000 qm2 sind derzeit rund 60 Biotechunternehmen mit über 600 Mitarbeitern angesiedelt. Hier wird an der Entwicklung von Medikamenten gegen schwerste Erkrankungen, wie etwa Krebs, Alzheimer und diversen Autoimmunerkrankungen gearbeitet - und es gibt erste Erfolge. Im IZB Freising-Weihenstephan - 15 Minuten vom Flughafen entfernt - befassen sich Wissenschaftler mit Entwicklungen im Bereich Life Science. Ein wesentliches Kriterium für den Erfolg der IZBs ist die räumliche Nähe zur Spitzenforschung auf dem Campus Martinsried/Großhadern. Mehr Infos unter www.izb-online.de