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Pressemitteilung BoxID: 375073 (Fachhochschule Aachen)
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Schwarz mit Streifen und Pünktchen

(PresseBox) (Aachen, ) Es könnte ihr Motto sein, der Ausspruch des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer: "Jede Partei ist für das Volk da und nicht für sich selbst." Sabine Verheyen ist 45 Jahre alt und als Vollblutpolitikerin für Aachen und die Region aktiv. Seit 2009 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Die temperamentvolle Aachenerin hat als Mitglied im Stadtrat Aachens und im Euregio-Rat, als Bürgermeisterin der Domstadt (1999 bis 2009) sowie im Landesvorstand der nordrhein-westfälischen CDU und im Landesvorstand der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) viel bewegt und sich als bürgernahe, herzliche Politikerin erwiesen. Im EU-Parlament macht sie sich stark für die Themen regionale Entwicklung, Medien, Kultur und Bildung sowie für internationale Beziehungen. Außerdem setzt sie sich leidenschaftlich gegen Kindesmissbrauch ein, unterstützt das Aachener Kultur- und Vereinsleben oder fördert den interkulturellen Austausch inner- und außerhalb Europas. "Nach der politischen Farbenlehre bin ich schwarz", sagt Verheyen und fügt verschmitzt hinzu: "Aber mit roten Streifen und vielen grünen Pünktchen!"

Was verschlägt eine junge, dreifache Mutter in die Politik? Nach ihrem Abitur am St. Ursula Gymnasium 1983 studierte Sabine Verheyen an der FH Aachen. Sie wollte Architektin werden. Ein Jahr vor dem Diplom brach sie ihr Studium ab - der Spagat zwischen Familie und Studium war auf Dauer nicht zu meistern: "Immer blieb etwas auf der Strecke, entweder das Pauken oder die Familie", erinnert sich Verheyen. "Trotzdem nutzt mir das Architekturstudium noch heute", sagt sie. "Die praktische und technische Ausrichtung meines Studiums ist in den politischen Ausschüssen ungeheuer hilfreich." Und auch ohne Diplom reichten ihre Architekturkenntnisse, um für sich, Ehemann und Kinder ein gemeinsames Haus in Eilendorf zu bauen. Nach dieser Zeit begann sie in kleinen Schritten und zunächst ehrenamtlich eine politische Karriere bei der Christlich-Demokratischen Union. "Spannend wurde es, als sich in den späten 1980er Jahren ein Generationswechsel in der CDU abzeichnete", erzählt Verheyen mit leuchtenden Augen. "Wir jungen Leute übernahmen das Ruder - mit neuen Ansichten und neuen Ideen. Plötzlich begriff ich die Politik als Chance, mitzugestalten, die Zukunft anzupacken."

Für das Volk da sein statt parteiverliebtes Phrasendreschen: Das gilt für Verheyen auch auf Europa-Ebene. 27 Staaten umfasst die Europäische Union mittlerweile, sie ist zu einer Gemeinschaft von 500 Millionen Menschen herangewachsen. Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges taten sich in den 1950er Jahren die Gründerstaaten Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik zusammen. Je enger die wirtschaftliche Zusammenarbeit, desto geringer die zweifelhafte Notwendigkeit militärischer Konflikte, das war die Idee. Seit den Gründungsjahren hat sich viel getan in der EU. Große Geschehnisse wie die Wiedervereinigung Deutschlands oder die gemeinsame Währungsreform liegen Jahre zurück, und seit dem Vertrag von Lissabon zeichnen Kritiker mehr und mehr das Bild einer Geld verschlingenden und Paragraphen produzierenden Bürokratiemaschinerie. Mit einer Wahlbeteiligung von nur 43 Prozent bei der letzten Europawahl zeigten die Bürger in Deutschland wenig Interesse.

Sabine Verheyen hält dagegen: "Die Europapolitik geht jeden Bürger etwas an", sagt sie eindringlich. "Wir nehmen vieles schnell als Selbstverständlichkeit. Aber als ich klein war und wir meine Oma in Belgien besuchten, gehörte eine halbe Stunde Warten an der Grenze dazu. Heute braucht niemand mehr in der Schlange zu stehen und auf die Passkontrolle zu warten - das ist ein Verdienst der EU." Mit dem Elan, den Parteikollegen und Bürger aus ihrer lokalpolitischen Arbeit schätzen, geht sie auch ihre Aufgaben für das Europaparlament an. Und schlägt mit der Einrichtung des Europabüros in der Monheimsallee in Aachen gleich eine Brücke zu den Bürgern: Hier kann jeder vorbeikommen, sich Infomaterial aus der Theke nehmen und unkompliziert alle Fragen zur EU erklärt bekommen. Wenn Sabine Verheyen nicht in Brüssel oder Straßburg ist, dann ist sie hier: Bei den Bürgern.