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Pressemitteilung BoxID: 525226 (Fachhochschule Aachen)
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Lebensretterweste prämiert: In China holen FH-Studenten den dritten Platz

(PresseBox) (Aachen, ) Im Notfall kommt es auf jede Sekunde an: Viele Menschen, die unterwegs in eine Notsituation geraten, können gerettet werden, wenn schnell Hilfe angefordert wird. Oft sind die Betroffenen aber nicht in der Lage, selbstständig einen Notruf abzusetzen. Vor diesem Hintergrund entwickelten Benedikt Janssen und Jan Kempken vom Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen die Vital Controlling and Emergency Call Waistcoat, eine Weste, die Leben retten kann. Betreuender Professor beim Projekt war Prof. Dr. Klaus-Peter Kämper. Für ihre Erfindung wurden sie beim International Contest of Application in Nano-Micro Technology (iCan) 2012 mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Insgesamt 20 Teams aus verschiedenen Nationen stellten ihre Forschungsprojekte in Peking vor.

Die Weste der FH-Studenten wird im Notfall aktiviert, das heißt, wenn der Herzschlag oder die Atemfrequenz des Trägers unter oder über einen bestimmten Schwellwert fällt oder steigt. Ihre Kontrolleinheit versendet dann automatisch eine SMS mit den letzten gemessenen Positions- und Vitalfunktionsdaten. Diese Informationen können direkt an die Leitstelle des Rettungsdienstes weitergegeben werden. Außerdem kann die optionale PCSoftware der Weste die zuletzt empfangenen GPS-Koordinaten auswerten und damit eine genaue Rekonstruktion des Weges erstellen, den die zu rettende Person zurückgelegt hat.

"Wiederbelebungsmaßnahmen sind bei unterkühlten Personen schwierig und leider oft erfolglos. Besonders ältere Menschen sind von einem solchen Problem betroffen, da sie körperlich schwächer und weniger belastbar sind als jüngere Menschen. Unser Projekt setzt gezielt an diesem Punkt an", sagt Benedikt Janssen. Denn mit den übermittelten Daten könnten Notärzte bereits eine erste Ferndiagnose stellen und damit wertvolle Minuten durch den Wissensvorsprung gewinnen. Außerdem wurden Heizelemente in die Weste eingebaut, die die verunfallte Person vor einer Unterkühlung schützen.

Darüber hinaus sind die nötigen Bauteile für eine Audioverbindung bereits auf dem Außenmodul integriert. Damit ist es in Zukunft möglich, die verunglückte Person per GSM frühzeitig zu erreichen. Des Weiteren kann die Person auch selbst einen Notruf absetzen.

"20 000 Besucher waren an den beiden Ausstellungstagen im Museum of Science an Technology in Peking unterwegs", erzählt Benedikt Janssen. Die Konkurrenz kam unter anderem aus China, Japan, Südkorea, Malaysia, Thailand, Neuseeland, USA, Schweiz, Indien und Australien. "Vorteile hatten natürlich die chinesischen Teams wegen der Verständigung, aber durch unser Mandarin- Poster konnten wir auch mit den Besuchern in einen Austausch treten." Und der Student ist sich sicher: Es wird nicht sein letzter Aufenthalt in China gewesen sein.