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Pressemitteilung BoxID: 379869 (Fachhochschule Aachen)
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Gute Nachrichten zum Semesterstart

Absetzbarkeit von Studienkosten

(PresseBox) (Aachen, ) Ein Studium ist mit Kosten verbunden: Der Lebensunterhalt am Studienort muss finanziert, Studiengebühren bezahlt, Lernmaterial besorgt werden. Laut einem aktuellen Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) sollen zukünftig Aufwendungen für ein Zweitstudium oder ein Studium mit vorangegangener Berufsausbildung mit den ersten späteren beruflichen Einkünften verrechnet werden können. Auf diese mögliche Steuerersparnis, die in der Regel erheblich sein dürfte, macht Prof. Dr. Heino Rick vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FH Aachen aufmerksam.

Das BMF folgt mit diesem Schreiben der neuen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH), der schon mehrfach in Urteilen klargestellt hat, dass Aufwendungen für ein Studium zumindest nach Abschluss einer einschlägigen Berufsausbildung Werbungskosten und damit in unbegrenzter Höhe sofort oder später von anderen Einkünften abziehbar sind. Bislang waren Ausbildungskosten steuerlich nur als sogenannte Sonderausgaben bis zu 4 000 Euro und nur im Entstehungsjahr von anderen Einkünften abziehbar. Davon zu unterscheiden waren Fortbildungskosten in einem ausgeübten Beruf, die als sogenannte Werbungskosten uneingeschränkt von aktuellen, aber auch von zukünftigen Einkünften abziehbar sind.

Für die Fälle ohne vorherige Berufsausbildung, also für das klassische Erststudium, gilt dies bisher allerdings noch nicht. Hier wird noch an der derzeitigen Rechtslage festgehalten: Aufwendungen für ein Erststudium sind dabei nach § 12 Absatz 5 des Einkommenssteuergesetzes grundsätzlich nur den Sonderausgaben zuzuordnen. Da dem BFH aber ein vergleichbares Musterverfahren vorliegt, besteht die begründete Hoffnung, dass wegen des Gleichheitsgrundsatzes auch hier eine Entscheidung zugunsten der Studierenden ergehen wird.

Studierenden ist zu raten, in einer jährlich abzugebenden Einkommenssteuererklärung die gesamten Aufwendungen für ihr Studium grundsätzlich als Werbungskosten geltend zu machen. Bei einer eventuellen Ablehnung sollten in jedem Fall Rechtsmittel eingelegt werden.