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Pressemitteilung BoxID: 376240 (Fachhochschule Aachen)
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Erster Feldversuch des "IceMole" in der Schweiz war erfolgreich

(PresseBox) (Aachen, ) Nach zwei Wochen Feldversuch auf dem Morteratschgletscher im Schweizer Oberengadin hat das Forscherteam um Prof. Dr. Bernd Dachwald vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen seine Mission erfüllt: Die Einschmelzsonde "IceMole" wurde zum ersten Mal unter realen Bedingungen getestet und hat sich in den dicken Eispanzer des Gletschers geschmolzen. Mittlerweile ist das 17-köpfige Forscherteam wieder wohlbehalten zurück, mit vielen neuen Erkenntnissen im Gepäck.

"Wir haben den IceMole auf Leistungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit geprüft", sagt Prof. Dachwald. "Trotz kleiner anfänglicher Probleme mit der Motorsteuerung hat sich der Eismaulwurf auf dem Gletscher insgesamt sehr gut geschlagen." Der IceMole konnte sich mit seiner Eisschraube und seinem Schmelzkopf durch das Gletschereis nach oben, gegen die Schwerkraft, graben. Das ist bisher noch niemandem gelungen. Zudem wurde die Kurvenfähigkeit der Sonde nachgewiesen, die durch partielles Heizen der vier Heizer am Schmelzkopf erzielt wird, sowie die Durchdringung von "Dreckschichten". "Wir sind mit den Ergebnissen unseres ersten Feldversuchs sehr zufrieden", sagt der studentische Projektleiter Changsheng Xu. "Die Erkenntnisse, die wir auf dem Gletscher gesammelt haben, hätten wir im Labor nie bekommen können. Die gesammelten Daten werden nun von uns im Labor analysiert und die Kinderkrankheiten des IceMole beseitigt."

Der IceMole wurde vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Artmann und dem Institut für Bioengineering der FH Aachen entwickelt. Der Feldversuch auf dem Morteratschgletscher, dem flächenmäßig größten Gletscher in der Berninagruppe, war erst der Anfang. Dem Prototyp "IceMole" soll nun eine zweite verbesserte Generation folgen, die dann fit genug sein soll, um Polarregionen, Gletscher und irgendwann auch außerirdische Regionen zu erforschen.