Mehr Biogas dank "Bioextrusion®"

Neues Aufschlussverfahren für Biomasse ist praxistauglich und wirtschaftlich

(PresseBox) ( Gülzow, )
Drei Jahre lang, von 2006 bis 2009, unterzog die sächsische Firma Lehmann Maschinenbau GmbH das von ihr entwickelte Bioextrusions-Verfahren sowohl im Labor als auch in der Praxis intensiven Tests. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) förderte das Vorhaben über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

Bei der Bioextrusion® wird Biomasse mit Hilfe von Doppelschneckenextrudern mechanisch zerkleinert. Durch das anteilige Wasser in den Zellstrukturen erfolgt ein hydrothermaler Aufschluss, ausgelöst durch hohen Druck und hohe Temperatur. Die so entstehenden deutlich vergrößerten Zell-Oberflächen verbessern den Gärprozess.

Im Projekt wurden zunächst Gärtests mit extrudierten und nicht extrudierten Substraten in verschiedenen Biogaslaboren durchgeführt. Zu den getesteten Rohstoffen zählten Festmist, Mais- und Grassilage sowie Mischungen aus Stroh und Mais- bzw. Grassilage. Im Ergebnis steigerte sich die Methanausbeute bei allen extrudierten Substraten. Zudem konnten mit Hilfe des Verfahrens Substrate wie strohiger Kuhmist, die sonst für die Biogasgewinnung nur bedingt einsetzbar sind, nutzbar gemacht werden. Im Detail waren die Steigerungsraten je nach Substrat sehr unterschiedlich und reichten von 11% bei Putenmist über 14% bei Maissilage, 26% bei Grassilage bis hin zu 84% bei entwässerten Gärresten.

Die Praxisversuche an insgesamt drei landwirtschaftlichen Biogasanlagen bestätigten die positiven Resultate. In den Anlagen konnten die Biogaserträge durch Bioextrusion® zwischen 11,7 und 37,8 Prozent gesteigert werden.

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigten darüber hinaus, dass sich der Einsatz des Verfahrens auch finanziell lohnt: Die aufgrund der Mehrerträge erzielbaren höheren Einnahmen decken schon nach ca. 2,2 bis 4 Jahren die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für eine Bioextrusions-Anlage.

Die Entwicklung des Verfahrens "Bioextrusion®" wurde im Jahr 2009 mit zwei Preisen ausgezeichnet: Das Vorhaben zählte zu den Preisträgern der Initiative "Deutschland, Land der Ideen", getragen von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft. Außerdem erreichte "Bioextrusion®" den 2. Platz beim Sächsischen Innovationspreis.

Der Abschlussbericht zum Vorhaben steht auf www.fnr.de unter dem Förderkennzeichen 22029705 zum Download bereit.
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