Bald wird der Energieausweis Pflicht - das sollte man wissen

Heizenergieverbrauch wird endlich vergleichbar

(PresseBox) ( Kempten, )
Alle beheizbaren Gebäude und Gebäude mit Klimaanlagen müssen ab kommendem Jahr bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung einen Energieausweis haben. Ausgenommen sind lediglich Ställe, Kirchen, Traglufthallen, Treibhäuser, und Wohnungen die weniger als 4 Monate im Jahr benutzt werden. eza! Experte Steffen Riedel beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Frage: Was genau ist ein Energieausweis?

Riedel: Der Energieausweis ist ein Mittel zur Beurteilung des energetischen Zustandes eines Gebäudes. Das Prinzip ist mit dem Benzinverbrauch von Autos zu vergleichen. Manche benötigen auf 100 Kilometern sechs Liter andere zehn. Der Energieausweis zeigt, ob ein Gebäude im Vergleich mit anderen Gebäuden gleicher Nutzung wenig oder eher viel Energie benötigt.

Frage: Ist für alle Gebäude der gleiche Energieausweis vorgeschrieben?

Riedel: Grundsätzlich gibt es zwei Arten: einen Verbrauchsausweis und einen Bedarfsausweis. Welcher Ausweis notwendig ist, ergibt sich nach Größe und Alter des Gebäudes. Und ob beispielsweise öffentliche Fördergelder für eine Sanierung beansprucht werden.

Frage: Welche Daten stehen im neuen Energieausweis?

Riedel: Als Kennzahl wird beim Energieausweis ein Energieverbrauchswert ausgegeben, der aber wegen des Witterungseinflusses und Nutzungsverhaltens vom tatsächlichen Verbrauch abweicht. Teilt man diesen Kilowattstunden-Wert durch zehn, erhält man den Vergleichswert in Litern Heizöl oder Kubikmetern Gas.

Den konkreten Heizöl- oder Gasverbrauch kann man dadurch allerdings nicht ermitteln.

Frage: Was steht noch darin?

Riedel: Der Energieausweis muss Empfehlungen für die Modernisierung des Gebäudes enthalten, oder es muss begründet sein, wenn das nicht möglich sein sollte. Diese Empfehlungen müssen allerdings nicht umgesetzt werden.

Frage: In welchem Zeitraum müssen die Energieausweise vorgelegt werden?

Riedel: Nachdem die EnEV am 1.Oktober in Kraft tritt, müssen für alle Neubauten, die nach diesem Datum genehmigt werden, Energieausweise ausgestellt werden. Für Bestandsgebäude gibt es Übergangsfristen.

Danach ist der Energieausweis zugänglich zu machen bei Verkauf, Vermietung oder Leasing von Wohngebäuden bis Baujahr 1965: ab 1. Juli 2008, bei später errichteten Wohngebäuden ab 1. Januar 2009.

Bei Verkauf, Vermietung oder Leasing von Nichtwohngebäuden gilt der 1. Juli 2009.

Auszustellen und auszuhängen ist der Energieausweis bei Behörden und öffentlich zugänglichen Dienstleistungsgebäuden ab 1000 mC Nettogrundfläche ab 1. Juli 2009.

Frage: Wie fördert der Ausweis das Energiesparen?

Riedel: Durch die Vorlage des Energieausweises bei der Vermietung und beim Verkauf haben sanierte Gebäude einen Vorteil gegenüber unsanierten, da der Kunde erfährt, welches langfristig im Hinblick auf die Energiekosten günstiger ist. Das wiederum wird Gebäudeeigentümer veranlassen, sich über diesen Aspekt Gedanken zu machen und das Energiesparen in der Gesellschaft relevanter machen.
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