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Pressemitteilung BoxID: 433912 (Ernst & Young AG)
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Weltweit mehr Börsengänge trotz Konjunktursorgen

Analyse zu Börsengängen im ersten Halbjahr 2011

(PresseBox) (Stuttgart, ) .
- Zahl der Börsengänge steigt im zweiten Quartal trotz zahlreicher Absagen
- Deutlich mehr IPOs in Europa und Nordamerika
- Mehr Börsengänge in Deutschland
- Positiver Ausblick für Deutschland

Der weltweite Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings, kurz IPOs) legte im zweiten Quartal 2011 - trotz eines unsicheren konjunkturellen Umfelds - deutlich zu: Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal stieg die Zahl der weltweit durchgeführten Börsengänge von 294 auf 378, während das Emissionsvolumen um 38 Prozent von 46,9 auf 64,6 Milliarden US-Dollar stieg. Insgesamt lag damit im gesamten ersten Halbjahr dieses Jahres die Zahl der Börsengänge bei 672, die Emissionserlöse addierten sich auf 111 Milliarden US-Dollar - ein Anstieg um jeweils 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch in Europa war in den vergangenen drei Monaten ein positiver Trend zu sehen: Das Emissionsvolumen verneunfachte sich gegenüber dem ersten Quartal von 2,4 auf 21,3 Milliarden US-Dollar, die Zahl der IPOs stieg von 54 auf 95. Das sind Ergebnisse des vierteljährlich durchgeführten weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Mit insgesamt 173 Börsengängen dominierten im zweiten Quartal weiterhin asiatische Börsen das IPO-Geschehen, im ersten Quartal waren 165 Börsengänge gezählt worden. In Nordamerika und Europa war ein deutlicherer Anstieg zu verzeichnen: Von 38 auf 56 bzw. von 52 auf 94. Der größte Börsengang des Halbjahres war die Erstnotiz des Schweizer Rohstoffhändlers Glencore, die 10 Milliarden US-Dollar einbrachte.

Die positiven Zahlen können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stimmung an den Märkten derzeit von Unsicherheit geprägt ist, so Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei Ernst & Young: "Zahlreiche Unternehmen sagten zuletzt ihre Börsengänge ab und begründeten dies mit den starken Marktschwankungen, der hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise oder den Konjunkturprobleme in den USA". Insgesamt wurden im zweiten Quartal 98 Börsengänge abgesagt oder verschoben - der höchste Wert seit dem Jahr 2000, als im vierten Quartal 127 Börsengänge abgesagt worden waren. "Viele Unternehmen fürchten, bei einem Börsengang nicht die erhofften Summen einzulösen, verschieben und setzen auf bessere Zeitfenster", beobachtet Steinbach. Andererseits betont Steinbach: "Die durchgeführten Börsengänge zeigen: Das IPO Fenster ist nach wie vor offen für Unternehmen verschiedenster Branchen und auch als Exitkanal für Portfoliounternehmen von Private Equity". Er schränkt allerdings ein: "Es haben nur solche Unternehmen eine Chance, die es schaffen, die Anleger zu einhundert Prozent von ihrer Unternehmens- und Kapitalmarktstrategie zu überzeugen."

Schwellenländer sind Hauptstütze des IPO-Markts, Europa legt zu

Die Mehrzahl der IPOs finden nach wie vor in den aufstrebenden Schwellenländern statt: 67 Prozent aller Börsengänge wurden im zweiten Quartal dieses Jahres in den "Emerging Marktes" gezählt. Von den 10 größten IPOs des Quartals fanden 6 in den Schwellenländern statt.

Mit 108 Börsengängen, die insgesamt 20,4 Milliarden US-Dollar einbrachten, war China (inklusive Hongkong) abermals die Hauptstütze des weltweiten IPO-Markts - der chinesische IPO-Markt konnte damit fast das hohe Niveau des Vorquartals halten, als bei 112 Börsengängen insgesamt 23,9 Milliarden US-Dollar erlöst wurden.

Die gute Entwicklung in den Vereinigten Staaten ist vor allem auf die hohe Zahl an Börsengängen von Technologie-Unternehmen zurückzuführen. Unter den 46 IPOs mit einem Gesamtvolumen von 13,8 Milliarden US-Dollar, die im zweiten Quartal in den USA stattfanden, waren 14 Technologie-Unternehmen. Das Emissionsvolumen dieser Börsengänge lag bei 4,9 Milliarden US-Dollar.

In Europa gingen im zweiten Quartal 95 Unternehmen an die Börse und erlösten dabei 17,7 Milliarden US-Dollar - 15 Milliarden US-Dollar mehr als im Vorquartal. Besonders viele Börsengänge wurden erneut in Polen gezählt, wo bei 41 IPOs allerdings nur ein Emissionsvolumen von 0,6 Milliarden US-Dollar zustande kam. Ebenfalls positiv entwickelten sich die Börsenplätze Großbritannien und Türkei mit 17 bzw. 11 Börsengängen.

Mehr Börsengänge in Deutschland

Auch der deutsche IPO-Markt legte im zweiten Quartal deutlich zu: Bei acht Börsengängen - nach drei im Vorquartal - wurden insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar erlöst. Insgesamt fanden damit im ersten Halbjahr 2011 elf Börsengänge in Deutschland statt mit einem Emissionserlös von 2,2 Milliarden US-Dollar. Die beiden größten IPOs betrafen Unternehmen aus Private Equity-Portfolios. Drei der acht Unternehmen, die im zweiten Quartal in Frankfurt den Sprung aufs Parkett wagten, waren chinesische Unternehmen - ein Zeichen für die Attraktivität des deutschen Kapitalmarktes.

Steinbach erwartet eine weiterhin positive Entwicklung am deutschen IPO-Markt - trotz einiger Negativmeldungen in den vergangenen Wochen: "Wenn keine externen Schocks den Kapitalmarkt belasten, rechnen wir noch in diesem Jahr mit etwa 10 Börsengängen. Für das 2. Halbjahr stehen viele bekannte Namen in den Startlöchern, darunter auch Schwergewichte für die Auswahlindizes. Wir gehen also von einem heißen Herbst aus." Wie viele IPOs tatsächlich umgesetzt werden, hänge allerdings von vielen Faktoren ab und lasse sich schwer abschätzen. "Die IPO-Fenster öffnen und schließen sich sehr kurzfristig. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, gut vorbereitet zu sein, um schnell und flexibel sich bietende Möglichkeiten zu nutzen".

Auch bei Börsengängen über Unternehmensanleihen sei derzeit in Deutschland ein Positivtrend festzustellen, so Steinbach. In den neuen Primärmarktsegmenten der deutschen Börsen (BondM, Entry Standard Bonds, Mittelstandsbörse und Mittelstandsmarkt) konnten so im zweiten Quartal 12 Unternehmen mit einem Gesamtemissionsvolumen von 500 Millionen Euro ihr Börsendebut begehen. "Diese Unternehmensanleihen sind ein junges und stetig wachsendes Marktsegment. Seit 2010 haben insgesamt 31 Emissionen von 28 Emittenten mit einem Emissionsvolumen von insgesamt knapp 1,9 Milliarden Euro den Kapitalmarkt angesprochen und als neuen Finanzierungsweg entdeckt".

London führt weltweites Börsenranking an

Ein Fünftel des weltweiten Emissionsvolumens entfiel im zweiten Quartal auf die London Stock Exchange (12,6 Milliarden US-Dollar), die damit die Börsen-Rangliste anführt, gefolgt von der Hong Kong Exchange (11,3 Milliarden US-Dollar) und der New York Stock Exchange (9,9 Milliarden US-Dollar, 12 Prozent).

Gemessen an der Zahl der Erstnotierungen liegt hingegen die Shenzhen Stock Exchange (65 IPOs) weiterhin an erster Stelle, gefolgt von der Warschauer NewConnect (32 IPOs) und der Australien Securities Exchange (31 IPOs).

Ernst & Young AG

Ernst & Young* ist eine der drei großen deutschen Prüfungs- und Beratungsorganisationen. In der Steuerberatung ist Ernst & Young deutscher Marktführer. Ernst & Young beschäftigt 6.900 Mitarbeiter an 22 Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 141.000 Mitarbeitern der internationalen Ernst & Young-Organisation betreut Ernst & Young Mandanten überall auf der Welt.

Ernst & Young bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung, Transaktionsberatung, Advisory Services und Immobilienberatung.

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