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Pressemitteilung BoxID: 691099 (Ernst & Young AG)
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Immer weniger weibliche Vorstände bei deutschen börsennotierten Unternehmen

(PresseBox) (Stuttgart, ) .
- Nur noch 38 weibliche Vorstandsmitglieder in DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Unternehmen - vor einem Jahr waren es noch 42
- Rückläufiger Anteil weiblicher Vorstände in DAX-, MDAX und TecDAX, Anstieg nur im SDAX
- Frauen meist für Finanzen zuständig

Deutschlands börsennotierte Unternehmen kommen bei ihrem Ziel, mehr Frauen Vorstandsverantwortung zu geben, nicht voran. Im Gegenteil: Der Anteil weiblicher Vorstände ist bei den DAX-, MDAX- und TecDAX-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Nur im SDAX gibt es heute mehr weibliche Vorstandsmitglieder als vor einem Jahr.

Die Zahl der weiblichen Vorstände in den 160 untersuchten Unternehmen lag zum Stichtag 30. Juni 2014 bei 38. Ende 2013 waren es noch 41, zum 30.Juni 2013 wurden 42 weibliche Vorstandsmitglieder gezählt. Dem stehen aktuell 613 männliche Vorstandsmitglieder gegenüber.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Vorstandsstruktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten Unternehmen, die die Beratungsgesellschaft EY zweimal jährlich durchführt.

Nach wie vor sind mehr als drei von vier Vorstandsgremien der deutschen börsennotierten Unternehmen ausschließlich mit Männern besetzt. Lediglich in 22 Prozent der Unternehmen sitzt mindestens eine Frau im Vorstand. Mehrere Frauen finden sich sogar nur in 2 Prozent der Gremien. Gegenüber dem Vorjahr sind diese Werte leicht gesunken: Zum 30. Juni 2013 hatten 23 Prozent der Unternehmen zumindest eine Frau im Vorstand, bei 3 Prozent der Unternehmen waren mehrere Frauen vertreten.

6 Prozent der Vorstandsmitglieder im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX sind Frauen

Zum 30. Juni 2014 waren insgesamt 38 der insgesamt 651 Vorstandsmitglieder weiblich. Gegenüber dem Vorjahr bleibt der Anteil mit 6 Prozent auf niedrigem Niveau konstant - damals waren 42 von 668 Vorstandsmitgliedern Frauen.

Finanzen statt Personal - drei von zehn weiblichen Vorständen sind CFOs: 29 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder sind für Finanzen zuständig - im Juni 2013 waren es noch lediglich 26 Prozent. Ebenfalls 29 Prozent hatten zum Halbjahr 2014 eine operative Funktion inne - ihr Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr (21 Prozent) deutlich gestiegen. Der Anteil der weiblichen Vorstände, die für Personal zuständig sind, ist hingegen spürbar gesunken: von 24 auf 18 Prozent.

Bei den DAX-Unternehmen sitzt in drei von zehn Vorstandsgremien eine Frau

Der Anteil von Unternehmen mit mindestens einem weiblichen Vorstandsmitglied ist im DAX zwar mit 30 Prozent am höchsten - aber leicht rückläufig: Während im Juni 2013 noch 7 Prozent der Vorstände weiblich waren, sind es aktuell nur noch 6 Prozent. Die absolute Zahl weiblicher DAX-Vorstandsmitglieder sank von 13 vor einem Jahr auf 11 zum Ende des Jahres 2013. Am 30. Juni 2014 wurden sogar nur noch 10 Frauen in den DAX-Vorständen gezählt. Mit der Demission von Angela Titzrath als Personalchefin bei der Deutschen Post, die am 2. Juli, also kurz nach dem Stichtag der Analyse, bekannt gegeben wurde, ist ihre Zahl sogar auf nur noch 9 gesunken.

Weibliche CEOs immer noch selten

Lediglich 5 Prozent der weiblichen Vorstandsmitglieder haben die Geschäftsführung inne - insgesamt haben nur zwei der 160 untersuchten Unternehmen eine Frau als Vorstandsvorsitzende.

Stark unterschiedlicher Frauenanteil je nach Branche

In der Telekommunikationsbranche (19 Prozent) sowie im Bereich Transport und Logistik (17 Prozent) ist fast jedes fünfte Vorstandsmitglied eine Frau. In der Industrie beträgt der Frauenanteil hingegen nur 3 Prozent, in der Rohstoffbranche und in der Informationstechnologie sogar nur jeweils 2 Prozent.