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Europas Automarkt bleibt auf Wachstumskurs - deutsche Autokonzerne verlieren aber weiter Marktanteile

Pkw-Absatz in der EU legt im Februar erneut zweistellig zu - auch dank zusätzlichem Verkaufstag / Aber: Deutsche Autokonzerne verlieren in der EU und den USA weiter Marktanteile / China entwickelt sich wieder zum Wachstumsmotor für deutsche Autobauer

(PresseBox) (Stuttgart, ) Der europäische Neuwagenmarkt ist im Februar erneut stark gewachsen –allerdings auch aufgrund eines zusätzlichen Verkaufstags. Mit einem Plus von 14,3 Prozent war die EU weltweit die Region mit dem stärksten Absatzplus – in den USA ging es „nur“ um sieben Prozent aufwärts, in China sanken die Neuwagenverkäufe leicht, Südamerika und Russland blieben mit weiteren starken Absatzrückgängen im Krisenmodus.

Innerhalb Europas waren es einmal mehr vor allem die ehemaligen Krisenländer, die die höchsten Zuwachsraten verzeichneten: In Irland, Portugal und Italien stieg der Absatz jeweils um mehr als ein Viertel. Aber auch die drei größten Absatzmärkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich verzeichneten ein robustes Wachstum.

EU-weit lag die Zahl der Neuzulassungen auf dem höchsten Stand der vergangenen sieben Jahre – zuletzt waren im Jahr 2008 in einem Februar mehr Fahrzeuge neu zugelassen worden

Peter Fuß, Partner bei EY: „In den ersten beiden Monaten des Jahres ist der Neuwagenmarkt in der EU um 10 Prozent gewachsen – ein sehr starker Jahresauftakt. Neben Aufholeffekte in den ehemaligen Krisenländern sorgen auch die gute Konsumentenstimmung in den Hauptmärkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich für eine für eine kräftige Wachstumsdynamik. Offenbar wiegen die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die sehr günstigen Finanzierungskonditionen aus Sicht der Käufer schwerer als die eingetrübten Konjunkturaussichten und die Vielzahl politischer Krisen in und außerhalb Europas“.

Hinzu kämen die niedrigen Spritkosten und hohe Rabatte, die den Autokauf noch attraktiver machten. Fuß bleibt daher für den europäischen Markt optimistisch: „Die Binnenkonjunktur entwickelt sich derzeit noch positiv, und niedrige Finanzierungskosten und eine weiter sinkenden Arbeitslosigkeit werden den europäische Neuwagenmarkt wohl auch im Jahr 2016 auf Wachstumskurs halten. Allerdings sind die Risiken zuletzt stark gestiegen.“

Volkswagen verliert weiter Marktanteile in der EU Die deutschen Autokonzerne (Volkswagen, Daimler und BMW) verzeichneten im Februar zusammen EU-weit ein Plus von 10,5 Prozent zu und entwickelten sich damit nicht ganz so gut wie der Gesamtmarkt. Ihr Marktanteil schrumpfte im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als einen Prozentpunkt: von 35,4 auf 34,3 Prozent.

Während allerdings Daimler im Februar überdurchschnittlich stark zulegte (plus 21,5 Prozent), wuchsen BMW (plus 13,9 Prozent) und vor allem der Volkswagen-Konzern (plus 8,0 Prozent) weniger stark als der Gesamtmarkt. Vor allem der Volkswagen-Konzern verlor weiter Marktanteile: Im Februar sank der Marktanteil auf 23,9 Prozent von 25,3 Prozent im Vorjahresmonat. Damit setzt sich für das Unternehmen die rückläufige Entwicklung der Vormonate fort.

Von der anhaltenden Schwäche des europäischen Marktführers Volkswagen profitierten zuletzt unter anderem der Fiat Konzern, Ford und die Opel-Group, die ihren EU-Absatz im Februar jeweils um mehr als 18 Prozent steigern konnten.

Deutsche Autobauer machen in China Boden gut – und verlieren in den USA

Aus China kommen endlich wieder gute Nachrichten für die deutschen Autobauer: Im Reich der Mitte legten die Autoverkäufe seit Jahresbeginn um fünf Prozent zu, die deutschen Autokonzerne steigerten ihren China-Absatz in Summe um 10 Prozent, konnten also Marktanteile hinzugewinnen.

Anders in den USA, wo der Negativtrend für die deutschen Autokonzerne anhält: Alle drei Unternehmen verzeichneten im Februar rückläufige Absatzzahlen, während der Gesamtmarkt um sieben Prozent zulegte. „Der US-Markt bleibt für die deutschen Autokonzerne eine wichtige und sehr schwierige Baustelle. Sie können kaum vom starken Aufschwung der letzten Jahre profitieren, da sie mit ihren Produkten offenbar nicht den Geschmack der Amerikaner treffen. Zudem steht ihre Diesel-Strategie dort vor immensen Herausforderung.“

Immerhin: Weltweit bleiben die deutschen Autokonzerne auf Wachstumskurs mit einem Absatzplus im Februar von 1,9 Prozent. Dabei verzeichnete Daimler mit fast 12 Prozent das mit Abstand stärkste Wachstum vor BMW (knapp acht Prozent) und Volkswagen (-1,2 Prozent).

„Trotz der Dieselaffäre sind zumindest die deutschen Premiummarken weiterhin gut bis sehr gut unterwegs“, beobachtet Fuß. „Die Unternehmen wissen aber, dass die Zeiten schwieriger werden und die wirtschaftlichen und politischen Risiken im neuen Jahr noch größer sind als im vergangenen. Die Volatilität auf allen Märkten wird immer stärker.“