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Pressemitteilung BoxID: 649148 (Ernst & Young AG)
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Deutsche Unternehmen glänzen an den Weltbörsen

(PresseBox) (Stuttgart, ) .
- US-Konzerne dominieren: 47 der 100 teuersten Unternehmen der Welt kommen aus den USA
- Zahl der deutschen Unternehmen im Ranking steigt von fünf auf sechs; Rang vier im Länderranking
- Apple teuerstes Unternehmen der Welt
- Volkswagen wertvollstes Unternehmen Deutschlands

Deutsche Unternehmen sind an den Börsen der Welt so begehrt wie schon lange nicht mehr: Unter der 100 teuersten Unternehmen der Welt finden sich aktuell sechs Konzerne aus der Bundesrepublik. Zum Jahresende 2012 und 2011 waren es fünf bzw. vier Unternehmen. Aktuell liegt Deutschland im Länderranking auf Rang 4 hinter den USA (47 Unternehmen), Großbritannien und China/Hongkong (11 bzw. 9 Unternehmen). Betrachtet man die 300 teuersten Unternehmen der Welt, so steigert Deutschland seinen Anteil von 15 auf 18 Unternehmen. Die höchstbewerteten deutschen Unternehmen sind Volkswagen (122 Milliarden US-Dollar, Platz 51), Siemens (117 Milliarden US-Dollar, Platz 53) und Bayer (112 Milliarden US-Dollar, Platz 58).

Innerhalb eines Jahres haben die sechs deutschen Unternehmen, die sich im Top 100-Ranking platzieren konnten, ihren Börsenwert um 117 Milliarden US-Dollar gesteigert: von 520 auf 637 Milliarden US-Dollar - ein Zuwachs um 23 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen der Welt um 15 Prozent - auf aktuell rund 14,8 Billionen US-Dollar. Am stärksten legten die US-Unternehmen zu: Sie steigerten ihren Börsenwert um 23 Prozent auf insgesamt 7,9 Billionen US-Dollar.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit untersucht.

"Der Standort Deutschland meldet sich an den Weltbörsen zurück", stellt Thomas Harms, Partner bei EY, fest. "Obwohl die Schulden- und Konjunkturkrise die deutschen Konzerne im abgelaufenen Jahr gebremst hat, konnten die deutschen Top-Konzerne insgesamt gute Ergebnisse erzielen und ihre Attraktivität für Investoren steigern." Die deutschen Unternehmen hätten in den vergangenen Krisenjahren ihre Hausaufgaben gemacht, so Harms weiter: "Die deutschen Konzerne haben an ihrer Produktpalette gefeilt, Innovationen vorangetrieben und ihre Strukturen auf Effizienz getrimmt. Vor allem aber sind sie international hervorragend aufgestellt und profitieren von der Dynamik auf den Wachstumsmärkten außerhalb Europas."

US-Unternehmen dominieren die Weltbörsen

Mit Abstand am stärksten im Ranking vertreten sind die USA - gegenüber den Vorjahren haben die US-Konzerne ihre Vorherrschaft sogar noch ausgebaut: Die zehn teuersten Unternehmen der Welt haben durchweg ihren Hauptsitz in den USA. Vor einem Jahr hatten immerhin drei chinesische Konzerne und ein Unternehmen aus den Niederlanden einen Spitzenplatz erreicht. Und in den Top 100 stammt fast jedes zweite Unternehmen aus den Vereinigten Staaten (47) - Ende 2012 waren es noch 39 Unternehmen.

"Die US-Unternehmen profitieren zurzeit von vielen Faktoren: Auf dem Heimatmarkt läuft die Wirtschaft rund, und der Fracking-Boom drückt die Energiekosten - das ist ein großes Plus vor allem für energieintensive Industrieunternehmen, die ihre Produkte auf dem Weltmarkt günstiger anbieten können", sagt Harms. "Europa kann da nicht mithalten: Vor allem die Krisenländer ächzen nach wie vor unter den Folgen der Schuldenkrise, einer schwachen Konjunktur und hohen Energiepreisen." Hinzu komme, dass Unternehmen aus der Eurozone unter dem starken Euro leiden, der ihre Produkte im Export teurer und damit weniger wettbewerbsfähig mache.

Unter den 100 Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert finden sich aktuell nur noch 32 europäische Unternehmen, vor einem Jahr waren es noch 34. In den Top 10 ist Europa derzeit mit keinem einzigen Unternehmen mehr vertreten.

Nicht nur beim Börsenwert, sondern auch beim Geschäftsergebnis sind die europäischen Konzerne in diesem Jahr gegenüber ihren US-Wettbewerbern deutlich zurückgefallen: So verzeichnete nur knapp die Hälfte der 300 umsatzstärksten Unternehmen Europas (56 Prozent) im ersten Halbjahr 2013 ein Umsatzplus, bei den US-Unternehmen waren es fast drei Viertel (73 Prozent). Und die US-Unternehmen arbeiteten deutlich profitabler: Ihre durchschnittliche EBIT-Marge - das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz - lag bei 11,6 Prozent, in Europa waren es lediglich 9,8 Prozent.

Spitzenplätze im Börsenranking gehen an Technologiekonzerne Die USA profitieren dabei nicht nur von billiger Energie und einem starken Binnenmarkt - vor allem in der Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts, der Informationstechnologie, dominieren US-Konzerne", erläutert Harms. Zehn US-Technologieunternehmen sind im Top 100 Ranking vertreten - im Vergleich zu drei europäischen Unternehmen.

Allein auf den Spitzenplätzen des Börsen-Rankings finden sich mehrere amerikanische IT-Riesen: Apple liegt mit einem Börsenwert von insgesamt knapp 490 Milliarden US-Dollar auf Rang 1, auf Rang 3 landet Google (363 Milliarden US-Dollar), gefolgt von Microsoft (303 Milliarden US-Dollar). Die Unternehmen konnten dabei kräftig Plätze gut machen: Google verbesserte sich innerhalb des vergangenen Jahres vom sechsten auf den dritten Rang, Microsoft kletterte vom achten auf den vierten Platz.

Den zweiten Platz im Ranking belegt der Ölkonzern Exxon Mobil (434 Milliarden Euro), der zur Jahresmitte beim Börsenwert noch knapp vor Apple gelegen hatte.

"Die Börsen bewerten vor allem eines: Die Zukunftsperspektiven und die Innovationskraft der Unternehmen", erklärt Harms. "Und da stehen die USA derzeit einfach besonders gut da: Für die USA als Einwanderungsland mit einer stabilen demographischen Entwicklung ist der Fachkräftemangel kein größeres Thema, und auch der Unternehmergeist und die Gründungskultur sind jenseits des Atlantiks besonders stark ausgebildet."

Niedrigzinspolitik dürfte die Börsen weiter antreiben

Der Höhenflug an den Weltbörsen - im vergangenen Jahr stieg der Börsenwert der wertvollsten Unternehmen der Welt um fast 2 Billionen US-Dollar - könnte auch im neuen Jahr anhalten, wenn die Notenbanken an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten, wofür derzeit einiges spricht, so Harms:" Niedrige Zinsen bedeuten weiterhin Rückenwind für die Börsen. Zudem dürfte sich die weltweite Konjunkturentwicklung positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken", sagt Harms: "Allerdings hat auch die längste Niedrigzinsphase einmal ein Ende. Wenn die Zinsen wieder steigen, wird sich zeigen, welche Unternehmen wirklich langfristig für Investoren attraktiv sind - und welche lediglich im allgemeinen Trend mitgeschwommen sind."

Für Deutschland sieht Harms aber auch mittelfristig gute Perspektiven: "Die deutschen Unternehmen sind gut gerüstet und stehen bereits in den Startlöchern, wenn die Weltkonjunktur wieder anzieht. Nachdem die Unternehmensgewinne im vergangenen Jahr keine großen Sprünge gemacht haben, dürfte 2014 ein gutes Jahr werden - und damit auch weiterhin Investoren anlocken."