Deutsche Unternehmen gewinnen an den Weltbörsen an Bedeutung

(PresseBox) ( Düsseldorf, )
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- Acht deutsche Unternehmen unter den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt
- Teuerste deutsche Unternehmen: Volkswagen und E.ON
- Finanz-Unternehmen verlieren erheblich an Bedeutung, Gewinner sind Produzenten von Konsumgütern
- Bedeutung chinesischer und russischer Konzerne stark gesunken

Im Jahr 2008 hat zwar die Mehrzahl der deutschen Top-Konzerne an Börsenwert verloren, Deutschlands Gewicht an den Weltbörsen ist aber weiter gestiegen: Zum Ende des Jahres 2008 waren acht deutsche Unternehmen in der Liste der 100 teuersten Unternehmen der Welt vertreten - ein Jahr zuvor waren es sieben, Ende 2006 nur vier. Damit steigt Deutschland im Länderranking vom vierten auf den zweiten Platz hinter den Vereinigten Staaten auf. Das sind Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die die Marktkapitalisierung der am höchsten bewerteten Unternehmen weltweit im Jahresvergleich (Stichtage: 31. Dezember 2008 und 31. Dezember 2007) untersucht.

Im Verlauf des Jahres 2008 ist der Wert der 100 teuersten Unternehmen der Welt um 42 Prozent bzw. 6,7 Billionen US-Dollar auf 9,3 Billionen US-Dollar gesunken. Aufgrund der Finanzkrise haben Unternehmen aus der Finanzbranche an den Weltbörsen deutlich an Bedeutung verloren: Aktuell zählen nur noch 16 Finanzunternehmen zu den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt - vor einem Jahr waren es noch 27. Gewinner der Krise sind relativ konjunkturunabhängige Unternehmen - etwa Pharmahersteller, Kosmetik- oder Lebensmittelproduzenten.

Teuerstes deutsche Unternehmen: Volkswagen

Teuerstes deutsches Unternehmen ist Volkswagen - das Unternehmen konnte sich binnen Jahresfrist von Rang 94 auf Platz 26 verbessern und hat 27 Milliarden US-Dollar an Wert gewonnen - vor E.ON (Platz 53) und Siemens (Platz 63). Neu im Top-100-Ranking konnten sich Bayer und SAP platzieren, während Daimler nicht mehr zu den 100 teuersten Unternehmen der Welt zählt.

Die im Top-100-Ranking vertretenen deutschen Unternehmen hatten Ende 2008 einen Wert von 511 Milliarden US-Dollar, Ende 2007 hatten sie noch 752 Milliarden US-Dollar gekostet - ein Wertverlust von 241 Milliarden US-Dollar bzw. 32 Prozent.

US-Unternehmen dominieren Ranking wieder

Alle Länder sind mehr oder weniger stark von der Baisse an den Weltbörsen betroffen - kaum ein Unternehmen gewann im vergangenen Jahr an Wert. Europa und die Schwellenländer haben allerdings überdurchschnittlich stark an Gewicht verloren, während die Vereinigten Staaten ihre Bedeutung an den Weltbörsen steigern konnten: So ist die Zahl der US-Unternehmen im Top-100-Ranking im vergangenen Jahr um 11 auf 43 gestiegen. Europa ist hingegen nur noch mit 38 Unternehmen im Ranking vertreten - vor einem Jahr waren es noch 46.

"Noch im vergangenen Jahr schienen die Vereinigten Staaten an Gewicht in der Weltwirtschaft zu verlieren: Während die US-Wirtschaft lahmte, entwickelte sich die Konjunktur in den anderen wichtigen Regionen weiterhin sehr stark", stellt Hendrik Hollweg, Mitglied des Vorstands bei Ernst & Young, rückblickend fest. "Europa und die Schwellenländer schienen sich von der Entwicklung in Nordamerika abzukoppeln und die USA als Wachstumslokomotive abzulösen". Die derzeitige Krise der Weltwirtschaft habe allerdings gezeigt, welch dominierende Rolle die US-Wirtschaft nach wie vor spiele: "Die Weltwirtschaft konnte sich dem Absturz der US-Wirtschaft nicht lang entziehen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die aktuelle Krise, die in den USA ihren Ursprung hat, nun zu einem Bedeutungsgewinn der US-Wirtschaft an den internationalen Börsen führt", so Hollweg.

Finanzbranche verliert stark an Gewicht

Die anhaltende Finanzkrise hat zu einer erheblichen Schwächung des Finanzsektors auch an den Weltbörsen geführt. Inzwischen können sich nur noch 16 Unternehmen aus der Finanzbranche in der Liste der Top-100-Unternehmen platzieren. Ende des vergangenen Jahres waren es noch 27, Ende 2006 sogar 32. "Der Finanzsektor hat dramatisch an Wert und Bedeutung verloren", stellt Hollweg fest. Die im Top-100-Ranking vertretenen Unternehmen aus der Finanzbranche waren vor einem Jahr insgesamt noch 3,6 Billionen US-Dollar wert, derzeit liegt ihr Wert noch bei 1,4 Billionen US-Dollar. Die Schwäche des Finanzsektors werde aber nicht von Dauer sein, so Hollweg: "Sobald die aktuellen Unsicherheiten hinsichtlich des Abschreibungsbedarfs und der operativen Situation der Banken überwunden sind, werden wir wieder eine deutlich steigende Bedeutung des Finanzsektors an den Weltbörsen sehen", prognostiziert Hollweg.

Auch ein andere Branche hat überdurchschnittlich stark an Gewicht verloren: Aktuell sind nur noch drei Rohstoffunternehmen im Top-100-Ranking platziert, vor einem Jahr waren es noch acht. "Bis zur Mitte dieses Jahres war die Entwicklung an den Weltbörsen geprägt vom Rohstoff- und Energieboom - dieser Trend hat inzwischen völlig an Bedeutung verloren", so Hollweg.

"Zurzeit stehen solche Unternehmen im Fokus, die möglichst wenig von der weltweiten Rezession betroffen sein werden. Dementsprechend gewinnen die Hersteller nicht zyklischer Konsumgüter - wie z.B. Kosmetik-, Pharma- oder Lebensmittelhersteller - an den Weltbörsen an Bedeutung. Die Zahl solcher Unternehmen im Top-100-Ranking stieg im Verlauf des Jahres 2008 von 18 auf 25. "Ende 2007 ging es an den Weltbörsen noch um Zukunftsvisionen - um große, langfristige Fragen wie die Rohstoffverknappung, die Antworten auf die globale Erwärmung, das wirtschaftliche Erstarken der Schwellenländer. Heute geht es um einfache Fragen: Wen trifft die Krise am härtesten? Und: Wer überlebt die Krise?"

Exxon teuerstes Unternehmen der Welt

Das am höchsten bewertete Unternehmen der Welt war zum 31. Dezember 2008 Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 406 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Petrochina (260 Milliarden US-Dollar). Petrochina war vor einem Jahr noch das mit Abstand teuerste Unternehmen der Welt, verlor aber im Jahresverlauf 64 Prozent an Wert. Wie stark der Einbruch an den Weltbörsen war, zeigt die Entwicklung der Top-10. Vor einem Jahr waren die zehn teuersten Unternehmen der Welt zusammen noch 3,7 Billionen US-Dollar wert. Aktuell liegt ihr Börsenwert nur noch bei 2,1 Billionen US-Dollar - ein Minus von gut 43 Prozent. Der Börsenwert der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt schmolz im Jahresverlauf ebenfalls um 42 Prozent von 16 auf 9,3 Billionen US-Dollar zusammen.

China- und Russland-Euphorie vorerst vorüber

Die Zahl der chinesischen Unternehmen, die in der Liste der 100 teuersten Unternehmen der Welt erscheinen, ist im vergangenen Jahr von zehn auf acht, im Ranking der 300 teuersten Unternehmen der Welt sogar von 27 auf 19 gesunken. Der Wert aller im Top-100-Ranking platzierten chinesischen Unternehmen ist im vergangenen Jahr um 59 Prozent von 2,6 auf 1,1 Billionen US-Dollar gesunken.

"Zwar wächst die Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft stetig weiter", stellt Hollweg fest. "Im Jahr 2007 war allerdings eine Spekulationsblase entstanden - einige chinesische Unternehmen gewannen übermäßig stark an Wert. Inzwischen hat etwas mehr Realismus in der Bewertung chinesischer Unternehmen Einzug gehalten", so Hollweg. Der asiatische Kontinent spielt mit 15 Unternehmen (Ende 2007: 17), die sich im Top-100-Ranking platzieren können, nach wie vor nur eine geringere Rolle.
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